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1.
Viktor Frankls sieben zentrale Prinzipien, die Leben und Arbeit
Sinn geben
2. Wir können unseren Willen zum Sinn erfüllen, wenn wir uns bewusst für
sinnvolle Werte und Ziele engagieren.
Nicht alle
Werte sind gleich
Man
muss natürlich anerkennen, dass nicht alle Werte gleich
beschaffen sind. Werte zu verwirklichen, die ausschließlich dem
eigenen Vergnügen oder der eigenen Machtfülle dienen, würde nach
Frankls Auffassung keinen authentischen Sinn schaffen. Wenn wir
uns auf unseren moralischen Kompass verlassen, auf unseren
"seelischen Code", wie der Psychologe James Hillman es in seinem
Buch Charakter und Bestimmung nennt, können wir Werte
aufdecken, die wirklich etwas bedeuten und es wert sind, in
Beruf und Privatleben verfolgt zu werden.
Kennen Sie nicht auch dieses Gefühl von Enttäuschung, wenn
Sie aus einem lang geplanten Urlaub zurückkommen, den Sie sich
ganz herrlich vorgestellt hatten? Wie oft klammern wir uns an
den Traum vom Vergnügen und kehren anschließend unbefriedigt
heim, selbst wenn es tatsächlich so schön war, wie wir dachten!
Das gilt für alles, für Drogen, Sex, Beförderungen,
Gehaltserhöhungen, Ferien usw. Es ist der Traum, der uns
verführt, während das Vergnügen selbst sich verflüchtigt. Wir
steigen mit einem Schnupfen aus dem Rückflug vom Paradies. Ein
Telefonat mit der Familie ruiniert unsere Pläne für einen
romantischen Abend zu zweit. Unsere halbwüchsige Tochter fährt
eine Delle ins neue Auto und der Lack ist ab. Wir kehren
begeistert von unseren Einkäufen heim und merken eine Woche
später, dass uns die Farbe nicht steht. Das wahre Glück erleben
wir genau dann, wenn wir nicht damit rechnen. Es sind
überraschende Momente, unplanbare Geschenke, Augenblicke, die
sogar unsere Vorstellung von Vergnügen übersteigen.
Macht
Mit
dem Streben nach Macht verhält es sich ähnlich wie mit dem
Streben nach Vergnügen. Macht ist "da draußen". Macht über
Mitarbeiter, Chefs, Kunden, Aktionäre, Kinder, Kellner oder
Verkäuferinnen ist bestenfalls eine Illusion und
schlimmstenfalls zerstörerisch. Wir denken, wir hätten Macht,
aber wir können uns nie dessen sicher sein. Und selbst wenn: Im
Spiel um Macht gibt es immer Gegner und die Machtverhältnisse
verschieben sich ständig. Es ist wie mit Sisyphos, der Gestalt
aus dem altgriechischen Mythos. Tagsüber musste er einen Stein
den Berg hinaufwuchten, aber kurz vor dem Gipfel rollte der
wieder ins Tal. Das Streben nach Macht ist ein endloses - und
freudloses - Unterfangen.
Der Wille zum Sinn kommt von innen. Wir können ihn nur in uns
selbst finden, steuern und erfüllen. Der Sinn erhält uns am
Leben
Trennung von
Arbeit und Privatleben
In
unserer Tradition sind Arbeit und Spiel, Beruf und Erholung
strikt getrennt. Wir ziehen künstliche Zäune um unsere
berufliche Existenz und denken, wir könnten uns und unsere
Liebsten so vor Stress schützen. Aber unsere Arbeit, ob wir nun
ein Unternehmen leiten, Taxi fahren, Essen kochen oder
Hotelzimmer putzen, spiegelt den Sinn unseres Lebens.
In der buddhistischen Tradition sind der Mönch, der kocht,
und der Mönch, der fegt und putzt, oft die wichtigsten Lehrer
der Gemeinde. Beide sind von ihrer Demut und von ihrer
Aufmerksamkeit auf die kleinen Dinge des Alltags geprägt. Diese
Aufmerksamkeit schafft Sinn und das zieht mehr als ihre Reden
und Lehren die Schüler an
Quelle: Alex Pattakos. Gefangene
unserer Gedanken.
Die
Fortsetzung folgt im nächsten Newsletter |