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Das
Organisationshandbuch oder „ the operation manual“
Vor allem in
einem internationalen Kettenbetrieb wäre es unmöglich, von einem
zum anderen Hotel oder Restaurant unterschiedliche
Vorgangsweisen zu tolerieren. Stellen Sie sich vor, in einem
Hotel bekommen Sie eine Reservierungsbestätigung und im anderen,
der gleichen Gruppe, sagt man Ihnen am Telefon, dass es nicht
nötig sei. Das gleiche Problem können Sie in einem unabhängigen,
vielleicht Ihrem, Betrieb bekommen.
Einer Ihrer
Mitarbeiter meldet sich am Telefon mit: „Guten Morgen, hier
Hotel Alpenglühen, Rezeption, Müller am Telefon, kann ich Ihnen
behilflich sein?“ und der zweite mit „Hallo, Müller hier“.
Natürlich hat man allen gesagt, wie sie sich zu melden haben, ob
sie sich daran halten, ist eine andere Sache. Also muss man es
schriftlich festhalten und überprüfen, ob sich seine Mitarbeiter
auch daran halten. Das klingt ganz nach
Arbeitsplatzbeschreibung, ist es aber nicht, denn die
Stellenbeschreibung ist für den einzelnen Mitarbeiter, während
das Organisationshandbuch für den ganzen operativen Betrieb,
also das Miteinander, bestimmt ist. Jede Tätigkeit, die mehr als
einen Mitarbeiter betrifft, ob es horizontale oder vertikale
Arbeitsabläufe betrifft, sind im Organisationshandbuch (oder OHB)
aufgenommen.
Inhalte
Ob es sich nun um abteilungsspezifische oder
abteilungsübergreifende Arbeitsabläufe handelt, jede Abteilung
hat ihren eigenen Teil und die Beziehungen mit den anderen
Abteilungen im OHB. Zum Beispiel hat der Empfang genau
spezifizierte Angaben zur Reservierung. Wie hat ein Telefonanruf
zu beantwortet werden, wie hat ein Angebot auszusehen, wie eine
mögliche und eine definitive Reservierung, wie hat der Empfang
von den Ankünften des nächsten Tages informiert zu werden und
wie hat der Empfang der Gäste durchgeführt zu werden. Dies wären
die Angaben, die nur für die Rezeption gelten.
Bereiche,
die die abteilungsübergreifenden Beziehungen regeln, wären die
Verständigung der Küche und des Restaurants über die Anzahl der
Personen zum Frühstück, Halbpension zu Mittag oder am Abend und
Vollpension. Weiters die Information der Etage über die
Ankünfte, Gäste und Zimmer, die Berichterstattung über die
gearbeiteten Tage und Stunden an die Personalabteilung und
schlussendlich die Information des Managements über die Zimmer-
und Bettenauslastung, die durchschnittliche Anzahl Gäste pro
Zimmer, den durchschnittlichen Ertrag pro Zimmer und pro Gast
und die Produktivität der Empfangs- und Etagenmitarbeiter.
So wie für
die Empfangs- und Etagenabteilung gibt es auch für die
Speisenproduktion, für die Getränkeausgabe und das Service
entsprechende Abschnitte im OHB bzw. die Beziehungen dieser
Abteilungen mit den anderen Departements des Betriebes.
Entstehung des Organisationshandbuches
Laden Sie Ihre Abteilungsleiter, Ihren Buchhalter, loyale,
langjährige Mitarbeiter auf ein Brainstorming und notieren Sie
alles was als wichtig für das „operation manual“ genannt wird.
Analysieren und selektieren Sie, was aufgenommen werden soll,
und sortieren Sie die Nennungen in logische Gruppen. Und
vergessen Sie nichts: Was haben Ihre Mitarbeiter
z.B. zu tun, wenn einem Gast übel wird? Welche Richtlinien gibt
es, wenn etwas gestohlen wird? Wie haben sich Ihre Mitarbeiter
bei einer Bombendrohung zu verhalten? Wenn Sie warten, bis der
Fall eintritt, könnten Ihre Mitarbeiter unter Umständen
überfordert sein und falsch reagieren.
Sorgen Sie
dafür, dass alle Ihre Mitarbeiter Feuer und Flamme sind, für
alle Fälle eine standardisierte Vorgangsweise und
Entscheidungshilfe zu haben, dass Sie Ihr Organisationshandbuch
kennen und danach handeln. Lassen Sie sich auch dies mit einer
Unterschrift bestätigen und sorgen Sie dafür, dass Ihr OHB
dynamisch ist und, falls nötig, an sich ändernde Konditionen
angepasst wird.
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