
Party-Service:
10 Regeln für langfristigen Erfolg
Mehr
und mehr Hotel- und Gastronomiebetriebe bauen den Party-Service zu
einem gewinnbringenden Teil ihres Geschäftsprogramms aus. Aus
gutem Grund, denn diese Ertragsquelle nutzt vorhandene Kapazitäten
und bietet Entwicklungsmöglichkeiten: Das Unternehmen kann
weitgehend unabhängig von Standort, Größe oder Kapitalkraft
agieren und den bereits vorhandenen Bekanntheitsgrad nutzen.
Allerdings hat ein erfolgreicher Party-Service sein eigenes
Anforderungsprofil. Die folgenden zehn Punkte geben praxisnahe
Anregungen.
1.
Positionierung ist alles
Zunächst
muss der Stellenwert bestimmt werden, den die Angebotsform
Party-Service im bisherigen Geschäft einnehmen soll. Wird die
Dienstleistung als Nebengeschäft betrieben oder zu einem möglichst
eigenständigen Umsatz-träger fortentwickelt? Fällt die
Entscheidung aufgrund der Betriebs- und Marktgegebenheiten auf die
zweite Alternative, hat das Management zielstrebig die praktischen
Voraussetzungen zu schaffen. Als kunden-orientierter Geschäftszweig
erfordert der Party-Service besondere Kreativität und persönliches
Engagement - vom Chef und von den Mitarbeitern gleichermaßen.
2.
Qualität hat Priorität
Notwendig
ist ein Kompetenz-Image, das durch erstklassige Leistungen
erworben und den potentiellen Kunden durch Werbebotschaften
vermittelt wird. Dieses Kriterium lässt sich am besten aus der
Sicht der Kunden verstehen: Wer Party-Service in Anspruch nimmt,
delegiert wesentliche Gastgeberpflichten an den Dienstleister;
Pannen würden den Auftraggeber blamieren. Will der Anbieter auf
festlichen Veranstaltungen überzeugen, muss er den Qualitätsgedanken
im unternehmerischen Selbstverständnis verankern und in die
Praxis umsetzen. Zudem hat entsprechende Werbung die
Professionalität des Party-Services in Slogans und bildhaften
Darstellungen zu thematisieren.
3.
Angebot und Nachfrage
Weil
der Party-Service anspruchsvolle gastronomische Teilfunktionen
einschließen kann, sollte der Leistungsumfang möglichst genau
definiert und geplant werden. Drei Standards sind möglich:
Plattengarnierung und -zustellung
Aufdecken und Arrangieren des Buffets
Bedienung am
Buffet
Der
Chef hat zu entscheiden, was der Betrieb bieten kann und soll. Je
nach Angebotsumfang und -niveau bemessen sich einerseits die
Forderungen an Kapazitäten (Personal, Sachmittel) und
Organisation, andererseits aber auch an Größe und Struktur möglicher
Kundenkreise: Die Ertragsfähigkeit wird durch diese Kriterien
direkt beeinflusst.
4.
Full-Service begeistert
Grundsätzlich
empfiehlt es sich, dem Kunden über die gastronomische Betreuung
hinaus auch organisatorische Dienste - im Sinn eines
Full-Service-Konzepts - anzubieten. Vielfach werden vom Gastgeber
folgende Zusatzleistungen geschätzt: Bereitstellung geeigneter Räume,
Versand der Einladungen, Bestuhlung, Beschaffung von
Blumenschmuck, Engagement von Musikern. Indem sich das Unternehmen
mit solchen Angeboten als Komplettabwickler von Veranstaltungen
profiliert, festigt es seine Wettbewerbsposition und stärkt sein
Kompetenz-Image. Wer an Folgeaufträge denkt, sollte auch nicht
vergessen, nach der Veranstaltung dem Kunden persönlich oder
schriftlich für das Vertrauen zu danken - eine kleine Geste, die
sowohl der Kundenbindung als auch der Mund-zu-Mund-Propaganda
zugute kommt.
5.
Gute Mitarbeiter sind die Basis
Je
stärker das Unternehmen die Dienstleistungsqualität aufwertet,
desto nachdrücklicher stellt sich die Mitarbeiterfrage. Wer sich
um das Wohl von Gästen kümmert, braucht besondere Fähigkeiten.
Der Büfettier muss durch Auftreten, Sachkenntnis und praktische
Fertigkeiten auch vor einem kritischen Publikum bestehen können.
Zu seinen Hauptaufgaben gehören: Auskünfte über Art und Verträglichkeit
von Speisen, Empfehlungen zu Speisefolgen und Handreichungen
(Tranchieren, Vorlegen usw.). Den Aufwand für entsprechende
Personalschulung darf man keinesfalls scheuen. Neben den
fachlichen Fertigkeiten sind auch Auftreten und Gesprächsführung
zu trainieren.
