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Newsletter 10/2008
vom 22. Oktober 2008

Inhalt 
1. Essay: Fünf Prinzipien auf dem Weg des Meisters (Teil 5)
2. Unternehmensführung: Sinn und Zweck im Unternehmen
3. Story:
Träumer
4. Best of Newsletter: Jeder Gast hat seinen Wert
5. Hinter den Kulissen: Wie isst man was?
  

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Dies ist ein Gratis-Insider-Brief für Kunden und Freunde der Firma Gastlichkeit & Co - Weiterbildungs- und Betriebsberatungsges.m.b.H.
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1. Fünf Prinzipien auf dem Weg des Meisters (Teil 5)

Das fünfte Prinzip: Des Messers Schneide

Nun kommen wir zu einem scheinbaren Widerspruch, einem Paradoxon. Diejenigen, die wir als Meister erkennen, haben sich nahezu ausnahmslos den Grundlagen ihrer Berufung gewidmet. Sie sind Begeisterte der Übung und genießen selbst die winzigsten Fortschritte. Gleichzeitig sind diese Menschen, diese Meister - und das ist das Paradoxe - genau diejenigen, die bisherige Begrenzungen überwinden wollen, die um der Leistungssteigerung willen Risiken eingehen und die davon manchmal sogar wie besessen sind: Es ist ganz klar - für sie gibt es kein Entweder-Oder, sondern nur ein Und. Sie wollen beides.

Auf des Messers Schneide zu wandeln ist ein Balanceakt, der ausreichend Bewusstheit verlangt, um zu erkennen, wann man sich auf dünnes Eis begibt. Wenn man im Besitz dieser Bewusstheit ist, kann man sich unter Umständen dafür entscheiden, das Risiko einzugehen. Dieses Prinzip lässt sich gut beim Laufen beobachten - einem Sport, der so rein ist, dass nichts auf Dauer verborgen bleiben kann. Wer schnell und lange laufen will, wandelt fast immer auf des Messers Schneide.

Es soll hier nicht in Abrede gestellt werden, dass Läufern - und besonders den Anfängern in diesem Sport - ungefährliche und vernünftige Programme angeboten und dass sie über die Gefahren und Fallstricke des Laufens aufgeklärt werden sollten. Denjenigen, die aus dieser Sportart einen ganz bestimmten Nutzen ziehen wollen - Gewichtsabnahme, Stressreduzierung, ein gesundes Herz -, sollte dies ermöglicht werden, aber wollte man die Auseinandersetzung mit dem Laufen nur auf diese praktischen Erwägungen begrenzen, hieße das, den menschlichen Geist zu erniedrigen. Es gibt viele Menschen, die nicht laufen, um abzunehmen, sondern um die Fesseln einer mechanisierten Kultur abzuwerfen, nicht, um den Tod hinauszuschieben, sondern um das Leben zu genießen. Für diese Läufer haben die Ermahnungen jener Kritiker, die vor den Gefahren des Sports warnen, rein akademischen Charakter. Sie laufen auf eine bewusste Weise, als gut informierte, mündige Erwachsene, um über ihre bisherigen Grenzen hinauszugehen und zu sehen, was in ihnen steckt. Das kann bedeuten, dass jemand zum ersten Mal eine ganze Runde im Stadion läuft, ohne zwischendurch ins Schritttempo zu fallen, oder dass jemand um den Sieg im Triathlon kämpft, wie in der folgenden Geschichte aus der American Medical News berichtet wurde.

„Nur wenige Momente in der Geschichte des Sports verkörpern die Agonie einer Niederlage so deutlich wie der Augenblick, als die 23jährige Julie Moss in der Hawaii-Ironman-Triathlon-Weltmeisterschaft der Frauen im 43-Kilometer-Marathonlauf in Führung lag. Etwa hundert Meter vor der Ziellinie fiel Moss auf die Knie. Dann erhob sie sich, lief ein paar Meter und brach erneut zusammen. Vor den laufenden Fernsehkameras verlor sie die Kontrolle über ihre Muskeln. Sie raffte sich wieder auf, lief, fiel und fing dann an zu kriechen. Von der Zweitplazierten überholt, kroch sie über die Ziellinie, streckte ihren Arm aus und verlor das Bewusstsein.“

