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1.
Viktor
Frankls sieben zentrale Prinzipien, die Leben und Arbeit Sinn
geben (Teil 6)
4. Prinzip: Wir können lernen zu erkennen, wie wir nicht gegen
uns selbst arbeiten.
Haben Sie schon einmal etwas mit aller Gewalt erreichen wollen,
aber je mehr Sie sich einsetzten, desto weiter schienen Sie vom
Ziel abzukommen? Mit anderen Worten: ein Schritt vor, zwei
zurück?
Der Sinn des Lebens
ist Sinn. Der Sinn des Lebens im Beruf ist Sinn.
Wenn wir den Sinn suchen, liegt der Sinn in der Suche. Er ist
überall, umgibt uns, ist in uns, liegt hinter uns. Aber wenn wir
ihn mit aller Macht schaffen wollen, dann boykottiert er uns,
besonders bei der Arbeit. Wie unser Privatleben haben
Arbeitsplätze ihre eigene Dynamik. Aber anders als im
Privatleben können wir Arbeitskollegen gegenüber nicht immer
vollkommen aufrichtig sein und uns verletzlich zeigen. Wir
denken, wir müssten uns "professionell" benehmen, wir müssten
berufliche Ziele und Verantwortungsbereiche haben, wir müssten
Leistung bringen.
Wir wollen
gefallen, gut arbeiten, effizient sein in unserem Tun. Und oft
genug fallen wir genau dann auf die Nase, wenn wir andere
unbedingt beeindrucken wollen. Unsere Gedanken sind nicht bei
der Sache selbst, sondern schon beim Ergebnis, sind besessen von
dem Ergebnis, sind besessen davon, Ergebnisse zu bringen, und
übersehen dabei den Erfolg, den wir eigentlich suchen.
Unser Beruf ist
immer mehr als nur der Beruf. Wir müssen mit anderen auskommen,
Beziehungen aufbauen zu Kunden, zu Konsumenten, zu den
Produkten, die wir herstellen, entwickeln und verkaufen, zu den
Dienstleistungen, die wir anbieten, zur Umwelt, zur Art und
Weise, wie unser Tun die Welt verändert. Diese Beziehungen sind
mit unserer Arbeit verflochten, sie haben individuell und
kollektiv Sinn. Wenn wir zu stark auf den Ausgang fixiert sind,
leiden diese Beziehungen. Je härter wir für den Erfolg schuften,
desto unwahrscheinlicher wird er.
"Es kommt keineswegs auf den Beruf an in dem man schafft,
vielmehr auf die Art, wie man schafft.“
Der Sinn liegt in der Aufmerksamkeit für den Augenblick, und
wenn wir uns zu weit von dem Augenblick entfernen, verlieren wir
unsere Effizienz. Selbst wenn viel auf dem Spiel steht und wir
erfolgreich sein müssen, stellen wir uns unter Umständen selbst
ein Bein, wenn wir nur auf das Ergebnis schielen und unterwegs
nicht auf den Weg achten. Wir wissen ja, wie das geht: Gerade
unsere Nervosität und die Anspannung, es bloß richtig zu machen,
begünstigt einen Fehler nach dem anderen. Je höher unsere
Erwartungen, desto mehr verlieren wir den Kontakt zu dem, was
uns ans Ziel bringen kann, desto weniger können wir zur
erfolgreichen Realisierung beitragen.
Quelle: Alex Pattakos. Gefangene
unserer Gedanken.
Die Fortsetzung folgt im nächsten
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