Studie: Zufriedenheit der Tourismusmitarbeiter
Eine neue Umfrage zeigt: Viele Beschäftigte im Tourismus sind zutiefst frustriert. Es fehlen Motivation und Anreize.
Eine neue Umfrage unter Tourismusmitarbeitern stellt den Arbeitgebern in der Branche kein besonders gutes Zeugnis aus. Zwei Drittel von über 350 Befragten meinten, sie seien durch Stress und Zeitdruck stark belastet und deshalb mit dem Job unzufrieden. Zudem zeigt die Studie, dass viele dieser Belastungen hausgemacht sind und von den Führungskräften oft nicht als solche erkannt werden.Umfrage per Internet
Die Umfrage wurde ausschließlich mittels Internet
auf der Job- und Personalplattform
www.joblounge.at
durchgeführt. Ausgewertet wurden die Ergebnisse von den
Grazer Instituten ZBW (Zentrum für Bildung und
Wirtschaft Forschungs- und Beratungs GmbH) sowie
Opinionis-Analysen.
Gehalt ist nicht das
Wichtigste
Durchaus bemerkenswert für die Studienautoren: Selbst in
der generell nicht gerade üppig entlohnten
Tourismusbranche ist das Gehalt nicht der wichtigste
Motivationsfaktor. Auf die Frage, was bei der täglichen
Arbeit ansporne, nannten 72 Prozent Selbstständigkeit
und Eigenverantwortung, gefolgt von einem guten
Betriebsklima (66 Prozent), herausfordernden Aufgaben
(65,3 Prozent) und positivem Feedback vom Chef (61,7
Prozent). Ein sicherer Arbeitsplatz (36,4 Prozent) und
hohes Gehalt (34,2 Prozent) lagen vergleichsweise weit
zurück.
Autoritäre
Führungsstile
nach dem Motto "Ich bin hier der Chef!" würden in der
Branche nach wie vor vorherrschen, sagt Gerd Weingrill,
Geschäftsführer von Opinionis-Analysen. Man gehe viel zu
wenig auf die Ideen und Bedürfnisse der Mitarbeiter ein.
Weingrill konstatiert fehlendes Problembewusstsein. In
der Branche drehe sich alles um Produkte und Verkauf.
Doch für den Gast stünden nach wie vor Service und
Betreuung an erster Stelle. "Dass die TV-Anlage im
Zimmer 30 Programme hat, nützt gar nichts, wenn die
Bedienung nicht freundlich ist", so Weingrill.
Stress und Zeitdruck
Der Hauptgrund für den Frust des Tourismuspersonals sind
Stress und Zeitdruck (65 Prozent). 45 Prozent der
Befragten meinten, in ihrem Arbeitsbereich keine
Karrieremöglichkeiten zu sehen. Und jeder dritte
Befragte gab an, häufigen oder täglichen Druck des
Vorgesetzten zu erleben.
Mehr Zeit für
Kommunikation
Viele Probleme seien hausgemacht, sagt Gerd Beidernikl
vom ZBW. Er rät, sich für die Kommunikation mit den
Mitarbeitern mehr Zeit zu nehmen. "Die Zeit, die man in
die frühzeitige Vermeidung von Krisen und Frustration
investiert, bekommt man in Form motivierter und
leistungsbereiter Mitarbeiter wieder zurück."
Repräsentativ
Zum Umfang der Online-Umfrage meint Gerd Weingrill, dass
diese für ganz Österreich repräsentativ sei. Es gebe
aber regionale Schwerpunkte. So sei die
Tourismushochburg Salzburg beispielsweise stark
vertreten. Auch die unterschiedlichen Betriebsgrößen und
Vertragstypen (Voll-, Teilzeit etc.) seien sehr gut
abgebildet.

