
Sous - Vide
In der Schweiz
ist das Garen im Vakuum gang und gäbe, in Österreich wird es oft
fälschlicherweise als "Beutelessen" verachtet:
Sous-Vide
Ich habe
selbst in meinem letzten Betrieb reichlich Erfahrungen mit
Sous-Vide gemacht. Meine persönliche Einschätzung ist, dass es
eine Menge Vorteile mit sich bringt. Der Hauptvorteil war der,
dass wir einen kreativen Koch hatten, der die Gerichte
zubereitete und es auch dem Lehrling oder der Küchenhilfe möglich
war innerhalb weniger Minuten eine erstklassige Qualität auf den
Teller zu bringen. Die weiteren Vorteile von Sous-Vide sehen Sie
hier.
Kurt H. Steindl
Herstellung
Damit ein
qualitativ hochstehendes Produkt hergestellt werden kann muss
folgendes Ablaufschema unbedingt eingehalten werden. Zusätzlich müssen
die Hygienevorschriften strikt eingehalten werden.
Klicken
Sie auf die Grafik um die einzelnen Punkte anzusehen.
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Herstellung
Bitte beachten Sie dass Vakuumgaren nicht die Qualität
zweitklassiger Lebensmittel aufbessern kann. Nur bestes
Ausgangsmaterial kann zu befriedigenden Ergebnissen führen.
Fleisch
Fleisch ist
in der Regel der teuerste Bestandteil des Fertiggerichtes. Deshalb
muss auf die sorgfaltige Bearbeitung des Fleisches allerhöchste
Priorität gelegt werden. Das langsame Garen unter “Vakuum”
bewirkt, dass gegenüberherkömmlichen, Fleischkochmethoden
wesentlich weniger Fleischsaft austritt, wodurch eine höhere
Portionsausbeute erzielt wird, und das Fleisch wesentlich saftiger
und zarter bleibt.
Fisch und
Krustentiere
Die
Verarbeitung von Meerestieren sollte grundsätzlich nur dann
vorgenommen werden, wenn nachweislich frisches und erstklassiges
Material zur Verfügung steht. Es empfiehlt sich, Meerestiere bis
höchstens 5 Tagen zu lagern. Wenn bezüglich der Frische und der
Qualität der zur Verfügung stehenden Produkte Zweifel aufkommen,
so ist bei diesen Rohprodukten die Sous - Vide Kochmethode nicht
anzuwenden.
Gemüse
Grundsätzlich
sind alle Gemüsearten für diese Methode geeignet. Die Anwendung
führt hier insbesondere zur Erhaltung der Vitamine und
Mineralien, so dass vakuumgegartes Gemüse einen deutlich höheren
Nähwert hat als Gemüse, das nach der konventionellen Kochmethode
zubereitet wurde.
Gemüse, die einen hohen Eigengeschmack haben, 2. B. Kohlrabi,
sollten vor dem Vakuumgaren blanchiert und gekühlt werden, da
durch das Vakuumgaren der Eigengeschmack deutlich verstärkt wird
und dieses bei verschiedenen Gemüse gegebenenfalls zu einein “Übergeschmack”
führen kann.
Die meisten Gemüsearten haben einen hohen Wassergehalt, sie benötigen
keine Zugabe von Flüssigkeit. Gewürze wie Salz, Zucker, Butter
usw. sollten jeweils nur zur Hälfte der normalerweise benötigten
Menge hinzugegeben werden.
Früchte und Gemüse
Alle Früchte
eignen sich für das Garen unter Vakuum. Vitamine und Mineralien
werden nicht zerstört oder ausgeschwemmt wie bei traditionellen
Garmethoden. Die Zugabe von Flüssigkeit entfällt. Jedoch kann
eine Würzung mit Alkohol oder diversen Essenzen erfolgen.
Ansonsten werden Früchte nicht gewürzt.
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Vorbereitung
Die
eigentliche Vorbereitung der Rohprodukte wie reinigen, schneiden,
würzen, ausgarnieren, anbraten usw. erfolgt wie in der
traditionellen Küche. Ein wesentlicher Vorteil des Sous - Vide
-Verfahrens bei den Vorbereitungsarbeiten ist, dass diese in der
“ruhigen Zeit” ausgeführt werden können, wodurch die
Produktivität in den Produktionsbereichen massiv erhöht werden
kann.
Sauberkeit
PEINLICHE SAUBERKEIT IST DAS OBERSTE GEBOT! Die
strikte Einhaltung der hygienischen Voraussetzungen bei der
Verarbeitung der Rohmaterialien ist der Schlüssel zum Erfolg.
Nach jedem Arbeitsgang den Arbeitsplatz, die Geräte und möglichst
auch die Kleidung auf das Peinlichste säubern!
Keime sind überall in der Natur und deshalb auch auf den
Lebensmitteln vorhanden. Diese Tatsache alleine bedeutet noch
keine große Gefahr für unsere Ernährung, da geringe Mengen von
Mikroorganismen vom menschlichen Organismus toleriert werden. Für
manche Prozesse, z.B. Gärung, werden sogar Mikroorganismen
gezielt zugegeben.
