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Auf
alle Sinne achten
Teil 2
Fühlen
Die Oberflächen der Einrichtung, Wände, Vorhänge,
Tischplatten, Böden vermitteln auch bei flüchtiger Berührung
sofort ein angenehmes oder eben unangenehmes Gefühl. Eine
kalte, nackte Wand ruft ganz andere Emotionen hervor, als zum
Beispiel ein wohlig warmer Kachelofen mit glatter Oberfläche.
Ein weicher, bequemer Stuhl lässt den Gast das Verweilen ganz
anders empfinden, als eine harte Bierbank. Der Gast „fühlt“
sich wohl!
Riechen
In Sekundenbruchteilen entscheidet der Gast ob er den
vorherrschenden Geruch als angenehm oder unangenehm empfindet.
Mit Gerüchen verbinden wir sehr oft Erinnerungen und damit auch
Gefühle. Über seine Nase gelangen wir direkt in das
Gefühlszentrum unseres Gastes. Findige Bäcker haben dies
bereits vor Jahren entdeckt und den Lüftungsausgang der
Backstube direkt vor das Geschäft platziert. Vorbeigehende
Passanten steigerten aufgrund des verführerischen Duftes von
frischem Gebäck sprungartig den Umsatz.
Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee, warmen Gebäck und gerade
eben gepressten Orangensaft erhöht deutlich den Appetit auf ein
umfassendes Frühstück. Frisch geschnittene Blumen, dezentes
Raumdeo ergänzen diesen positiven Eindruck. Andererseits kann
ein aufdringliches Eau de Cologne, penetranter Körpergeruch,
ranziges Fett, verdorbene Lebensmittel oder eine „chemische
Keule“ (Stichwort: Toilette) das Wohlbefinden des Gastes
empfindlich stören. Bei Düften gilt grundsätzlich, weniger
ist mehr.
Schmecken
Sogenannte Gourmettempel setzen in erster Linie auf die
anspruchsvollen Kreationen ihrer Küche. Der Genuss am Gaumen
rundet allerdings die Sinneswelt des Gastes nur noch ab. Wenn
die anderen Empfindungen gestört sind, wird auch der größte
Gaumengenuss den Gast nicht zum Wiederkommen bewegen. Solange
die vorherigen Sinne des Gastes positiv stimuliert wurden, wird
auch mal eine Panne aus der Küche verziehen. Sind die übrigen
Sinne negativ gereizt worden, nützt auch die beste Küche
nichts mehr. Der Gast ist verloren.
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