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Für Mitarbeiter: Problemlos durch die
Probezeit
Der erste Tag
Vorbereitung
Reduzieren Sie den Stress am ersten Tag durch gute Vorbereitung!
Gehen Sie spätestens einige Tage vor dem Jobantritt sämtliche
Unterlagen durch, die Sie zu ihrem neuen Arbeitgeber haben. In
der Firmenbroschüre finden Sie wahrscheinlich ein Organigramm,
das Sie sich einprägen sollten – wichtige Namen und Funktionen
werden ihnen so vertraut. Artikel in der Presse,
Geschäftsberichte, Werbebroschüren helfen Ihnen, über aktuelle
Trends auf dem Laufenden zu sein. Bei der Vorstellungsrunde
können Sie so durch „gut informierte Fragen“ schon ein paar
Pluspunkte sammeln. Die Autobiografie eines „alten Hasen“ kann
Sie auf die Branche einstimmen; Fachliteratur hilft Ihnen, sich
auf Gebieten fit zu machen, mit denen Sie im Job zu tun haben
werden.
Das richtige Outfit
„Man kann nicht nicht kommunizieren“, hat der österreichische
Linguist Paul Watzlawick erkannt. Nicht nur durch das, was Sie
sagen, sondern auch durch Ihre Kleidung senden Sie Signale aus.
Tun Sie's bewusst. „Overdressed“ zu sein kann sich genauso
negativ auswirken wie permanentes Understatement.
Betreiben Sie Feldforschung in der neuen Firma – am besten schon
beim Vorstellungsgespräch. Von Branche zu Branche und von
Betrieb zu Betrieb gibt es ganz schöne Unterschiede. Auch wenn
Sie insgeheim die Nase rümpfen – anpassen sollten Sie sich in
jedem Fall. Denn: Wer Ähnliches trägt, signalisiert: „Ich möchte
dazugehören!“ Und darum geht es in der Probezeit ganz
wesentlich! Achten Sie peinlichst darauf, die Anforderungen an
Ihre Dienstkleidung genau zu erfüllen. Damit signalisieren Sie
ganz deutlich, wie zu Ihrer neuen Wirkungsstätte stehen.
Chaos begrenzen
Einige Firmen scheinen von Amnesie befallen zu werden, sobald
der unterschriebene Arbeitsvertrag abgeheftet ist. Es kann Ihnen
passieren, dass man Sie am ersten Tag etwas entgeistert empfängt
und das nichts vorbereitet ist: kein Zimmer, keine Aufgabe, der
Vorgesetzte verreist ... Machen Sie in diesem Fall erst einmal
gute (gelassene) Miene zum bösen Spiel. Zeigen Sie Verständnis
für organisatorische Probleme, bleiben Sie aber hartnäckig in
der Sache und sagen Sie freundlich, aber deutlich, was Sie
brauchen. Sollten dringend benötigte Utensilien nach Tagen immer
noch nicht eingetroffen sein, weisen Sie Ihren Vorgesetzten
darauf hin, dass Sie ihre Arbeit so nicht optimal machen können.
Lassen Sie sich nicht abwimmeln! Nur nett sein bringt Ihnen
nichts – außer im schlimmsten Fall den Ruf, mit Ihnen „könne man
es ja machen“.
Kollegen &
Chefs
Beziehungen
pflegen
Ein gemeinsames Personalessen oder der Tratsch zwischen den
Diensten ist unter dem Gesichtspunkt „Kennen lernen der
Firmen-Spielregeln“ alles andere als verlorene Zeit, sondern
wichtiger Bestandteil Ihrer „Einarbeitung“. Wenn Sie sich
abkapseln, riskieren Sie nicht nur, dass man Sie für arrogant
hält und Ihnen eher frostig als hilfsbereit begegnet, Sie werden
manche Dinge auch erst viel später mitbekommen. Damit Sie nicht
zielsicher das nächste Fettnäpfchen ansteuern, erweisen Sie sich
am besten als guter Zuhörer und tragen selbst eher
Unverfängliches zum Gespräch bei. Gute Beziehungen zeichnen sich
durch Geben und Nehmen aus. Seien Sie also hilfsbereit. Wenn ein
Kollege unter enormem Zeitdruck eine Festtagstafel deckt, können
Sie ihm zum Beispiel beim polieren des Besteckes behilflich
sein.
Sachlich, höflich, zurückhaltend
Machen Sie sich bewusst: Sie müssen Ihre Kollegen nicht mögen,
sondern nur möglichst reibungsfrei mit Ihnen zusammenarbeiten.
Eine gewisse Distanz ist dabei hilfreich. Handeln Sie nicht
vorschnell, treffen Sie keine übereilten Entscheidungen, die Sie
vielleicht später bereuen. Gerade in den stressreichen ersten
Wochen sieht man manches dramatischer, als es ist. Sobald sich
die ersten sachlichen Erfolge einstellen und die ersten Kontakte
zu Kollegen geknüpft sind, lässt es sich schon viel besser
aushalten.
