
Pressearbeit
"Journalismus
ist Literatur in Eile."
(Matthew
Arnold, engl. Lyriker
und Kritiker)
"Die
Presse hat die Aufgabe, das Gras zu mähen, das über etwas zu
wachsen droht." (Alfred Polgar)
"In
früheren Zeiten bediente man sich der Folter, heutzutage bedient
man sich der Presse: Das ist gewiss ein Fortschritt."
(Oscar Wilde)
Drei
Zitate, drei Wahrheiten
Oder doch nicht? Wer von der Presse
spricht, muss zunächst einmal sagen, welche er eigentlich meint:
Die Fachpresse, von deren Vertretern man erwarten kann, dass sie
fachlich kompetent sind, und über den Tellerrand hinausschauen können,
nicht zuletzt deshalb, weil sie meistens nicht tagesaktuell
produzieren müssen.
Und
dann gibt es die Journalisten, die bis zum Redaktionsschluss des
laufenden Tages etwas Brauchbares abliefern zu müssen; sie stehen
unter dem Druck, ein Thema in einer vorgegebenen Zeit sachlich
richtig und trotzdem möglichst interessant darzustellen, in
einigen Fällen lebt die Öffentlichkeitswirksamkeit auch davon,
wie reißerisch der Beitrag gemacht ist.
Dies
muss man sich vor Augen halten, wenn ein Journalist beginnt,
Fragen zu stellen, denn jeder von ihnen lebt davon, Informationen
zu verkaufen, und man muss sich vergegenwärtigen, dass die
Journalisten damit ein Teil der Öffentlichkeit sind: Also sollte
man bei der Pressearbeit überlegt vorgehen.
Anfängerfehler
Man
kann Anfängerfehler unterlassen (langfristig geplante
Pressekonferenzen um 18.00 Uhr ansetzen - das ist viel zu nah am
Redaktionsschluss, und fürs Fernsehen meistens viel zu spät)
oder in der Einladung zu Presseterminen den Tag des Ereignisses
vergessen oder ihn im Text gut verstecken. Dazu muss man wissen,
wie die Presse arbeitet: Es gibt große Mappen oder Fächer, in
die Termine erst einmal nach Tagen vorsortiert werden. Später,
wenn der entsprechende Tag näherrückt, macht man sich Gedanken,
welche dieser Termine man wahrnimmt. Dazu kommen natürlich noch
Themen ohne Termin.
Das
heißt auch: Jemanden, der diese Termine vorsortiert, ärgert man
immer damit, dass mehrere wichtige Termine verschiedener Tage auf
EINER Seite angekündigt werden. Denn in der Praxis heißt das
normalerweise: Diese Seite so oft kopieren, bis man je ein Blatt
in jeden Tag ablegen kann.
Einen
Verteiler anlegen
Wer
sich der Presse mitteilen will, muss sich einen Verteiler anlegen
mit Name, Firma, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail; durch regelmäßige
Aussendungen bleibt man den Pressevertretern im Gedächtnis. Solch
ein Verteiler hilft auch im Notfall, wenn es darum geht, die Öffentlichkeit
schnell zu informieren.
Pressekonferenz
Wer
eine Pressekonferenz veranstaltet, muss wissen, dass viele
Vertreter der Presse gerne auch mal dem Kulinarischen zugeneigt
sind (Kürzester Witz: "Geht ein Journalist am Lokal vorbei
..."): Da sollte es etwas zu trinken geben, natürlich auch
ein paar Häppchen.
Darüber
hinaus müssen natürlich alle wichtigen Informationen schon vor
der Pressekonferenz bereit liegen in einer Mappe öder ähnlichem,
ehe der Unternehmer beginnt, das neue Projekt oder den geplanten
Event vorzustellen.
Tipp:
Kleine praktische Geschenke erhalten die Freundschaft - der
Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. |
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