Eine große Bedrohung kann jedoch von bestimmten Mikroben
ausgehen, wenn sie eine kritische Menge im Lebensmittel überschritten
haben. Die besten Keimüberträger sind unsere Hände, mit denen
wir Keime auf die Lebensmittel übertragen.
Schulung und Kontrolle des Personal und der Produktionsmittel müssen
laufend durchgeführt werden.
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Verpacken und Vakuumieren |
Befüllen der
Vakuumbeutel
Die
vorbereiteten Speisen werden in die Beutel gefüllt, wobei ein
Beschmieren der Siegelzone mit Fleischsaft, Fett usw. vermieden
werden muss. Heute kann der Anwender seine Beutel aus einem
umfangreichen Angebot auswählen. Allerdings zahlt es sich nicht
aus, Billigprodukte zu verwenden.
Beim abfüllen kommt es außerdem darauf an, dass der Beutel sich
möglichst eng an das Produkt anlegt, ohne es zu zerdrücken. Je
weicher das Baumaterial ist, desto weniger Sauerstoff verbleibt in
der Packung. Also haben die Verderbnisverursacher weniger
Wachstumschancen.
Spezialbeutel für
ganze Fleischstücke
Hier kommt
es darauf an, dass der Beutel durch die Wärmebehandlung ganz eng
an das Produkt herangeschrumpft wird und es so wie mit einer
zweiten Haut umgibt. Der Fleischsaft, der aus dem Produkt
austreten will, muss gegen den Wiederstand des Beutel arbeiten, da
er zusätzlichen Raum benötigt.
Das Ergebnis:
Es bleibt mehr Fleischsaft in dem Produkt, es bleibt saftiger.
Die hohen Sperreigenschaften des Beutel erlauben eine längere
Lagerung, ohne das gekochtes Produkt auspacken zu müssen.
Vakuumieren
In der
Vakuummaschine wird den gefüllten Beutel praktisch die gesamte
Luft entzogen. Aerobe Keime und Bakterien haben durch fehlenden
Sauerstoff keine Überlebensgrundlage, Oxydationsprozesse an der
Lebensmitteloberfläche werden unterbunden. Die
Doppelnaht—Trennung bietet Sicherheit aus zweifacher Sicht. Sie
verschließt den Beutel zuverlässig und verhindert Keimzutritt;
gleichzeitig werden Produktreste, die beim Befüllen den
Beutelhals verunreinigt haben, beim Abtrennen desselben
automatisch entfernt. Geruchs—und Schimmelbildung kann nicht
entstehen. Packungen und Kühlraum bleiben sauber.
Druckempfindliche
Produkte
Bei der
Vakuumierung von Fischen empfiehlt sich nach dem Absaugen der Luft
eine leichte Ruckbegasung mit Stickstoff zum Druckausgleich, damit
der Fisch nicht deformiert wird. Die Vakuumkammer muss in der Lage
sein Produkte sanft zu belüften. So verhindert man auch die Beschädigung
des Beutels durch spitze Knochen.
Haltbarkeit und
Sicherheit
Zur Verlängerung
der Haltbarkeit tragen mehrere Faktoren bei. Durch das Vakuum wird
der Luftsauerstoff entzogen und so das Bakterienwachstum
reduziert. Beim Garen im Beutel wird das Produkt unter
Luftausschuss pasteurisiert, d.h. Bakterien und Keime, die zum
Verderb eines Lebensmittels führen, werden weitgehend abgetötet.
Zur Sicherheit gehört
auch die einfache Handhabung der Maschine. Nach dem Einschalten
der Maschine und dem Einstellen der Vakuumhöhe sowie der
Siegelzeit wird der Gefüllte Beutel in die Maschine eingelegt.
Nach dem Schließen des Deckels läuft der gesamte Vorgang —
Vakuumieren, wenn erforderlich Ruckbegasen, Versiegeln, ev. sanfte
Belüftung der Kammer. öffnen des Deckels automatisch ab.
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Garzeiten
Die
Garzeiten für Fleisch, Fisch und Geflügel sind wesentlich länger
als beim konventionellen Kochen, und sie schwanken je nach Qualität,
Gewicht, Volumen, Durchmesser usw. Fast alle Gerichte benötigen
doppelt so lange Garzeiten wie beim konventionellen Kochen. Die
Garzeit und die Gartemperatur spielen eine wichtige Rolle für den
Erfolg des Endproduktes, nicht unbedingt in Bezug auf Zartheit,
sondern um ein mikrobiologisch sicheres Produkt zu erhalten.
Die Garzeiten von Gemüse, Kartoffeln und Früchten sind im
Vergleich zum konventionellen Kochen gleich lang oder leicht länger.
