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Die
Einarbeitung von Saisonkräften
Ein Artikel von Helmut
Kammerer, Unternehmensberater aus Marburg, Deutschland
Die
Saison läuft an und fast jeder Gastronom arbeitet mit Aushilfskräften
und kennt die damit verbundenen Probleme: Ärger, Reibungen, und
nichts läuft so, wie man es sich vorstellt. Dabei ließe sich
manche Schwierigkeit vermeiden, wenn man sich einmal grundsätzlich
überlegt, was die Aushilfskräfte alles wissen, kennen und
erfahren müssen, damit sie überhaupt die Chance haben, ihre
Arbeit ordnungsgemäß zu verrichten. Bei diesen Überlegungen
wird mancher feststellen, dass er seine eigenen Betriebsabläufe
gar nicht so gut kennt bzw. so exakt beschreiben kann, wie es wünschenswert
wäre. Arbeitsvorgänge laufen in einem gewohnten Trott ab, ohne
irgendwo beschrieben zu sein. Für den Betreiber erscheint alles
so selbstverständlich, dass er zunächst gar keine Notwendigkeit
sieht, Abläufe festzulegen. Wenn es dann gilt Aushilfen
einzuweisen, stellt man allerdings schnell fest, dass es nicht
ausreicht, wenn nur der Chef weiß, wie der Laden funktioniert.
Deshalb
möchte ich den Interessierten eine kleine Checkliste an die Hand
geben, welche wichtige Punkte aufführt, die neuen Mitarbeitern
vermittelt werden sollten, ehe diese ihren Dienst antreten:
| Service-Regeln
des Betriebes
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Wie wird der
Gast begrüßt?
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Wird dem
Gast die Garderobe abgenommen?
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Ist ein
Tischkerze anzuzünden?
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Wird dem
Gast grundsätzlich ein Aperitif angeboten?
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Wenn ja, wie
geschieht das?
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Erhält der
Gast nach der Speisenbestellung einen kleinen Happen
vorneweg?
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Ist beim
Gast das sogenannte "Zwei-Minuten-Feedback"
einzuholen? (wenn ja, dann sollte besser gefragt werden:
"Ist alles so, wie Sie es sich vorgestellt
haben" statt dem floskelhaften "Schmeckt's?",
weil der Gast so eine echte Chance hat, seine Anliegen
anzubringen.)
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Wird grundsätzlich
ein Dessert angeboten?
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In welcher
Form geschieht dies?
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Wird grundsätzlich
ein Digestif bzw. ein Kaffee angeboten?
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Welche
Zahlungsmittel werden akzeptiert?
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Wie ist mit
Reklamationen zu verfahren?
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Wird mit Gästebefragungskärtchen
gearbeitet?
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Wie ist der
Gast zu verabschieden?
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Vielleicht
gibt es in Ihrem Betrieb noch weitere wichtige Punkte, um
die Sie diese Auflistung dann individuell ergänzen müssen.
Beantworten Sie diese Fragen möglichst schriftlich!
Schließlich wollen Sie dieses Know-How weitergeben.
| Produktkenntnis
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Welche
Produkte stehen auf der Speisekarte?
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Wie und mit
welchen Zutaten sind sie zubereitet?
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Gibt es
besondere Hausspezialitäten?
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Gibt es
regionale Spezialitäten?
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Gibt es für
bestimmte Gerichte Weinempfehlungen?
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Gibt es
besondere Angebote (Speisen und Unterhaltung) für Kinder?
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Gibt es
kleinere Portionen für Senioren?
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Auch hier
sollten Sie alle Antworten schriftlich niederlegen!
| Organisation
und Arbeitstechnik
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Wie sind im
Betrieb die Zuständigkeiten verteilt?
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Wo finde ich
was?
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Gibt es eine
Reviereinteilung für den Service?
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Welche
Arbeiten müssen revierübergreifend erledigt werden?
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Wie ist die
Arbeitszeit eingeteilt?
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Wer erstellt
die Dienstpläne?
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Gibt es eine
Regelung bzgl. der Trinkgelder?
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Gibt es
Regeln für den Umgang für das Personal untereinander?
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Gibt es
Arbeiten, die von der Servicekräften in Zeiten mit
geringem Gästeaufkommen zu erledigen sind?
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Wie meldet
man sich am Telefon?
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Wie verfährt
man mit Reservierungen?
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Gibt es
spezielle Umgangsregeln bzgl. der Stamm(tisch)gäste?
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Wie ist der
Umgang mit dem Kassensystem?
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Wie ist die
Schankanlage zu bedienen? |
Es
kann sein, dass Positionen fehlen, die für Ihren Betrieb wichtig
und spezifisch sind; diese Punkte sind selbstverständlich dieser
Liste hinzuzufügen. Beantworten Sie auch diese Fragen
schriftlich.
Schließlich
sollten Sie alle Fragen und die dazugehörigen Antworten in einem
Ordner abheften. Auf diese Weise erhalten Sie eine feste
Beschreibung der "Spielregeln" in Ihrem Betrieb, und im
Zweifelsfall kann jeder nachlesen, was Sache ist.
Aus
der Praxis weiß ich, dass es vielen nicht leicht fällt, eine
solche Arbeit alleine zu bewerkstelligen, weil diese Art des
Vorgehens für manchen einfach ungewohnt ist. Auch darf das
Problem der Betriebsblindheit nicht unterschätzt werden. Es ist
daher kein Schaden, sich professioneller Unterstützung zu
bedienen. So kann diese Aufgabe nicht nur besser und umfassender,
sondern obendrein schneller erledigt werden, als das für Sie
alleine möglich wäre.
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