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letzte Aktualisierung: 
  28.03.2012

 
 

 
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Probezeit: Die ersten Tage sind entscheidend

 

 


Für Mitarbeiter: Problemlos durch die Probezeit

Der erste Tag 

Vorbereitung
Reduzieren Sie den Stress am ersten Tag durch gute Vorbereitung! Gehen Sie spätestens einige Tage vor dem Jobantritt sämtliche Unterlagen durch, die Sie zu ihrem neuen Arbeitgeber haben. In der Firmenbroschüre finden Sie wahrscheinlich ein Organigramm, das Sie sich einprägen sollten – wichtige Namen und Funktionen werden ihnen so vertraut. Artikel in der Presse, Geschäftsberichte, Werbebroschüren helfen Ihnen, über aktuelle Trends auf dem Laufenden zu sein. Bei der Vorstellungsrunde können Sie so durch „gut informierte Fragen“ schon ein paar Pluspunkte sammeln. Die Autobiografie eines „alten Hasen“ kann Sie auf die Branche einstimmen; Fachliteratur hilft Ihnen, sich auf Gebieten fit zu machen, mit denen Sie im Job zu tun haben werden. 
 
Das richtige Outfit 
„Man kann nicht nicht kommunizieren“, hat der österreichische Linguist Paul Watzlawick erkannt. Nicht nur durch das, was Sie sagen, sondern auch durch Ihre Kleidung senden Sie Signale aus. Tun Sie's bewusst. „Overdressed“ zu sein kann sich genauso negativ auswirken wie permanentes Understatement. 
 
Betreiben Sie Feldforschung in der neuen Firma – am besten schon beim Vorstellungsgespräch. Von Branche zu Branche und von Betrieb zu Betrieb gibt es ganz schöne Unterschiede. Auch wenn Sie insgeheim die Nase rümpfen – anpassen sollten Sie sich in jedem Fall. Denn: Wer Ähnliches trägt, signalisiert: „Ich möchte dazugehören!“ Und darum geht es in der Probezeit ganz wesentlich! Achten Sie peinlichst darauf, die Anforderungen an Ihre Dienstkleidung genau zu erfüllen. Damit signalisieren Sie ganz deutlich, wie zu Ihrer neuen Wirkungsstätte stehen.
 
Chaos begrenzen
Einige Firmen scheinen von Amnesie befallen zu werden, sobald der unterschriebene Arbeitsvertrag abgeheftet ist. Es kann Ihnen passieren, dass man Sie am ersten Tag etwas entgeistert empfängt und das nichts vorbereitet ist: kein Zimmer, keine Aufgabe, der Vorgesetzte verreist ... Machen Sie in diesem Fall erst einmal gute (gelassene) Miene zum bösen Spiel. Zeigen Sie Verständnis für organisatorische Probleme, bleiben Sie aber hartnäckig in der Sache und sagen Sie freundlich, aber deutlich, was Sie brauchen. Sollten dringend benötigte Utensilien nach Tagen immer noch nicht eingetroffen sein, weisen Sie Ihren Vorgesetzten darauf hin, dass Sie ihre Arbeit so nicht optimal machen können. Lassen Sie sich nicht abwimmeln! Nur nett sein bringt Ihnen nichts – außer im schlimmsten Fall den Ruf, mit Ihnen „könne man es ja machen“. 

Kollegen & Chefs

Beziehungen pflegen
Ein gemeinsames Personalessen oder der Tratsch zwischen den Diensten ist unter dem Gesichtspunkt „Kennen lernen der Firmen-Spielregeln“ alles andere als verlorene Zeit, sondern wichtiger Bestandteil Ihrer „Einarbeitung“. Wenn Sie sich abkapseln, riskieren Sie nicht nur, dass man Sie für arrogant hält und Ihnen eher frostig als hilfsbereit begegnet, Sie werden manche Dinge auch erst viel später mitbekommen. Damit Sie nicht zielsicher das nächste Fettnäpfchen ansteuern, erweisen Sie sich am besten als guter Zuhörer und tragen selbst eher Unverfängliches zum Gespräch bei. Gute Beziehungen zeichnen sich durch Geben und Nehmen aus. Seien Sie also hilfsbereit. Wenn ein Kollege unter enormem Zeitdruck eine Festtagstafel deckt, können Sie ihm zum Beispiel beim polieren des Besteckes behilflich sein. 
 
Sachlich, höflich, zurückhaltend 
Machen Sie sich bewusst: Sie müssen Ihre Kollegen nicht mögen, sondern nur möglichst reibungsfrei mit Ihnen zusammenarbeiten. Eine gewisse Distanz ist dabei hilfreich. Handeln Sie nicht vorschnell, treffen Sie keine übereilten Entscheidungen, die Sie vielleicht später bereuen. Gerade in den stressreichen ersten Wochen sieht man manches dramatischer, als es ist. Sobald sich die ersten sachlichen Erfolge einstellen und die ersten Kontakte zu Kollegen geknüpft sind, lässt es sich schon viel besser aushalten. 
 