Gartemperaturen
Die meisten
Fleisch und Fischprodukte gelingen am besten wenn sie bei einer
Temperatur zwischen 72 Grad C und 80 Grad C gegart werden. Die
Gartemperatur für Schalentiere hängt von der Grösse den
Produkte ab, zum Beispiel bei Muscheln, Hummer und Krabben beträgt
die Temperatur 70 Grad C.
Die meisten Gemüsearten und Früchten sollten bei den höchstmöglichen
Temperaturen (Ca. 98 Grad C ) gegart werden.
Die Garzeiten und Temperaturen, insbesondere für Fleisch und
Fisch, müssen exakt reguliert werden, um eine ausreichende,
Kerntemperatur im Produkt zu erreichen und somit das
Nahrungsmittel mikrobiologisch sicher zu machen.
Kerntemperaturen
Von enormer
Wichtigkeit ist das Erreichen entsprechender Kerntemperaturen und,
dass diese bei einer ausreichende Zeit aufrecht erhalten werden,
um alle verderbniserregenden Bakterien abzutöten, und damit ein
mikrobiologisch unbedenkliches Produkt herzustellen. Der sicherste
Weg, die richtige Kerntemperatur zu erreichen, wird durch das
Einstechen einer speziellen Temperatursonde in den Kern eines
Kontrollpunktes (Referenzprobe) einer Beschickung erzielt.
Den allmähliche Temperaturanstieg im Produktkern wird an einem
Handthermometer digital angezeigt.
Das Garen von Nahrungsmittel ohne Ablesen und Kontrollieren der
Kerntemperatur ist Risikoreich und gefährlich und kann zu einer
Herstellung von “unsicheren” Lebensmittel führen.
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Die rasche
Abkühlung der Speisen auf die niedrige Lagertemperatur erfordert
größte Aufmerksamkeit.
Jeder Betrieb, der mit der Sous-Vide Methode Speisen garen will,
muss sich dieser Tatsache bewusst sein.
In der Praxis heißt das, je schneller der kritische
Temperaturbereich durchlaufen werden kann, desto geringer ist die
Gefahr der Beeinträchtigung des Produktes durch Verderbniserreger
in den Produkten bei der anschließenden Lagerung. Als Faustregel
für die Abkühlzeit beim Vakuumgaren gilt:
ABKÜHLEN AUF 10 Grad C
KERNTEMPERATUR IN 90 Mm. WEITERES ABKÜHLEN VON 100 C AUF 3~ C
INNERHALB WEITERER 2 STUNDEN.
Für das rasche Abkühlen der Speisen empfehlt sich einen
Schockkühler, bei dem durch hohe Luftumwälzung die Wärme des
Gargutes mittels eines Kühlaggregates entzogen wird oder einen
Wasserkühler, bei dem eine Eiswasser - Mischung unter 0 Grad c
ständig in Bewegung gehalten wird, um so die Beutel rasch
abzukühlen.
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Allgemein
Die rasch
gekühlten Beutel werden nun im Kühlraum gelagert. Dabei ist
jedoch zu beachten, dass Vakuumprodukte ihre Qualität über einen
längeren Zeitraum nur behalten, wenn die Kühltemperaturen exakt
eingehalten werden, In der Praxis heisst dies, dass ein
ordentliches, sicheres und systematisches Lagern erforderlich ist
Lagertemperatur
/ Lagerdauer
Das
Einhalten den Lagertemperatur von zwischen 0 Grad C und 3 Grad C
ist ein muss! Jede höhere Kühlraumtemperatur hat gravierenden
Einfluss auf auf die Haltbarkeit der Produkte.
Die Lagerdauer ist produktabhängig und kann zwischen 5 Tagen und
3 Wochen liegen. Um die nichtige Lagendauer zu ermitteln und die nötige
Produkt-Sicherheit zu erlangen, ist es dringend notwendig, Muster
aus neuentwickelten Rezepten mikrobiologisch untersuchen zu
lassen, bevor mit der kommerziellen Produktion begonnen wind. Auch
wenn eine längere Haltbarkeit verlangt wird, sollten gelagerte
Muster nach 7, 14 und 21 Tagen untersucht werden.
Materialfluss
Bei der
Verwendung der einzelnen Produkte ist es von Vorteil, wenn man
konsequent die “First IN / First OUT” Methode anwendet, d.h.
diejenigen Beutel eines Produktes mit dem ältesten
Herstellungsdatum werden zuerst konsumiert.
Um dies
sicherzustellen, müssen alle Produkte für die Lagerung einzeln
mit den folgenden Informationen gekennzeichnet wenden:
Name des Gerichtes mit
Zutatenliste
Herstellungsdatum:
Tag. Monat, Jahr
Mindesthaltbarkeit:
Tag, Monat; Jahr
Anleitung zum
Regenerieren
Herstellername
Ebenso
wie beim garen und Abkühlen müssen während der Lagerung und
Distribution des Produktes Zeit und Temperaturberichte geführt
werden.
PRODUKTE, DEREN
HALTBARKEITSDATUM ABGELAUFEN IST, DÜRFEN NICHT MEHR REGENERIERT
UND VERZEHRT WERDEN.
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung von
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