Grenzen setzen
Verwechseln Sie Verbindlichkeit im Umgang nicht mit
Nachgiebigkeit in der Sache. Ein freundlicher Umgangston und
eine gewisse Hartnäckigkeit in Sachfragen passen durchaus
zusammen. In manchen Situationen muss man „Pflöcke einschlagen“
– auch und gerade vor Beobachtern. Dies gilt insbesondere, wenn
jemand versucht, Ihre Kompetenzen anzugraben. Lassen Sie sich
nicht einschüchtern, auch wenn Ihr Gegenüber pampig wird –
ruhiges, aber entschlossenes Auftreten kommt allemal besser an
und wird als Beleg für Stehvermögen gedeutet.
Feedback einfordern
Was in den ersten Monaten aus dem Ruder läuft, ist später nur
schwer wieder zu beheben. Der späteste Zeitpunkt für ein
längeres Gespräch mit ihrem Vorgesetzten ist nach vier Wochen.
Bereiten Sie sich gründlich vor:
- Zeigen Sie,
dass Sie sich mit Ihrem Arbeitsplatz vertraut gemacht haben,
und stellen Sie konkrete Fragen. Schildern Sie Ihre
Einschätzung, und haken Sie nach, ob Sie damit richtig
liegen.
- Sollte Ihr
Vorgesetzter Ihre nächste Aufgabe nicht vorgeben, ergreifen
Sie selbst die Initiative und formulieren Sie, was aus Ihrer
Sicht in den nächsten Wochen vorrangig zu tun wäre.
- Bitten Sie
Ihren Chef, seine Erwartungen zu konkretisieren. Nageln Sie
ihn dabei auf eindeutige Aussagen fest. „Was sollte ich
Ihrer Ansicht nach in den ersten zwei Monaten leisten?“,
„Welchen Zeitraum schätzen Sie für diese Aufgabe?“
Wenn Sie in
ihrem Bemühen um ein Gespräch auf taube Ohren stoßen, drehen
Sie den Spieß um und „melden“, wie es um Ihre Arbeit
bestellt ist: Schicken Sie Ihrem Vorgesetzten zum Beispiel
eine E-Mail oder schreiben Sie eine kurze Hausmitteilung.
Aufgaben &
Arbeitsinhalte
Informationen einfordern
Wenn Sie nicht weiterkommen, sollten Sie auf jeden Fall die
nötigen Infos einholen. Wesentlich dabei: Machen Sie es den
Kollegen leichter, indem Sie Ihr Problem konkret benennen
und präzise Fragen stellen. Ein allgemeines Lamento à la
„Irgendwie komme ich mit dem Problem XY nicht klar“ kostet
nur unnötig Zeit.
Protokollieren
Sie Infogespräche in jedem Fall mit. Notieren Sie Datum,
Gesprächspartner, die wichtigsten sachlichen Infos, aber
auch Details, ohne deren Kenntnis Sie im Arbeitsalltag
aufgeschmissen sind: die Bedeutung von Abkürzungen,
bestimmte Zuständigkeiten in der Firma, bestimmte Abläufe.
Selbstmanagement
Auch wenn man Anfängern manche Fehler verzeiht:
Unzuverlässigkeit gehört nicht dazu. Wer schon in der
Anfangsphase Termine überzieht, ramponiert sein Image
womöglich dauerhaft. Sollten Sie Terminvorgaben nicht
einhalten können, informieren Sie Ihren Vorgesetzten
rechtzeitig, und begründen Sie, warum bestimmte Dinge nicht
machbar sind. Kniffe zum Zeitsparen:
- Schaffen
Sie Ordnung, sobald Sie den Überblick zu verlieren
drohen! Das bedeutet: Arbeitsplatz aufräumen,
Checklisten anlegen, sinnvolles Organisationssystem
anwenden.
- Führen
Sie penibel einen Terminkalender.
-
(Ver-)Planen Sie Ihre Arbeitszeit – allerdings nur zu
etwa 60 Prozent. Der Rest geht erfahrungsgemäß für
Unvorhergesehenes drauf.
- Ordnen
Sie Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit.
Fehler
zugeben, aber nicht wiederholen
„Kluge Leute machen neue Fehler, Dummköpfe wiederholen
ihre Fehler, Faulpelze machen nichts – und deshalb auch
keine Fehler“. Stehen Sie zu Ihren Fehlern, und schenken
Sie Ihrem Vorgesetzten reinen Wein ein – bevor es
eventuell andere tun. Setzten Sie aber nicht gerade zur
Pannenbeichte an, wenn Ihr Chef ohnehin im Stress oder
erkennbar in schlechter Stimmung ist.
Fehler
auf andere schieben zu wollen ist nicht nur schlechter
Stil, sondern geht womöglich nach hinten los. Punkten
können Sie da schon eher durch Vorschläge zur
Schadenseindämmung oder durch konkrete Maßnahmen, wie
Sie so etwas in Zukunft vermeiden wollen. Kritisch wird
es allerdings, wenn Ihnen dieselben Pannen mehrfach
unterlaufen. Mehr oder weniger ausgesprochen schwebt
über Ihrem Kopf in der Probezeit die Frage „Packt er
(sie) es, oder packt er (sie) es nicht?“
Wiederholungstäter geraten leicht in den Verdacht der
Unbelehrbarkeit und nähren die Sorge, man habe es
vielleicht mit Fall zwei zu tun.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von
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