Jim McKay von ABC Sports nannte es „heroisch ... einer der größten Augenblicke in der Geschichte der Sportübertragungen“. Dr. Gilbert Lang, ein orthopädischer Chirurg am Roseville Community Hospital in Kalifornien und erfahrener Langstreckenläufer, nannte es „dumm - und beinahe tödlich.“

Sowohl Lang als auch McKay haben recht: es war dumm und heroisch. Natürlich sollte kein Läufer ermutigt werden, sich bis an die Grenze des Todes zu verausgaben. Aber was für eine ärmliche und farblose Welt hätten wir ohne solche Heldentaten? Vielleicht wäre es überhaupt keine menschliche Welt, denn in prähistorischen Zeiten muss es unzählige Momente gegeben haben, in denen sich primitive Jäger auf diese Weise aufgeopfert haben, damit die Mitglieder ihres Klans, unsere Urahnen, überleben konnten. Menschen wie Julie Moss laufen für uns alle und bekräftigen unser Menschsein, unsere Existenz schlechthin. Und wir haben Grund zu der Annahme, dass die meisten der Menschen, die wir als Meister erkennen, ihr dummes und heroisches Verlangen teilen, bis an die Grenze der Belastbarkeit zu gehen, um jeden Preis ins Ziel zu kommen, das Unerreichbare zu erreichen.

Doch bevor Sie mit dem Gedanken spielen können, auf des Messers Schneide zu wandeln, liegen viele Jahre der Unterweisung, Übung, Hingabe und Intention vor Ihnen. Und danach? Weiteres Training, weitere Zeit auf dem Plateau: weiter auf dem niemals endenden Weg.

 

 

 
   
 

 

 
 
2. Sinn und Zweck eines Unternehmens

Im Geschäftsleben und auch im  Privatleben verwenden wir oftmals die beide Begriffe "Sinn" und "Zwecke" synonym. So, als würden sie dasselbe bedeuten. Als wären die Worte "Sinn" und "Zweck" nur die unterschiedliche Bezeichnung für die gleiche Bedeutung. Vielleicht haben Sie selbst schon gehört, dass vom "Sinn und Zweck des Unternehmens"  gesprochen wurde.

Was kann aber nun tatsächlich der Zweck des Unternehmens sein? Nun, diese Frage ist relativ leicht zu beantworten. Der Zweck hat meist materiellen Charakter. Der Zweck eines Unternehmens wird vermutlich darin liegen, Gewinne zu erzielen, den Bestand des Unternehmens zu gewährleisten und die wirtschaftliche Absicherung des Unternehmens in der Zukunft. Der Zweck ist also messbar und prüfbar. Hierbei wird auch oft vom Unternehmenserfolg gesprochen.

Der Sinn eines Unternehmens hingegen beginnt erst dann, wo der Zweck aufhört. Der Sinn hat keinen materiellen Hintergrund, sondern  vielmehr einen sozialen.

  • Geld verdienen ist keine Kunst. Die Frage ist aber, wie wollen wir es verdienen?

  • Wo möchten wir es machen?

  • Unter welchen Umständen möchten wir es machen?

  • Was ist aufregend, erregend für uns?

  • Was zieht uns an?

  • Welchen Beitrag für die Gesellschaft wollen wir mit unserem Unternehmen leisten?

  • Was tun wir, um die Welt besser zu machen?

Wer diese und ähnliche Fragen als zu idealistisch oder vielleicht sogar als esoterisch abtut, sollte sich wahrhaft überlegen, wie glücklich er mit seiner Arbeit tatsächlich ist. Wie erfüllend ist der Alltag?

Unsere heutige Geschäftswelt konzentriert sich vornehmlich auf Zahlen und Ergebnisse. Strategien werden entwickelt und Maßnahmen geplant. Und während wir auf dem Weg sind und uns eifrig abmühen, verwenden wir selten einen Gedanken daran, ob unser Weg auch ein Herz hat. Ob er uns mit allen Sinnen freudig fordert und "gut" ist. Meist denken wir ja, dass der leichte Weg der gute Weg ist. Es kann schon sein, dass dies zutrifft - es kann aber genauso gut das Gegenteil sein: Dann ist der schwere Weg der Gute. Sich Abends rechtschaffen müde zurückzulehnen, im Gewissen heute eine gute - weil sinnvolle - Arbeit geleistet zu haben, ist ein erbauendes Gefühl. Dann hatte der heutige Weg ein Herz.

