2.
Erfolgreiches Persönlichkeitsmanagement
Für den Weg zum
erfolgreichen Persönlichkeitsmanagement gibt es keine
Patentrezepte, wohl aber eine Fülle von Anregungen, Techniken
und Methoden sowie einige Grundregeln, an die man sich halten
sollte:
1. Selbstverantwortung
Übernehmen Sie die Verantwortung für sich selbst! Sehen Sie
Stress als Herausforderung und bemitleiden Sie sich nicht in
aller Stille. Betrachten Sie sich nicht als "Gefangener Ihres
Schicksals". Bejahen Sie den Stress, denn Leben und Leistung
sind ohne Stress nicht möglich. Flucht vor dem Stress ist keine
Stressbewältigung, sondern führt eher zu neuem Stress.
Akzeptieren Sie nicht widerstandslos Stresssituationen, sondern
versuchen Sie, Dis-Stress aktiv umzugestalten. Der größte Teil
der negativ empfundenen Stresssituationen ist selbst verursacht.
2. Selbstbestimmung
Realisieren Sie soweit wie möglich selbst bestimmte Ziele!
Nehmen Sie nur Aufgaben an, die herausfordernd, befriedigend und
für Sie selbst wertvoll sind, deren Erfüllung für Sie eine
Selbstbestätigung darstellt. Trainieren Sie Ihre Fähigkeit zur
Selbstmotivation, das heißt, bleiben Sie fähig, Ihre eigenen
Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle auszudrücken, ohne sich immer
rechtfertigen zu müssen. Überprüfen Sie aber auch Ihre
bisherigen Zielsetzungen. Übersteigerte Ansprüche und utopische
Ziele sind ständige Quellen für Stressreaktionen. Versuchen Sie,
Misserfolge, Krisen und Konflikte zur geistigen Neubesinnung zu
nutzen.
3. Bewusst handeln
Tun Sie das, was Sie tun, überzeugt! Leben Sie im Hier und
Jetzt. Entwickeln Sie eine Sensibilität für den Augenblick.
Trainieren Sie Ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Genießen Sie Ihr
Leben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn Sie
"sündigen", dann überzeugt. Verteilen Sie Ihre Kraft auf
verschiedene Lebensaktivitäten, nicht nur einseitig, zum
Beispiel auf den Beruf. Handeln Sie bewusst im Beruf, in
sozialen Aktivitäten, in der Freizeit, in Ihrer Familie.
Leben Sie bewusst, lieben Sie bewusst, lernen Sie bewusst,
lachen Sie bewusst, leiden Sie bewusst.
4. Positives
Denken
Sehen Sie auch die guten Seiten! Sehen Sie an Krisen und
negativen Ereignissen auch die positiven Seiten. Beunruhigen Sie
sich nicht schon vorher über mögliche Stresssituationen, sondern
stellen Sie bedrohlichen Ereignissen lohnende Ziele und positive
Ereignisse gegenüber. Sehen Sie das Leben nicht als eine
überwiegend ernste und schwere Sache an, sondern freuen Sie sich
so oft wie möglich am Leben überhaupt. Lachen Sie auch einmal
über sich selbst, und entwickeln Sie Sinn für Humor.
5. Bewusste Entspannung
durch Entspannungstechniken! Planen Sie Zeiten bewusster
Entspannung ein, mindestens 15 Minuten täglich. Pausen,
Mittagszeiten, Wochenenden, aber auch der Urlaub sollten
"stressfreie" Zeiten sein. Sie sollten der "Problementfernung"
dienen. Dies gelingt durch bewusste Entspannungsübungen, aber
auch durch bewusste Freizeitgestaltung. Fitness, Sport, Sauna
gehören ebenso dazu wie Hobbys. Wichtig ist, dass die aktiv oder
passiv genutzte Freizeit Freude macht und zu einer "Umpolung"
von Körper, Psyche und Geist führt.
6. Bewusste Anspannung
durch aktive Lebensführung! Der Entspannung steht die aktive
Stressbewältigung gegenüber. Der körperliche Abbau des
Affektstaus wird durch ein systematisches sportliches Training
erreicht. Wählen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht,
und machen Sie sich immer bewusst: Übersteigerte
Leistungsansprüche können Dis-Stress erzeugen. Aktive
Lebensführung heißt aber auch: Vermeidung körperlicher Risiken
durch gesunde Ernährung, ohne Nikotin, Einschränkung des
Alkoholkonsums und des Medikamentenverbrauchs.
7. Positive Umwelt
Schaffen Sie sich eine stressfreie Umgebung! Die Auswirkungen
einer durch Stress belasteten Umwelt hängen im Beruf wesentlich
von den zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb einer Firma,
vom praktizierten Führungsstil und vom Betriebsklima ab.
Vergleichbares gilt auch für die Familie. Man kann zu einer
positiveren Umwelt beitragen, indem man seinen Mitmenschen mehr
Vertrauen und Sympathie entgegenbringt. Betrachten Sie Probleme
im sozialen Bereich auch aus der Sicht der anderen. Hilfreich
kann es sein, weniger zu reden, mehr zuzuhören, zu beobachten
und andere Meinungen zu tolerieren. Es geht aber auch darum, in
sozialen Beziehungen eigene Rechte und Bedürfnisse zu
artikulieren und Zonen gegenseitigen Respekts zu vereinbaren.
8. Stressfreie Arbeitsorganisation
Agieren Sie, statt zu reagieren! Stress entsteht vor allem im
reaktiven Zeitstress. Bewahren Sie sich eine gut ausgewogene und
herausfordernde Arbeitsmenge. Wer dauernden Zeitdruck erfährt,
sollte versuchen, aktiv zu planen, weniger wichtige Dinge zu
delegieren und Zeitpuffer einzuplanen. Überlastungen und Krisen
werden durch Zeiten des Aufatmens ausgeglichen. Ein voller
Schreibtisch zeugt von schlechter Arbeitsorganisation und zwingt
zum Weitergrübeln am Feierabend. Zeitpolster sind unbedingt
notwendig, um auch wichtige Dinge in Ruhe erledigen zu können.
Auch die Mitarbeiter können dazu beitragen, "störungsfreie"
Zonen zu schaffen.
9. Distanz und Gelassenheit
Schaffen Sie sich Ruhe- und Rückzugszonen! Stress entsteht
häufig deshalb, weil die notwendige Distanz zu Aufgaben, zu
Menschen und zu sich selbst verloren geht. Man sollte den Mut
finden, sich einmal in der Woche den Anforderungen aus Beruf,
Familie und Freizeit zu entziehen. Die vielen unterschiedlichen
Rollenerwartungen verhindern sonst die eigene
Standortbestimmung. Selbstbesinnung und das Zurückfinden auf
sich selbst sind notwendige Voraussetzungen zur
Stressbewältigung.
10. Freude und Erfolgserlebnisse
Lernen Sie, sich wieder zu freuen! Verschaffen Sie sich positive
Erlebnisse und Freude. Viele haben verlernt, sich zu freuen und
alltägliche Dinge zu genießen. Finden Sie Freude auch an
einfachen Selbstverständlichkeiten. Es gibt viele
Annehmlichkeiten des täglichen Lebens, über die man sich freuen
sollte. Positive Erlebnisse erhöhen die Stresstoleranz.
Versuchen Sie, wenigstens einmal täglich Freude zu empfinden!
Quelle:
Prof.
Dr. Klaus Linneweh,
http://www.linneweh.com/
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