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"Schnell und bequem zugleich" heißt in Zukunft die Devise

QUICK CASUAL / Dieser Restaurant-Typ ist in den USA längst weit verbreitet: Essen am Counter holen, bezahlen - und in gehobener Atmosphäre speisen.

"Tibits" im Zürcher Seefeld. Das vegetarische Restaurant setzt auf frische Produkte, sorgfältige Präsentation der Gerichte und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Na ja, nichts Neues, ist man versucht zu sagen. Doch die Einrichtung stammt vom Stardesigner. Speisen und Getränke jedoch müssen am Counter, wie in einem Fast-Food-Betrieb, abgeholt und sofort bezahlt werden. Die Amerikaner haben für diesen Typ Restaurant längst einen Fachausdruck kreiert: Quick Casual.

Unter den verschiedenen Restaurant-Typen hat dieses Modell gemäss Dennis Lombardi von der US-amerikanischen Beratungsfirma Technomic besondere Zukunftschancen. In den Vereinigten Staaten sind bereits über 5000 Restaurants diesem Betriebstyp zuzuordnen. Geschätzter jährlicher Umsatz: über 4,5 Milliarden Dollar.

GEHOBENE, GEPFLEGTE ATMOSPHÄRE
Die beiden wichtigsten Merkmale eines Quick-Casual-Betriebes lassen sich wie folgt beschreiben: Man holt sich schnell ("quick") das Essen wie oben beschrieben. Und jetzt möchte man "casual" speisen: Möglichst auf bequemen Sesseln, in großzügigen Platzverhältnissen, in ruhiger, gehobener und gepflegter Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Die Menus und Menükomponenten heben sich in mehrfacher Hinsicht vom Fast-Food-Standard ab: Typisch sind Gourmet-Sandwiches und Bagels (jüdische Kringel), mexikanische Spezialitäten wie Burritos oder auch riesige Burgers in vielen Variationen sowie Geflügel-Teile, etwa Chicken-Wings - alles möglichst frisch. Die Portionen sind durchwegs als reichlich zu bezeichnen; in der Regel werden in den US-amerikanischen Betrieben auch alkoholische Getränke ausgeschenkt. Als Kundschaft anvisiert werden berufstätige Erwachsene; Männer stellen einen leicht höheren Anteil der Kundschaft als weibliche Gäste. Oft wollen sich Quick Casuals von typischen Familienrestaurants mit lärmenden Kindern deutlich abgrenzen.
Auf den wirksamen Auftritt, auf ein starkes Branding und ein professionelles Restaurant-Design wird in den meisten Betrieben großen Wert gelegt.

"CHIPOTLE" UND "PANERA BREAD"
Wachstumschancen trauen Fachleute besonders Restaurants des Typs "Chipotle" und "Panera Bread" zu. Die von McDonald's aufgekaufte und durch ein gestyltes Interieur aufgepeppte "Chipotle"-Kette mit rund 140 Einheiten und einem Durchschnittsumsatz pro Betrieb von einer Million US-Dollar zieht das Interesse von Kunden und Fachwelt zugleich auf sich. Im Angebot sind vorwiegend nach mexikanischem Rezept hergestellte Burritos und Tacos.

Die bereits über 300 Outlets zählende "Panera-Bread-Kette": Eckpfeiler des Erfolgs ist frisch gebackenes Sauerteig-Brot. Daraus werden Sandwiches in vielen Variationen angeboten. Suppen serviert "Panera Bread" beispielsweise auf originelle Weise - in ausgehöhlten Broten. Das Sortiment umfasst über ein Dutzend Sorten weitere Brötchen, Bagels, Croissants, Muffins, Pátisserie.

"SCHLOTZSKY'S DELI" IST LEADER
Gegen 750 Einheiten zählt Liga-Spitzenreiter "Schlotzsky's Deli" bereits, nach eigenen Angaben die "beste Sandwiches-Restaurant-Kette der USA". Die Jahresumsätze pro Einheit schätzt Technomics bei den größeren "Schlotzsky's"-Betrieben auf rund eine Million Dollar. Als wichtiges Zusatzgeschäft wird der Take-away bezeichnet.

Doch als heiße Tipps werden in der Branche besonders fünf Konzepte herumgeboten: Cosi (Sandwiches), McAlister's Deli, Noodles (Asia-Konzept), Qdoba (Mexiko) und Sopraffina (italienische Spezialitäten).

Zusätzliche Umsatzbringer, beispielsweise spezielle Frühstücks- oder "Late-Night"-Angebote, sehen Beobachter als grosse Umsatzchance für Quick Casuals. So verwandeln sich etwa Restaurants des Typs "Corner Bakery" täglich um elf Uhr in einen Panini-, Pizza- und Kuchen-Laden, nachdem frühmorgens bereits hunderte Kaffees und Frühstücks-Combos serviert worden sind.

"TIBITS": BALD FÜNF BETRIEBE
Zurück zu "Tibits": Nach Auskunft von Rolf Hiltl vom Restaurant Hiltl in Zürich, steht das Projekt "Tibits", ein Joint Venture mit den Brüdern Daniel, Christian und Reto Frei, vor einem Expansionsschub. Im März soll in Winterthur Betrieb Nummer 2 eröffnet werden; Ende Jahr ist im Bahnhof Bern ein weiterer Outlet an der Reihe. Betriebe in Basel und Luzern sollen folgen. Die modische Einrichtung wird, wie bei "Tibits" im Züricher Seefeld, ein Designerteam aus London (www.designersguid.com) liefern.

 

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