Kurt H. Steindl, MBA

 

 
 VORSCHAU   Ein Seminar mit Trainern aus Österreich und Deutschland

   Souveräne Führung in turbulenten Zeiten

24.-26. Juni 2009

Leitung: Kurt H. Steindl, MBA & Günter Funke, Berlin

In diesem Seminar erfahren Sie,

  • wie Sinn und Werthaltungen im Zusammenhang mit dem betrieblichen Erfolg stehen

  • wie Sie Eleganz und Souveränität in der Führung erreichen

  • wie Sie Ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen coachen

  • wie Sie dem Stress entkommen und sich persönliche Zeitressourcen schaffen

  • wie Sie die wahren Potenziale Ihrer Mitarbeiter freisetzen können

  • wie Sie vom Problem zur Lösung kommen

  • wie Sie wirkungsvoll mit den eigenen und den Emotionen Anderer umgehen

Lesen Sie hier die Details                     

  
3. Story: Träumer

Es war einmal ein Mann, der war ein Träumer.

Er dachte sich zum Beispiel: "Es muss doch möglich sein, zehntausend Kilometer weit zu sehen." Oder er dachte sich: "Es muss doch möglich sein, Suppe mit der Gabel zu essen." Er dachte: "Es muss doch möglich sein, auf dem eigenen Kopf zu stehen." und er dachte sich: "Es muss doch möglich sein, ohne Angst zu leben."

Die Leute sagten zu ihm: "Das alles geht doch nicht, du bist ein Träumer!" Und sie sagten: "Du musst die Augen aufmachen und die Wirklichkeit akzeptieren!" Und sie sagten: "Es gibt eben Naturgesetze, die lassen sich nicht ändern!"

Aber der Mann sagte: "Ich weiß nicht... Es muss doch möglich sein, unter Wasser zu atmen. Und es muss doch möglich sein, allen zu essen zu geben. Es muss doch möglich sein, dass alle das lernen, was sie wissen wollen. Es muss doch möglich sein, in seinen eigenen Magen zu gucken."

Und die Leute sagten: "Reiß dich zusammen, Mensch, das wird es nie geben. Du kannst nicht einfach sagen: Ich will und deswegen muss es geschehen. Die Welt ist, wie sie ist, und damit basta!"

Als das Fernsehen erfunden wurde und die Röntgenstrahlen, da konnte der Mann zehntausend Kilometer weit sehen und auch in seinen eigenen Magen. Aber niemand sagte zu ihm: "Na gut, du hast ja doch nicht ganz Unrecht gehabt." Auch nicht, als das Gerätetauchen erfunden wurde, so dass man problemlos unter Wasser atmen konnte.

Aber der Mann dachte sich: "Na also. Vielleicht wird es sogar einmal möglich sein, ohne Kriege auszukommen."  

Quelle: Geschichtensammlung Rainer Lenzenweger, Akademischer Trainer

 

 
   
 
4.
Best of Newsletter

Immer wieder werden wir nach Berichten in vergangenen Newslettern gefragt. An dieser Stelle bringen wir deshalb mit einem "Best of" Auszüge, die zu den meisten Reaktionen geführt haben.

Jeder Stammgast hat „seinen Wert"

Wissen Sie, dass Ihr Betrieb von Stammgästen lebt, und was tun Sie für diese? Die Pflege der Stammgäste ist in der Gastronomie eine der wichtigsten Aufgaben. Aber wissen das auch alle Mitarbeiter? Nicht selten hört man Sätze wie:  „Oh je, der schon wieder..." Mit dieser Einstellung kommen Sie nicht weiter. Also: Allen Mitarbeitern muss klar sein, wie viel „Wert" ein Stammgast dem Haus bringt.

Beispiel:

  • Angenommen ein Gast besucht uns zwei Mal die Woche und konsumiert im Schnitt  das Mittagsmenü, ein Getränk und einen Kaffee um € 10,-       (10 x 2  = € 20,- Umsatz pro Woche). Da unsere Gäste auch Urlaub machen oder gelegentlich andere Lokale besuchen nehmen wir an, dass uns der Gast 45 Wochen im Jahr die Treue hält (20 x 45 = € 900,- Umsatz im Jahr).

  • Ein treuer Gast kommt ja nicht nur ein Jahr sondern vermutlich mehrere Jahre. Nehmen wir an unser Gast ist so begeistert, dass er uns zehn Jahre besucht (900 x 10 = € 9.000,- Umsatz in zehn Jahren).

