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Whisky - Die Herstellung
Die
Grundbestandteile des schottischen Whisky
sind Gerste, Wasser und Torf. Wurde früher nur schottische
Gerste verwendet, so stammen heute nur noch rund 40% aus dem
eigenen Lande, 35% stammen
aus England, der Rest wird aus Australien und Kanada importiert.
Wesentlich wichtiger für die Qualität des Whisky ist jedoch das
Wasser. Das Wasser in Schottland ist noch weitgehend sauber und
frei von Mineralsalzen. Jede schottische Destillerie hat ihren
eigenen Fluss, Bach oder eine eigene Quelle, weshalb der
Geschmack der einzelnen Brände auch so variiert. Der zweite
entscheidende Faktor für das Endprodukt ist das Torffeuer, über
dem die gekeimte Gerste gedarrt wird. Hier kann auch Einfluss
darauf genommen werden, wie rauchig der Geschmack werden soll.
Die Whiskyherstellung beginnt mit dem Mälzen. Bestimmte
Getreidesorten werden zum keimen gebracht, was Enzyme freisetzt,
die später die Gärung ermöglichen. Im Frühherbst wird die Gerste
frisch nach er Ernte eingekauft. Um Schimmelbildung zu
vermeiden, muss die Gerste trocken und reif sein. Darüber hinaus
wird sie gesiebt und in Silos mit heißer, zirkulierender Luft
getrocknet. Anschließend wird die Gerste in großen Bottichen mit
Wasser angesetzt, um den Keimungsprozess zu starten. Nach 2 bis
3 Tagen wird das Wasser abgegossen und die gekeimte Gerste auf
den Mälzböden ausgebreitet.
Bei der Keimung
entsteht durch den Prozess der Aufnahme von Sauerstoff und der
Abgabe von Kohlendioxyd Wärme. Um die möglichst konstant auf
einer Temperatur von ca. 15° wird darum das Getreide mehrmals
täglich mit Schaufeln und Rechen gewendet und in die Luft
geworfen. Es gibt mittlerweile auch Destillerien, die die Gerste
mechanisch wenden. Nach ca. 10 - 14 Tagen haben die Keimlinge
die gewünschte Größe von 5/8 des Gerstenkorns erreicht und
können gedarrt werden. Dazu wird sie auf einem engmaschigen
Metallgitter ausgebreitet und darunter ein Torffeuer entfacht,
das der Gerste sein typisches Aroma gibt. Nur wenige
Destillerien feuern noch bis zum Abschluss des Vorgangs mit
Torf. Die meisten feuern wegen des Aromas zunächst mit Torf. Hat
die Gerste davon genug mitbekommen, wird das Feuer mit Koks oder
Briketts weiter gefeuert. Moderne Heißluftöfen darren die Gerste
in nur 24 Stunden, wobei die durchströmende Luft mit Torf
aromatisiert ist, so dass der typische Geschmack erhalten
bleibt. Viele Destillerien sind mittlerweile auch dazu
übergegangen, von spezialisierten Mälzereien das Malz zu kaufen.
Auf Islay sitzen die traditionsbewusstesten Destillerien.
Laphroaig z.B. nutzt nicht nur eigenes Wasser und Malz, sondern
sticht das Torf auch noch selbst.
Wenn die
Gerste getrocknet ist,
wird sie von den Sprösslingen befreit und gemahlen. Dieses
Mehl wird mit in den Maischebottich (mash tun) gegeben. Nach und
nach wird heißes Wasser hinzugegeben, das zunächst eine
Temperatur von 60° - 68° hat und nach und nach auf 80° erhitzt
wird. Dadurch wird der Wandlungsprozeß (Diastase) der Gerste in
Maltose und andere gärfähige Zucker wieder in Gang gesetzt. Das
Gemisch wird durch Rührrechen ständig vermengt und 3-4 mal
abgelassen. Die Würze (wort) des ersten und zweiten Abstichs
werden in Auffangbehälter (underback) geleitet und gelangen in
die Gärbehälter (wash backs). Der dritte und vierte Abstich
werden für die nächste Maische wieder verwendet.
Bevor die Maische in die Gärbehälter gelangt, wird sie auf
20°-27° abgekühlt, damit sich der Malzzucker nicht zersetzt und
die Hefe nicht zerstört wird. Die Gärbehälter haben ein
Fassungsvermögen von 4.500-60.000 Liter. Früher waren sie aus
Lärchen- oder Kiefernholz gefertigt, heute werden jedoch meist
Edelstahltanks verwendet. Um ein Überlaufen bei der Gärung zu
vermeiden, werden die Tanks nur zu 3/4 gefüllt, dann wird die
Hefe hinzugefügt. Durch diese wird der in der Maische enthaltene
Zucker in Alkohol gewandelt. Dabei wird Kohlendioxyd
freigesetzt, was zum Aufschäumen und blubbern der Flüssigkeit
führt. Dieser Fermentation genannte Prozess bedarf besonderer
Sorgfalt. Früher wurde die Flüssigkeit (wash) ständig von
Arbeitern ständig umgerührt werden, um eine zu große
Schaumbildung zu vermeiden. Heute ist dieser Vorgang
größtenteils automatisiert, trotzdem wird er immer noch von
einer Fachkraft ständig überwacht. 1 1/2 - 2 Tage dauert die
Umwandlung der Maltose in Dextrose, die durch die Hefe dann in
Alkohol und Kohlendioxyd verwandelt wird. Die durch die
Fermentierung entstehende Flüssigkeit enthält bereits rund 5%
Alkohol.
