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Zigarren
Der
Anfang
Kubas Ureinwohner die Tainos
(Indianer), waren wohl die ersten Menschen, die das Vergnügen des Rauchens
erfahren haben. Im November 1492 fanden zwei Matrosen der Expedition von
Christoph Kolumbus an einem Fluss einige rauchende Indianer.
Mit dieser Expedition von Christoph Kolumbus ist wohl der Tabak auch in Europa
eingeführt worden. Richtig bekannt wurde er jedoch erst, als Jean Nicot einem
Pagen der Königin Katharina von Medici ein Magengeschwür mit Tabakblätter
heilte. Aus dieser Zeit hat die Pflanze auch ihren Namen: Nicotina Tabacum. (Medici
= Reiche ital. Familie 1530 in den
Herzogsstand erhoben. Katharina = Königin von Frankreich).
Anfangs des 16. Jahrhunderts erreichte der Tabakhandel eine hohe Blüte. Und
bereits in dieser Zeit zeichnete sich der kubanische Tabak in der Qualität
aus.
Die steigende Nachfrage des Tabaks führte dazu, dass nach 30 Jahren der
Kolonisation Kubas (1510) die Landwirte der Insel in der Lage waren, einen Teil
ihres produzierten Tabaks in die damalige Metropole (Spanien) zu senden. Ab
1580 wurde der Tabakhandel in der Provinz Havanna geregelt. (Verkauf im eigenen
Land an Gasthäuser.) Die auch heute noch bekanntesten und feinsten Tabaksorten
werden vor allem im Westen von Kuba und im mittleren Kuba produziert. Im Osten
ist heute eine Region sehr bekannt, nämlich die Camagüey. Weltbekannt sind
die kubanischen Zigarren jedoch unter dem
Namen der Hauptstadt geworden: HAVANNA
.
Pflanze
Die Tabakpflanze gehört zu der
Familie der Nachtschattengewächse wie Kartoffeln Oder Tomaten.
Im
Gegensatz zu Getreide kann der Tabak nicht direkt auf die Felder ausgesät
werden, sondern muss sich jedes Jahr aus Samen neu entwickeln. Grund dafür
ist, dass der Samen viel zu klein ist. Ca. 10`000 Samenkörner wiegen ein
Gramm. Die Aussaat erfolgt deshalb nach dem Winter in sorgfaltig vorbereitete
Treibbeete. Die Schösslinge werden anschließend aufs Feld verpflanzt, wo sie
je nach Stand der Pflanzen nach 150 bis 170 Tagen geerntet werden.
Vor
dem Ernten sei noch festgehalten, dass sobald die Blüten erscheinen, diese geköpft
werden, um die Nährstoffzufuhr zu den Blättern zu verbessern. Die neu
austreibenden Seitentriebe werden ebenfalls entfernt. Man nennt dies geizen.
Zusätzlich müssen noch am Grunde der Pflanze die kranken und kleinen Blätter
entfernt werden
Ernte
Man spricht bei den Tabakpflanzen
von Stockwerken. Unten befindet sich das Edelgut, die Fuß- und Sandblätter.
Im nächsten Stockwerk finden wir das Hauptgut oder das Bestgut und zuoberst
das Kopfgut oder auch Fettgut genannt. Die Tabakblätter werden an Schnüren
aufgebunden und zum Trocknen in spezielle Tabakhäuser gehängt. Eine chemische
Umwandlung des Tabakblattes erfolgt. Die Blätter werden gelb. Wichtig bei der
Trocknung ist, dass die Zellen noch genug Feuchtigkeit aufweisen und nicht
absterben. Dieser Prozess dauert Ca. 40 Tage (Heute wird dieser Prozess z.T.
auch künstlich abgewickelt.)
Fermentation
Bei
der Fermentation wird durch natürliche oder künstliche Wärme ein Gärungsprozess
vollzogen, bei dem die Eiweißstoffe abgebaut
und die Aroma- und Farbstoffe entwickelt
werden. (Das Bittere des Tabakblattes baut sich ebenfalls ab.) Je nach
Trockenheit der Blätter wird für die Fermentation auch nochmals Feuchtigkeit
dazugegeben.
Nach dieser ersten Fermentation erfolgt eine Klassifizierung der Blätter. Die
Blätter werden nach ihren Eigenschaften qualifiziert. Dabei gelten folgende
Kriterien:
- Vollständigkeit
- allgemeiner
Zustand
- Reifegrad,
Stärke
- Widerstandskraft
- Elastizität
des Gewebes
Zwischen
oder nach der Fermentation werden die Tabakblätter ausgerippt (Stripperinnen).
Die Hauptrippe wird teilweise oder ganz entfernt, d.h. das Blatt ist tot.
Dieser Vorgang ist für die Fabrikation wichtig, da mit der Rippe das Blatt
nicht gerollt werden könnte. (Hinweis: 2.Fermentation in Fässern.)
Die Blätter werden nun lose oder bündelweise in Ballen zu ca. 16`000 Blättern
verpackt und je nach Qualität zur weiteren Verarbeitung verschickt. Tabak wird
je nach Resultat der Ernte bis zu 2 Jahren gelagert, um die Qualität noch zu
verbessern.

Fabrikation
Nach Abschluss der Fermentation
findet der schwierigste Prozess für das Herstellen einer Zigarre statt, nämlich
das Mischen. Nur ein ganz großer erfahrener Spezialist
bringt es fertig, Tabakblätter von verschiedenen Klassen, Sorten und aus
unterschiedlichen Tabakplantagen und Ernten die richtige Mischung und das feine
Aroma zu finden.
Das
Rollen einer Zigarre
Zwei bis vier Tabakblätter werden
je nach Format von Hand über die gesamte Länge kegelartig übereinandergefaltet.
So entstehen Luftkanäle im Inneren, die den gleichmäßigen Zug der Zigarre
garantieren.
Als nächstes wird diese Einlage in die Hälfte eines Umblatts eingewickelt,
bei größeren Formaten in zwei Hälften. Die so entstandene Puppe oder Wickel
wird nun in einer hölzerne Form gepresst. Der
Zigarrenmacher entnimmt nun eines der feuchtgehaltenen Deckblätter, breitet es
auf dem Schneidebrett aus, dehnt es und schneidet die Ränder zu. Die Puppe
wird nun schräg auf das Deckblatt gelegt und vorsichtig umwickelt.
Im nächsten Arbeitsgang wird aus einem Deckblattrest ein rundes Stückchen
ausgeschnitten und auf dem Kopf der Zigarre mit einem pflanzlichen Klebstoff
angebracht. Bei manchen Zigarren wird der Kopf durch das Zusammendrehen der
Deckblattenden gebildet.
Anschließend verleiht der Zigarrenmacher dem Deckblatt Glanz, indem er mit dem
Messer darüber streicht und die Zigarre auf dem Brett rollt. Zum Schluss wird
die Zigarre auf die richtige Länge zugeschnitten sowie die Standardmaße der
verschiedenen Zigarren mit Hilfe von Mess-Schablonen kontrolliert.
Veröffentlichung mit
freundlicher Genehmigung von

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