  • Unser treuer Gast kommt niemals alleine, sondern bringt immer mindestens eine Person aus seiner Firma mit (9.000 x 2 = € 18.000,- Umsatz).

  • Damit nicht genug! Unser Stammgast erzählt noch mindestens fünf weiteren Personen, wie gut er bei uns behandelt wird, wie ausgezeichnet die Küche ist usw. Daraus ergibt sich ohne weiteres Zutun unsererseits das Potenzial für fünf weitere Stammgäste seines Kalibers (18.000 x 5 = € 90.000,- potentieller Umsatz in zehn Jahren aufgrund eines einzigen Stammgastes).

  •  Stellen Sie sich vor, Sie würden über 100 wirklich treue Stammgäste verfügen! (= € 9,000.000,-)

  • In der Hotellerie oder hochwertigen Restaurants ist die Summe natürlich entsprechend höher.

·        Was ist ein Stammgast?

Allzu oft wird der Stammgast ausschließlich nach Sympathie definiert. Umsatz, Deckungsbeitrag oder Besuchshäufigkeit sind jedoch die besseren Indikatoren. Leider werden diese Werte in den wenigsten Fällen zusammengetragen und es bleibt bei der gefühlsmäßigen Einschätzung der Gastronomen.  Sehr schnell merkt man, dass es nicht nur einen Typ Stammgast gibt. Vielmehr muss unterschieden werden nach den jeweiligen Besuchsmotiven.

  • Der Gast, der jeden Tag sein Mittagessen bei uns einnimmt, ist genauso Stammgast,

  • wie die Familie, die jede Feierlichkeit bei uns zelebriert;

  • auch das ältere Ehepaar, das einmal in der Woche zum Abendessen kommt,

  •  oder der Handelsreisende, der immer, wenn er in der Region ist, bei uns absteigt.

  • Sogar der Gast, der nur einmal im Jahr kommt zählt dazu.

Hinweis: Bereits beim zweiten Besuch eines Lokales fühlt sich der Gast als Stammgast. Er kennt den Hausgebrauch, weiß bereits den Weg auf die Toilette, kennt in groben Zügen das Angebot, hat das Preis-Leistungs-Verhältnis eingeschätzt und fühlt sich bedeutend sicherer als bei seinem ersten Besuch. Bei seinem zweiten Besuch erwartet der Gast bereits, dass er von den Mitarbeitern wiedererkannt wird. Voraussetzung für die Wiederkehr des Gastes ist natürlich, dass er sich beim ersten Besuch wohlfühlte.


 

 
   Einzigartig in Österreich - das Durchbruchs-Seminar


Life-Excellence
Arbeit und Leben Sinn geben

25.-27. November 2008
Hotel Aviva, St. Stefan am Walde, OÖ

Leitung: Kurt H. Steindl, MBA
Akademischer Trainer,
Akademischer Tourismusmanager

 

Teilnehmerstimmen:

"Dieses Seminar war für mich wie eine zweite Geburt."  Harald Wohlgenannt, Restaurantleiter, Hotel Hanner, Mayerling

"Dieses Seminar hat mein Leben sinnvoll verändert." Franz Brandl, Unternehmer, Linz

"Das beste Seminar, das ich je besucht habe." Werner Pürmayer, Bergergut Romantik Resort & Spa, Afiesl

(Noch zwei freie Plätze)  Lesen Sie hier die Details

  
5. Wie isst man was?

Pflaumen
Bricht man mit den Fingern und entfernt vorsichtig den Kern. Fruchtfleisch wird mit der Hand zum Mund geführt.

Salat
Darf, sofern er großblättrig serviert wird, mit dem Messer zerteilt werden, ansonsten zusammenfalten und aufspießen.

Saucen
Werden mit dem Saucenlöffel gelöffelt oder mit einem Stückchen Brot gestippt (der Küchenchef freut sich).

Schnecken
Werden in Spezialpfannen mit dem Schneckenbesteck serviert. Dabei nimmt man das Gehäuse mit der Schneckenzange aus der Pfanne, nimmt mit der zweizinkigen Gabel das Fleisch aus dem Gehäuse, isst es direkt von der Gabel oder legt es zunächst auf den Löffel, um die Schnecke mit der heißen, flüssigen Butter aus dem Gehäuse zu übergießen.

  

 
     
 

   
G a s t freundliche Grüße aus Pasching
Ines & Kurt Steindl

  Gastlichkeit & Co
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