Der Weg zum
besseren Wein-Verständnis der Mitarbeiter
Überlegungen,
um Verkauf und Qualität angebotener Weine zu heben
Ihr Winzer
ist sicher bereit eine Flasche mehr, als Sie bestellt haben, zu
liefern. Setzen Sie an einem Nachmittag eine Weinprobe an und
lassen Sie jedem Ihrer Kellner das probieren, was er dann dem Gast
zu empfehlen hat. Wer weiß wie dieser oder jener Wein schmeckt
kann auch kompetenter darüber sprechen. Außerdem klingt es gut,
wenn der Servicemitarbeiter sagt, dass er den Wein selbst kennt
und begeistert war vom Körper, der runden Säure oder der
geballten Frucht. Und wenn Sie kein ausgebildeter Weinspezialist
sind, dann laden Sie einen Ihrer Winzer ein um seine Weine Ihrem
Personal zu präsentieren.
Ihre Mitarbeiter sollten Wein nach Farbe, Geruch, Geschmack und
Abgang beurteilen können.
Speisen und Wein
Schulen Sie Ihr Servicepersonal den Gast richtig zu beraten.
Die Faustregel: lichtes Fleisch - weißer Wein und dunkles Fleisch
- roter Wein ist zu wenig. Gut wäre es, die Mitarbeiter, bevor
sie ihre erste Bestellung aufnehmen, auf die Speisen und die dazu
passenden Weine einzustimmen.
Ist es Ihnen auch schon passiert, dass der Kellner Sie wie einen
Menschen aus dem All angesehen hat, wie Sie zu einem pochierten
Seezungenfilet einen gekühlten Pinot Noir bestellt haben?
Vermeiden Sie das bei Ihrem Personal, der Gast ist König und darf
nicht schief angesehen werden wenn er etwas Ausgefallenes bestellt
oder zu kennen gibt, dass er kein gastronomisch kompetenter Mensch
ist.
Weinservice
Wenn ein Gast eine Flasche Wein bestellt hat, dann ist es
Standard, dass ihm der Wein erst ungeöffnet präsentiert wird.
Wenn er einverstanden ist, wird die Flasche bei Tisch geöffnet.
Dazu sollte man
seine Kellner so lange trainieren bis sie die Kapsel in einer
Handbewegung entfernen können und den Korken flüssig und ruhig
aus der Flasche ziehen. Dieser sollte dann dem Gast auf einem
kleinen Teller gereicht werden und erst wenn er daran geschnuppert
hat, und damit einverstanden ist, wird ein kleiner Schluck
eingeschenkt. Wenn es mehrere Gäste an einem Tisch gibt und man
nicht genau weiß welcher am Ende des Mahles bezahlen wird, kann
man fragen, wer den Wein verkosten möchte.
Sorgen Sie dafür dass der Wein etwas kälter gelagert wird als er
serviert werden sollte, wärmer wird er gleich nach dem
Einschenken. Bedenken Sie, dass die üblichen Kühler ohne Eis den
Wein nur auf der Temperatur halten auf der er ist, aber nicht kühlen!
Weißwein erst im Kühler mit Wasser und Eiswürfel zu kühlen ist
für jeden Weinkenner ein Horror, Wein muss sich erst einmal
beruhigen nach einem Temperaturschock.
Eine gute Serviceleistung für den Gast ist das präsentieren der
eigentlichen Weinflasche bei Ausschank pro Glas. Es ist zwar ein
zusätzlicher Aufwand, aber zurück zur Schank geht der Kellner
sowieso und der Gast wird es schätzen, das Etikett bewundern zu können.
Überlegen Sie, ob Sie es dem Gast nicht ermöglichen sollten eine
Flasche Wein zu bestellen und nur die Menge zu trinken die er
will. Den Rest können Sie nachher zur glasweisen Ausschank
verwenden und den Verbrauch kann man mit einem Maßband messen -
so von Wein pro Zentimeter 30 Cent!
Weinfehler
Wer kennt nicht die unglücklichen Situationen im Restaurant,
wenn ein Gast die Qualität eines Weines reklamiert, der Kellner
nicht ausreichend geschult ist und der Kunde im Prinzip wenig über
Wein weiß. Gut wäre in einem derartigem Fall zwischen einem
Weinfehler und einem Wein der dem Gast nicht schmeckt zu
unterscheiden. In beiden Fällen werden wir ihm helfen. Wenn der
Wein stoppelt oder einen anderen Fehler aufweist wird er ohne große
Diskussion ausgetauscht. Wenn der Gast versehentlich einen weißen
Barrique-Wein bestellt hat und ihn nicht mag, werden wir ihn
beraten, einen anderen empfehlen und versuchen, die angebrochene
Flasche glasweise zu verkaufen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit
Ihre unerfahrenen Kellner von einem mangelhaften Wein kosten zu
lassen um zu wissen, wie er nicht schmecken sollte.
Weinlagerung
Das kostbare Gut "Wein" sollte nicht irgendwo für den
Verkauf gelagert werden sondern generell in einem dunklen, kühlen
und nicht zu trockenem Keller. Danach wird er im Weinkühlschrank,
der etwas kälter eingestellt ist als man ihn daheim einstellen würde,
für das Service vorbereitet. Weiß- als auch Rotwein sollte etwas
kälter gelagert werden wenn man den Wein nicht schnell reifen
lassen will, während man den Reifeprozess durch wärmere Lagerung
beschleunigt. Tödlich für das edle Getränk sind stark
differierende Temperaturen, 6° während der Nachtzeit und 16° während
des Tages machen Wein in wenigen Monaten alt. Vorsicht auch bei
fremden Gerüchen im Lagerraum, die vom Wein, der durch den Korken
atmet, aufgenommen werden können.
Falls Sie selbst Rotweine zur Reifung in einem echten Keller
lagern, sollten Sie die Etiketten mit durchsichtiger Folie
abdecken. Es sieht zwar schön aus, wenn die Etiketten mit einem
zarten Kellerschimmel überzogen sind, lesen kann man dann aber
nicht mehr ob der Wein trocken oder lieblich ist und wie viel
Vol.-% Alkohol er hat.
Nicht nur die Speisekarte auch die Weinkarte ist eine Visitenkarte
Ihres Betriebes.
GEWUSST WIE:
Tipps um Weinkompetenz zu beweisen
- Ihre Kellner müssen
mit dem Weinangebot in jeder Hinsicht vertraut sein.
- Wein lieber
etwas zu kalt als zu warm servieren.
- Eine Flasche,
die vom Gast als fehlerhaft kritisiert wird, wird selbstverständlich
ausgetauscht.
- Weine bei
konstanter Temperatur ohne Einflüsse von außen lagern.
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