Die
Destillation
Jetzt wird die vergorene Würze destilliert. Hierbei wird sie zum
Sieden gebracht, der entstehende Dampf kühlt langsam ab und das
entstehende Kondensat ist eine reine, klare Flüssigkeit. In
Schottland wird der Wash zweimal hintereinander in zwei
unterschiedlich großen Kupferbrennblasen destilliert. In der
ersten (wash still) wird die verdampfende Würze durch einen
Schwanenhals in eine Spirale geleitet. Diese wird durch ständig
fließendem, kalten Wasser gekühlt, der kondensierte Dampf wird
in einen Behälter umgeleitet. Dieses Produkt wird low wines
genannt, ein Roh-Whisky. In der zweiten, wesentlich kleineren,
Brennblase (low wines still) wird der Roh-Whisky erneut
destilliert. Dabei durchläuft das Destillat einen in Messing
gefassten Glaskasten, den spirit safe. Dieser wird von der
Steuerbehörde verplombt und darf auch nur in Anwesenheit eines
Beamten wieder geöffnet werden. Der Brenner (still man) kann den
Fluss des Destillats mit einem Hebel steuern. Hydrometer zeigen
das spezifische Gewicht der Flüssigkeit an und er kann nach dem
zweiten Durchlauf Wasser hinzufügen.
Der
Brenner macht´s
Vom Können des Brenners hängt das Gelingen des Whisky ab. Er
entscheidet, ob die Flüssigkeit aus dem Spirit Safe in den
Spirit receiver fließen darf, oder zurück in den
Destillationsprozess der low wines muss, der Vor- und Nachlauf (foreshots
und feints) werden erneut destilliert, weil sie nicht rein genug
sind. Im Unterschied zu den Malt-Whisky werden die Grain-Whisky
in den Coffey-Brennapparaten destilliert, wobei kontinuierlich
destilliert werden kann. Nach Abschluss der Destillation kann
der Whisky in Fässern zum Reifen gelagert werden. Er hat noch
eine klare Farbe und einen Alkoholgehalt von 65-70%, dieser Satz
wird durch Zuführung von Quellwasser auf rund 60% gesenkt.
Der Reifeprozess im Fass
muss laut Gesetz mindestens 3 Jahre dauern, die meisten auf dem
Markt befindlichen Whisky reifen jedoch mindestens 5 Jahre. Die
Lagerung erfolgt in Holzfässern unterschiedlicher Größe. Dabei
gilt, dass je größer das Fass desto länger der Reifeprozess.
Traditionell wird Whisky in 500-Liter Eichenfässern, in denen
zuvor Sherry gelagert wurde. Dadurch erhält der Whisky seine
gold-gelbe Farbe und ein gewisses Aroma. Da die vorhandenen
Fässer mittlerweile nicht mehr für den schottischen Markt
reichen, werden aus den Dauben later Sherryfässer neue Fässer
gebaut und es kommen amerikanische Bourbon-Fässer zum Einsatz,
da in den USA Fässer nur einmal verwendet werden dürfen.
Verschiedene schottische Destillerien sind sogar dazu
übergegangen Sherry-Fässer herzustellen, um diese dann später
zurück zu erhalten. Muss man in der Not auf ganz neue Fässer
zurückgreifen, werden diese mit dem Sherry-Traubensaft
ausgekocht. Während des Reifeprozesses verdunstet ein Teil des
Alkohols (angel's share). Da dieser Vorgang bei kleineren
Fässern stärker zum Tragen kommt, gleicht das den Nachteil durch
die längere Lagerdauer bei großen Fässern wieder aus. Je länger
ein Whisky gereift ist, desto besser wird er. Allerdings bemerkt
man nach einer Lagerung von mehr als 15 Jahren im Fass einen
Fassgeschmack. Ist der Reifeprozess abgeschlossen, wird der
Whisky, bevor er auf den Markt kommt, noch mal mit Quellwasser
auf den staatlich verordneten Alkoholgehalt verdünnt.
Nur 5% des in schottischen Destillerien hergestellten Whisky
kommt als Single Malt auf den Markt, der Rest wird verschnitten.
Bei der Mischung von verschiedenen Malt-Whisky spricht man von
Vatted Malts (vat = Trog, Behälter), werden Malt- und
Grain-Whisky verschnitten spricht man von Blended Whisky.
>>> Whisky - die Geschichte >>>
Quelle:
www.schottlandgeschichte.de
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