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1.
Viktor
Frankls sieben zentrale Prinzipien, die Leben und Arbeit Sinn
geben (13. und letzter Teil)
7. Wir können über uns hinauswachsen und die Welt verändern, und
sei es nur ein kleines bisschen.
Wenn wir kreativ und produktiv mit anderen Menschen
zusammenarbeiten, kann sich ein tiefes Gefühl von
Sinnhaftigkeit einstellen. Wenn wir direkt für das Wohl anderer
arbeiten, vertieft sich der Sinn in einer Art, die uns über alle
Maßen belohnt. Wann immer wir nicht nur unsere eigenen
Bedürfnisse erfüllen, betreten wir das Reich, das Frankl als
„letzten Sinn“ bezeichnet. Man kann es Verbindung zum höheren
Ich, zu Gott, zu unserem eigenen Geist, zum universalen
Bewusstsein, zur Liebe oder zum allgemeinen Wohl nennen.
Gleichgültig, wie wir es nennen, es ist zutiefst sinnhaft und
verwandelt unser Leben.
Chefsein ist oft wie Elternsein
Wir vergessen alles, was man uns vorher an Spielregeln
beigebracht hat. Wir vergessen die Geschichte mit dem Spaß und
dem Spielerischen, vergessen, wie viel besser Menschen lernen,
wenn man ihnen nicht vorschreibt, wie sie es tun sollen. Unsere
natürliche Neigung will mit den anderen spielerisch, kooperativ
und freudig zusammenarbeiten. Aber im Ernstfall knicken viele
Manager dann doch ein: Wehe, die Arbeit wird auf die leichte
Schulter genommen! Lustigkeit muss man im Keim ersticken! Legt
den Spaßmachern das Handwerk!
Wie viele von uns haben das schon erlebt? Wir kommen gerade an
den Punkt, an dem es spannend wird, kommen der Lösung des
Problems näher, ob allein oder als Gruppe - da werden wir
erwischt: Wir haben gelacht. Sofort ist uns jedes kreative
Lüftchen aus den Segeln genommen und der bisherige Fortschritt
nimmt sich urplötzlich dürftig aus. Wenn diese Heimsuchungen von
Managern nur wüssten, welchen Bärendienst sie ihrem Unternehmen
erweisen, wenn sie den kreativen Spieltrieb am Arbeitsplatz
ersticken! Wir können aus der Zusammenarbeit Energie ziehen,
aber auch aus befriedigender Einzelarbeit. Beides sorgt für
höchste Produktivität, erzeugt Fülle und Überfluss. Wenn wir die
Freude daran nicht frei ausdrücken dürfen, dann wird die
wichtigste Belohnung, welche die Firma zudem nichts kostet, ohne
Not zerstört.
Wenn uns die Arbeit über uns hinausführt, erfahren wir mehr
Sinn, ob wir nun etwas so Einfaches tun, wie ein Lokal für den
nächsten Firmenausflug auszusuchen, oder etwas so Kompliziertes,
wie das Konzept für ein sinnzentriertes multinationales
Unternehmen zu entwickeln. Wenn wir ein Unternehmen gründen oder
leiten, das uns über die Bilanzergebnisse hinaus Sinn
vermittelt, erfahren alle Sinn, die dort arbeiten, und wir geben
darüber hinaus dem Leben selbst Sinn.
Wir haben täglich Menschen getroffen, die etwas für andere
taten, ohne Aufhebens, ohne dass es von ihnen verlangt wurde,
ohne Entgelt. Hätten wir sie nach dem "Warum" gefragt, hätten
sie vielleicht keine Antwort gewusst. Aber es wäre wohl auf
etwas wie "Es fühlt sich gut an" hinausgelaufen. Selbstlosigkeit
fühlt sich gut an. Sie befriedigt etwas in uns, das über uns
hinaus will und sich nach Transzendenz sehnt, das unser
Bedürfnis nach Lebenssinn stillt, indem wir die Bedürfnisse
anderer erfüllen.
Quelle: Alex Pattakos. Gefangene
unserer Gedanken.
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