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Nutzen eines
Beschwerdemanagements
Ein gut organisiertes Beschwerdemanagement wird jedem
Unternehmen nützlich sein, denn durch die Bearbeitung von
Beschwerden ...
... entsteht Kundenbindung.
Ein Gast, dessen Beschwerde erfolgreich bearbeitet wurde,
hält dem Unternehmen eher die Treue, als ein enttäuschter.
... wird das Image des Unternehmens gestärkt.
Wird eine Beschwerde schnell und zufrieden stellend bearbeitet,
zeigt das Unternehmen dadurch, dass es die Bedürfnisse der Gäste
ernst nimmt. Beschwerdemanagement kann sehr werbewirksam sein.
... erhält man wichtige Informationen zur Verbesserung der
Qualität.
Das kommt auch allen anderen Gästen zugute. Beschwerden geben
manchmal sogar Hinweise auf bisher vernachlässigte Märkte und
Verkaufsmöglichkeiten. Viele Innovationen sind auf konkrete
Verbraucherhinweise zurückzuführen.
...
spart man Kosten.
Bestehende Gäste zu bewahren ist günstiger als neue
anzuwerben. Mundkommunikation von zufriedenen Gästen spart
Werbekosten und schließlich spart man durch die Korrektur der
beanstandeten Probleme Folgekosten durch weitere unzufriedene
Gäste.
Beschwerdemanagement kann somit als wichtiges
Instrument der Gästeorientierung bezeichnet werden.
Bedeutung von Gästebeschwerden
Unzufriedene Gäste, deren Erwartungen an die Qualität der
Produkte oder der Dienstleistungen nicht erfüllt werden, haben
generell zwei Möglichkeiten: entweder sie beschweren sich oder
eben nicht. Wenn sie schweigsam bleiben, geben sie dem
Unternehmen praktisch keine Möglichkeit, den Grund ihrer
Unzufriedenheit zu entdecken. Gäste aber, die sich beschweren,
zeigen damit deutlich, dass sie auch zukünftig noch Kontakt zum
Unternehmen halten möchten. Vorausgesetzt, die genannten Gründe
für die Beanstandungen werden beseitigt. Nur dann hat das
Unternehmen die Chance, die Zufriedenheit des Gastes durch eine
effektive Reklamationsbehandlung wieder her zu stellen.
Genau genommen wird der Beschwerde führende Gast zu einem
ehrenamtlichen - weil unentgeltlich tätigen - Mitarbeiter des
Unternehmens. Der Gast zeigt einen Zustand auf, bei dem ein
Verbesserungspotenzial des Unternehmens vorhanden ist.
Über die Charakteristik von Beschwerden
Gästebeschwerden werden allerdings von Mitarbeitern in der Regel
als unangenehm erlebt und gerne gegenüber dem Vorgesetzten
vertuscht. Dabei wird verkannt, dass jede Beschwerde auch die
Chance beinhaltet, die angebotenen Leistungen zu verbessern und
einen unzufriedenen Gast zurück zu gewinnen.
Die Philosophie der Beschwerdepolitik ist es deshalb, die
entgegen genommenen Beschwerden als Verbesserungschance zu
sehen, die Gäste wieder zufrieden zu stellen und sie so zu
binden. In der Regel wollen Gäste dem Unternehmen nicht etwas
„Böses“ antun, wenn sie sich beschweren. Im Gegenteil: Sie
teilen damit ihre Unzufriedenheit mit, damit das Unternehmen die
Chance hat, den Missstand abzustellen. Anderenfalls würden sie
sich überhaupt nicht melden und zukünftig diese Produkte und
Dienstleistungen nach dem Motto „Bei denen habe ich schlechte
Erfahrungen gemacht“ meiden.
Hinsichtlich der Stärkung der Beziehung zu zufriedenen Gästen
geht es vor allem darum, das Entstehen von Unzufriedenheit von
vornherein zu vermeiden und Gästebindung über eine Erhöhung des
Leistungswertes zu festigen. Folgender Satz aus dem
Amerikanischen hat Gültigkeit: „Do it right the first time.“
Ein flexibel geführter Dialog mit dem Gast über die Dauer des
gesamten Konsumzeitraums macht es möglich, das Entstehen von
Unzufriedenheit frühzeitig zu erfassen und korrigierende
Maßnahmen zu ergreifen.
Auf einer zweiten Ebene der Gästebindungsstrategie liegt die
Stabilisierung gefährdeter Beziehungen zu unzufriedenen Gästen.
Hier geht es darum, Geschäftsbeziehungen, die aufgrund von
Gästeunzufriedenheit brüchig geworden sind, wieder zu
stabilisieren.
Unzufriedenheit ist eine zentrale Ursache dafür, dass Gäste ihre
Loyalität zum Unternehmen aufkündigen und für Angebote des
Wettbewerbers empfänglich werden.
Wenn es aber dem Unternehmen gelingt, Zufriedenheit
wiederherzustellen und den Gast zu halten, sind erhebliche
ökonomische Vorteile zu erwarten. Reichheld/Sasser (1990, S.
105) berichten, dass Unternehmen ihre Gewinne um 100 Prozent
steigern konnten, indem sie die Abwanderungsrate ihrer Kunden um
5 Prozent senkten. Deshalb kommt es in hohem Maße darauf an,
Gästeunzufriedenheit zu entdecken, zu analysieren und mittels
gezielter Maßnahmen wieder in Zufriedenheit umzuwandeln. Das ist
die zentrale Aufgabe des Beschwerdemanagements: “Doing it
absolutely right the second time”.
Quelle: Steindl, K. H. (2004). Effizientes
Beschwerdemanagement in Hotellerie und GAstronomie
Weiterführende
Literatur:
Barlow, J./Moeller, C. (1996):
Eine
Beschwerde ist eine Geschenk. Der Kunde als Consultant. Wien:
Überreuther.
Carlzon, J. (5. Aufl. 1992):
Alles
für den Kunden. Jan Carlzon revolutioniert ein Unternehmen.
Frankfurt/Main: Campus.
Gamber, P. (2002):
Kundenbeschwerden und Reklamationen konfliktfrei behandeln.
Methoden, Tipps und Übungen für einen besseren Umgang mit
schwierigen Kunden. Renningen-Malsheim: expert.
Haeske, U. (2001):
Beschwerden und Reklamationen managen. Kritische Kunden sind
gute Kunden. München: Piper.
Hansen, U./Jeschke, K. (1995):
Beschwerdemanagement für Dienstleistungsunternehmen. München:
Piper.
Müller, W./Riesenbeck, H.-J. (1991):
Wie aus zufriedenen auch anhängliche Kunden
werden. In: Harvard Manager; Nr. 3, 1991
Stauss, B./Seidel, W. (2. Auflage, 1998):
Beschwerdemanagement - Fehler vermeiden –
Leistung verbessern – Kunden binden; München, Wien: Hanser.
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