6.
Raus aus der Masse
Wird
Party-Service professionell betrieben, sollte der Küchenchef
mindestens ein komplettes Menü vom Hors d'oeuvre bis zum Dessert
bieten können. Über Vielfalt und Geschmack darf bei der
Angebotsplanung jedoch nicht die Erlebniskomponente vergessen
werden. Großer Beliebtheit erfreuen sich Spezialitäten der
lokalen oder regionalen Küche, gegebenenfalls nach historischen
Rezepten zubereitet. Dank ihrer Originalität bleiben sie oft
lange nach der Veranstaltung Gesprächsthema von Gästen und
Gastgebern und somit Basis von Weiterempfehlungen.
7.
Beratung schafft Vertrauen
Entscheidend
für die Professionalität des Party-Service ist die individuelle
Kundenberatung vor dem Auftrag. Statt Standardlösungen zu
offerieren, sollte ein erfahrener Mitarbeiter mit dem Kunden
Anlass, Gästekreis, räumliche Verhältnisse, Budgetvorstellungen
usw. detailliert besprechen und dann eine Empfehlung geben. Als
praktisches Arbeitsmittel bewährt sich dabei ein Salesfolder: Im
Ringbuch mit Klarsichthüllen präsentiert, illustrieren Fotos die
Vorschläge und erleichtern dem Interessenten die Entscheidung. Außer
der Angebotspalette lassen sich unterschiedliche Präsentationsvarianten
darstellen, damit der Kunde auch den gesamten Service-Umfang
erkennt.
8.
Mehr als Töpfe und Tassen
Die
Sachausstattung muss individuell dem Serviceumfang entsprechen. In
vielen Fällen mögen Platten und Thermocontainer ausreichen.
Profiliert man sich durch gastronomisch aufgewerteten Service,
sind gegebenenfalls Tafelgeschirr oder sogar Bain-Marie zu
beschaffen. Für den Transport genügt ein Pick-up mit
Kastenaufbau oder ein Transporter der 1-t-Nutzlast-Klasse. Fest
etabliert haben sich dabei beispielsweise Caddy und Transporter
von Volkswagen. Praktiker verweisen auf Pkw-ähnliche
Fahreigenschaften mit hohem Federungs-Komfort (gut für die
Speisen), angemessene Transportkapazität, Wirtschaftlichkeit und
Zuverlässigkeit. Insbesondere der Laderaum des Transporters lässt
sich mit Zwischenböden zweckmäßig aufteilen. Für beide
Fahrzeuge ist ein Frischhalteaggregat zur Kühlung des
Transportraums erhältlich. Der Kastenaufbau bietet zudem eine
preiswerte Werbefläche: Die Beschriftung weist deutlich auf den
Party-Service hin und steigert den Bekanntheitsgrad.
9.
Separate Kasse
Kosten
und Erträge der eigenständigen Unternehmenseinheit Party-Service
dürfen nicht in der allgemeinen Tagesarbeit untergehen. Nur wenn
der Chef weiß, wie es um die Rendite dieses Leistungsbereichs
steht, kann er steuern und optimieren. Die separate
Erfolgsrechnung ist somit eine unerlässliche Orientierungshilfe.
Während sich die Erträge anhand der Ausgangsrechnungen exakt
nachweisen lassen, liegt das Problem bei der Kostenerfassung. Erst
wenn die Aufwendungen für verschiedene Teilleistungen transparent
sind, ergibt sich für die weitere Planung ein klares Bild. Sowohl
die Nachkalkulation einzelner Aufträge als auch periodische
(viertel- oder halbjährliche) Erfolgsrechnungen zeigen, in
welcher Größenordnung der Party-Service zum Betriebsergebnis
beiträgt, ob und in welchen Bereichen sich ein Ausbau lohnt oder
ob das Angebot reduziert werden sollte.
10.
Zuverlässigkeit zählt
Sorgfältigste
vereinbarungsgemäße Auftragsabwicklung ist beim Party-Service
unverzichtbar: Die bestellte Ware muss vollständig und pünktlich
zum Auftraggeber gelangen, die gewünschten Zusatzdienste (z.B.
Bedienung am Buffet) sind auftragsgemäß zu erledigen. Daher
kommt es entscheidend auf effektive Personal- und Warendisposition
an. Bei aller Hektik des Tagesgeschäfts muss die Vorbereitung der
Partylieferung als "Blaulicht-Objekt" behandelt werden
und höchste Priorität haben. Engpässe und Zeitnöte dürfen
nicht zu Verspätungen oder mangelhafter Zubereitung führen. Das
ist Sache der Organisatoren des Party-Service. Dabei bewährt es
sich, wenn ein besonders sachkundiger Mitarbeiter offiziell die
Verantwortung für die Vorbereitung von Partylieferungen trägt
und und alle dazu erforderlichen Befugnisse hat.
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