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Strategie-Umsetzung: Schlecht geplant und halbherzig umgesetzt
Wenn Unternehmen
Budgets planen und Ressourcen zur Verfügung stellen, dann wollen
sie damit ihre Strategien und Ziele zum Leben erwecken. Aber 40
Prozent des Potenzials werden trotzdem nicht genutzt. Die
Unternehmensberater Michael C. Mankins und Richard Steele haben
nach Gründen gesucht - und nennen die wichtigsten in Ihrem
Beitrag für die Harvard Business Review (7/2005). Danach bleiben
Strategien stecken, weil:
- es an
den notwendigen Mitteln und Geldern fehlt,
- die
Strategie den Mitarbeitern schlecht kommuniziert wurde,
- die
notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung nicht richtig
herausgearbeitet wurden,
- es
nicht klar ersichtlich ist, wer die Verantwortung für die
Umsetzung trägt,
- die
Unternehmenskultur und Abteilungsbarrieren die Umsetzung
blockieren,
- die
Umsetzung zu wenig kontrolliert wird,
-
Erfolge nicht angemessen honoriert werden, Misserfolge keine
Konsequenzen nach sich ziehen,
- die
Unterstützung durch die Führungskräfte fehlt.
Manche Manager
sind deshalb sehr frustriert. Oft zweifeln sie an der Strategie.
War sie richtig? Denn die Gründe zeigen, dass bei der Umsetzung
eine Gemengelage von Ursachen wirksam sein kann, die Manager nur
schwer entwirren können. Da wird dann schon schneller mal eine
neue Strategie formuliert.
Mankins und
Steele heben besonders hervor, dass viele Umsetzungspläne in den
197 Unternehmen, die sie untersucht haben, auf unrealistischen
Annahmen gründen und dann auch nie angepasst werden. Außerdem
gibt es keine Verbindung zwischen Strategie-Planung und
Zuweisung von Budgets.
Wie es sich für
Berater gehört, leiten sie aus ihren Erfahrungen sieben Regeln
ab, die helfen sollen, die "Strategie-Umsetzungs-Lücke" zu
schließen:
- Die
Strategie sollte möglichst einfach, klar, verständlich und
sehr konkret formuliert sein. Letztlich muss sie ja jeder
Mitarbeiter verstehen, um an der Umsetzung mitwirken zu
können.
- Bei
der Planung sollte man weniger Zeit für die Vorausschau und
Abschätzung von Kennzahlen (erwarteter Umsatz, Gewinn etc.)
verwenden, dafür mehr für die Diskussion der Annahmen, die
solchen Zahlen zugrunde liegen.
-
Zwischen der Geschäftsleitung und den verantwortlichen
Abteilungsleitern soll eine klare und verbindliche Sprache
gesprochen werden, die sich auf eindeutige, eng gezogene und
messbare Spielregeln bezieht. Das heißt, es werden
Kennzahlen entwickelt, die über die Güte der Pläne und der
Umsetzung informieren und die regelmäßig und offen
diskutiert werden.
-
Budgets und die Zuteilung von Ressourcen müssen möglichst
früh diskutiert und geplant werden. Danach muss ständig
überprüft werden, ob sie noch angemessen sind und wie sie
ggf. angepasst werden können.
- Das
Management muss Prioritäten vorgeben und deutlich machen.
Nicht alle Maßnahmen können immer mit der gleichen Energie
vorangetrieben werden. Deshalb muss klar sein, was im
Zweifelsfall Vorrang hat.
- Die
Leistung zur Umsetzung von Strategien muss ständig überwacht
werden. Dabei sollten Fehler im Plan und Schwächen in der
Umsetzung klar voneinander getrennt werden.
-
Mitarbeiter, die sich bei der Umsetzung von Maßnahmen
besonders hervortun, sollten entsprechend gefördert und
belohnt werden.
Im Dickicht der
Unternehmensorganisation, schlechter Pläne und mangelhafter
Leistung können solche Regeln ein paar Schneisen schlagen. Und
auch hier gilt: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Quelle:
www.business-wissen.de
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