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1.
Viktor
Frankls sieben zentrale Prinzipien, die Leben und Arbeit Sinn
geben (Teil 4)
3. Prinzip:
Wir können in jedem Augenblick unseres Lebens Sinn entdecken.
Wir
erschaffen keinen Sinn, wir finden ihn.
Aber wir
können ihn nur finden, wenn wir ihn suchen. Sinn kommt in allen
Formen und Größen daher. Manchmal hängt er groß und schwer über
unserem Leben, manchmal ist er winzig klein und versteckt sich.
Manchmal verstreichen Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre und
wir empfinden sie als sinnlos verschwendet - und dann geschieht
etwas, das wir früher für marginal gehalten hätten, aber jetzt
wird es zu etwas Entscheidendem und gibt unserem Leben eine neue
Richtung. Manchmal ballt sich die kollektive Kraft vieler
kleiner Momente so zusammen, dass es uns wie Schuppen von den
Augen fällt, als wäre unser Leben ein Patchwork aus
Augenblicken, die unbemerkt an uns vorbeizogen, aber heimlich
ein Muster bildeten. Auch wenn wir uns dessen nicht immer
bewusst sind - Sinn ist stets gegenwärtig. Wir müssen nur
aufwachen, aufmerken, ihn bemerken, im Alltag, im Beruf. Mehr
müssen wir nicht tun.
Den wahren
Sinn unseres Lebens, so hat Viktor Frankl einmal in einer
Einführung in seine Logotherapie erläutert, den finden wir nicht
zu sehr in uns als vielmehr in der Welt - denn wir sind kein
geschlossenes System.
Beschleunigte Welt
Das
klingt ganz einfach, aber heutzutage scheint die Realisierung
nahezu unmöglich. Unsere von der Tarantel gestochene
Gesellschaft hat die Wirklichkeit dermaßen beschleunigt, dass es
völlig archaisch, wie eine sentimentale Geste aus einer längst
versunkenen Zeit wirkt, wenn man innehält, um an einer Rose zu
schnuppern. In der Ära von Hochgeschwindigkeitszügen,
wettbewerbsgetriebenen Unternehmen und Fastfood scheint es, als
hätten wir verlernt, das Tempo zu drosseln und nachzudenken. Wir
halten eher mal an, weil das Mobiltelefon klingelt oder wir die
E-Mails checken wollen. Die Zeit rennt uns davon und dasselbe
gilt für den Sinn. Erst wenn uns die Zeit knapp wird, kommen wir
zur Besinnung, und erst wenn vom Sinn nicht mehr viel übrig ist,
werden wir darauf aufmerksam. Wir wachen eines Morgens auf oder
können nachts nicht einschlafen und plötzlich entdecken wir in
unserer Erschöpfung den unbarmherzigen Gang der Dinge und wie
bruchstückhaft unser Leben ist und die Sinnlosigkeit der Welt.
Was soll das alles bloß?, fragen wir uns.
Eine große
Frage, die keine Antwort findet, solange wir nicht mit den
kleineren Fragen anfangen:
·
Was tun wir?
·
Warum tun wir das?
·
Was bedeutet uns unser Leben?
·
Was bedeutet uns unsere Arbeit?
Täglich bietet
uns das Leben eine Fülle von Antworten. Aber nur wenn wir lange
genug innehalten, um sie zu würdigen, schlägt der Sinn in
unserem Leben Wurzeln. Wir müssen uns darauf einlassen, wir
müssen ganz dabei sein, aber das sind wir meistens nicht, weil
wir immer schon zumindest gedanklich woandershin unterwegs sind.
Dieser Wirbel von Aktivitäten, privat wie beruflich, bedroht den
Kern unserer Existenz. Wenn wir nicht verweilen, unser Dasein
nicht auskosten, finden wir nie Geschmack am Leben und der Sinn
bleibt ein unrealistischer Traum.
Quelle: Alex Pattakos. Gefangene
unserer Gedanken.
Die Fortsetzung folgt im nächsten
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