Grenzen setzen
Verwechseln Sie Verbindlichkeit im Umgang nicht mit Nachgiebigkeit in der Sache. Ein freundlicher Umgangston und eine gewisse Hartnäckigkeit in Sachfragen passen durchaus zusammen. In manchen Situationen muss man „Pflöcke einschlagen“ – auch und gerade vor Beobachtern. Dies gilt insbesondere, wenn jemand versucht, Ihre Kompetenzen anzugraben. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, auch wenn Ihr Gegenüber pampig wird – ruhiges, aber entschlossenes Auftreten kommt allemal besser an und wird als Beleg für Stehvermögen gedeutet. 
 
Feedback einfordern
Was in den ersten Monaten aus dem Ruder läuft, ist später nur schwer wieder zu beheben. Der späteste Zeitpunkt für ein längeres Gespräch mit ihrem Vorgesetzten ist nach vier Wochen. Bereiten Sie sich gründlich vor:

  • Zeigen Sie, dass Sie sich mit Ihrem Arbeitsplatz vertraut gemacht haben, und stellen Sie konkrete Fragen. Schildern Sie Ihre Einschätzung, und haken Sie nach, ob Sie damit richtig liegen.
  • Sollte Ihr Vorgesetzter Ihre nächste Aufgabe nicht vorgeben, ergreifen Sie selbst die Initiative und formulieren Sie, was aus Ihrer Sicht in den nächsten Wochen vorrangig zu tun wäre.
  • Bitten Sie Ihren Chef, seine Erwartungen zu konkretisieren. Nageln Sie ihn dabei auf eindeutige Aussagen fest. „Was sollte ich Ihrer Ansicht nach in den ersten zwei Monaten leisten?“, „Welchen Zeitraum schätzen Sie für diese Aufgabe?“

Wenn Sie in ihrem Bemühen um ein Gespräch auf taube Ohren stoßen, drehen Sie den Spieß um und „melden“, wie es um Ihre Arbeit bestellt ist: Schicken Sie Ihrem Vorgesetzten zum Beispiel eine E-Mail oder schreiben Sie eine kurze Hausmitteilung. 

Aufgaben & Arbeitsinhalte

Informationen einfordern
Wenn Sie nicht weiterkommen, sollten Sie auf jeden Fall die nötigen Infos einholen. Wesentlich dabei: Machen Sie es den Kollegen leichter, indem Sie Ihr Problem konkret benennen und präzise Fragen stellen. Ein allgemeines Lamento à la „Irgendwie komme ich mit dem Problem XY nicht klar“ kostet nur unnötig Zeit. 

Protokollieren Sie Infogespräche in jedem Fall mit. Notieren Sie Datum, Gesprächspartner, die wichtigsten sachlichen Infos, aber auch Details, ohne deren Kenntnis Sie im Arbeitsalltag aufgeschmissen sind: die Bedeutung von Abkürzungen, bestimmte Zuständigkeiten in der Firma, bestimmte Abläufe. 
 
Selbstmanagement
Auch wenn man Anfängern manche Fehler verzeiht: Unzuverlässigkeit gehört nicht dazu. Wer schon in der Anfangsphase Termine überzieht, ramponiert sein Image womöglich dauerhaft. Sollten Sie Terminvorgaben nicht einhalten können, informieren Sie Ihren Vorgesetzten rechtzeitig, und begründen Sie, warum bestimmte Dinge nicht machbar sind. Kniffe zum Zeitsparen:

  • Schaffen Sie Ordnung, sobald Sie den Überblick zu verlieren drohen! Das bedeutet: Arbeitsplatz aufräumen, Checklisten anlegen, sinnvolles Organisationssystem anwenden.
  • Führen Sie penibel einen Terminkalender.
  • (Ver-)Planen Sie Ihre Arbeitszeit – allerdings nur zu etwa 60 Prozent. Der Rest geht erfahrungsgemäß für Unvorhergesehenes drauf.
  • Ordnen Sie Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit.

Fehler zugeben, aber nicht wiederholen
„Kluge Leute machen neue Fehler, Dummköpfe wiederholen ihre Fehler, Faulpelze machen nichts – und deshalb auch keine Fehler“. Stehen Sie zu Ihren Fehlern, und schenken Sie Ihrem Vorgesetzten reinen Wein ein – bevor es eventuell andere tun. Setzten Sie aber nicht gerade zur Pannenbeichte an, wenn Ihr Chef ohnehin im Stress oder erkennbar in schlechter Stimmung ist.

Fehler auf andere schieben zu wollen ist nicht nur schlechter Stil, sondern geht womöglich nach hinten los. Punkten können Sie da schon eher durch Vorschläge zur Schadenseindämmung oder durch konkrete Maßnahmen, wie Sie so etwas in Zukunft vermeiden wollen. Kritisch wird es allerdings, wenn Ihnen dieselben Pannen mehrfach unterlaufen. Mehr oder weniger ausgesprochen schwebt über Ihrem Kopf in der Probezeit die Frage „Packt er (sie) es, oder packt er (sie) es nicht?“ Wiederholungstäter geraten leicht in den Verdacht der Unbelehrbarkeit und nähren die Sorge, man habe es vielleicht mit Fall zwei zu tun.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von

 

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