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Power-Sprache -
Auf die Formulierung kommt es an.
Heute
muss alles Power haben – oder "Power" muss zumindest irgendwie
auf der Verpackung stehen: Power-Training, Power-Frau,
Power-Fußball, Power-Kleber, Power-Sprache …"- Power-Sprache",
was ist das nun wieder? Es ist offenbar die moderne Sprache der
erfolgreichen Verkäufer, die punktgenau den Käufer erreichen
soll. So oder ähnlich jedenfalls sagen es die Veranstalter von
entsprechenden Verkäufer-Seminaren.
Wie kommt es beispielsweise, dass einige mit ihren Argumenten
besser "rüber kommen" als andere, obwohl beide scheinbar genau
dasselbe sagen? Die Antwort ist kurz: Oft liegt es nicht einmal
so sehr daran, was Sie sagen, sondern vielmehr an einem einzigen
Wort, dass Sie nicht sagen.
Power-Sprache vermeidet also in bestimmten Zusammenhängen
negativ belegte Wörter und erzeugt dadurch eine bestimmte
positive Wirkung. Hier einige Beispiele für erfolgreiche
Sprachtechniken für Verkäufer aus dem Magazin-Bericht:
"Und"
statt "aber":
„Sagen Sie künftig: "Ja, das ist gut, und wenn Sie …", statt:
"Ja, das ist gut, aber Sie sollten…" Denn "aber" macht alles
zunichte, was Sie davor gesagt haben.
"Und"
statt "trotzdem"
Auch in diesem Fall ist "und" besser: "Ich verstehe, dass Sie
sich nicht gleich entscheiden, und darum sollten wir über …",
statt: "Ich verstehe, dass Sie sich nicht gleich entscheiden
wollen, trotzdem wäre es besser…". Denn "trotzdem" suggeriert,
dass es Ihnen eigentlich egal ist, welche Wünsche, Erwartungen,
Zweifel oder Fragen der Gesprächspartner hat.
"Damit"
statt "dagegen"
Optimal ist der Satz: "Damit wir unser Ziel diesen Monat
erreichen, werde ich heute mit jedem Einzelnen aus dem Vertrieb
sprechen und herausfinden, welche praktische Unterstützung er
von mir braucht." "Damit" bringt sofort zum Ausdruck, dass Sie
eine Lösung suchen. Weniger gut ist hingegen der Satz: "Was kann
ich bloß dagegen tun, dass der Vertrieb so schlechte Zahlen
bringt?"
Vermeiden Sie ein schroffes "doch"
"Doch" hat gewöhnlich eine sehr negative Wirkung auf den
Gesprächspartner. Sagen Sie deshalb: "Ich halte es für richtig,
dass wir das so machen." statt: "Doch! Das machen wir so!"
"So nicht" statt "nein"
Sagen Sie am besten: "Das gefällt mir in dieser Form nicht."
und: "Ich habe dafür im Moment keine Zeit.", statt: "Nein, das
gefällt mir nicht." bzw.: "Nein, ich habe keine Zeit!"
Streichen Sie "nur" und "bloß" in Ihrem Sprachgebrauch
Sagen Sie: "Ich sage meine Meinung.", "Das ist meine Idee.",
statt "Ich sage bloß meine Meinung.", "Es ist nur meine Idee."
Spielen Sie Ihre Äußerung nicht herunter. Stehen Sie zu Ihren
Ansichten.
Terminabsprachen:
Sagen Sie "am" und "um" statt "gegen", wenn es um Termine geht.
Das wirkt zuverlässiger.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von:
VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG •
http://www.vnr.de
Übrigens:
Dies sind lediglich - wenn auch sinnvolle - Techniken. Wenn Sie
ein aufrichtiges Interesse am Wohlergehen Ihres Gegenübers
haben, fallen Ihnen die richtigen Wörter bestimmt von selbst
ein. Versuchen Sie Ihr Gegenüber aufrichtig zu verstehen und
haben Sie ein reines Gewissen. Dann klappts auch mit dem
Nachbarn ;-)))
Kurt Steindl
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