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Unser Motto
2005 lautet: "Lust an Leistung - fordern und
fördern"
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Newsletter 09/2005 vom
11. September 2005
Inhalt
1. Essay: Eigenverantwortung
2. Mitarbeiterführung:
Effektive
Kommunikation
3. Story:
Adler oder Muschel?
4. Thesen zur modernen Gastronomie:
Dienen Sie nicht, leisten Sie etwas für
den Gast
5.
Hinter den
Kulissen:
Wirksames Beschwerdemanagement statt Konkurs
6. Neue Berichte auf
www.gastlichkeit.at |
Achtung:
Dies ist ein Gratis-Insider-Brief für Kunden und Freunde der
Firma Gastlichkeit & Co - Weiterbildungs- und Betriebsberatungsges.m.b.H.
Dieser Letter
ist gratis und erscheint jeweils Mitte des Monats.
Falls Sie
irrtümlich auf der Mailliste stehen, es sich um ein
Missverständnis handelt und Sie den Newsletter nicht mehr
erhalten möchten, bitten wir Sie einfach ein leeres Mail an
office@gastlichkeit.at?subject=Bitte
keine weiteren Newsletter zu
schicken.
DANKE |
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1.
Eigenverantwortung
Haben Sie
sich schon einmal beim Autofahren geärgert? So richtig mit
Pulsrasen und Adrenalinüberschuss? Ich erzähle Ihnen heute eine
Geschichte, die ich vor Jahren tatsächlich erlebt habe:
Ich bin mit dem
Auto unterwegs. Je zwei
Spuren für jede Fahrtrichtung. Wenig
Verkehr und wie so oft bin ich etwas zu schnell. Vor mir ein Kleinwagen.
Gemächlich. Ganz links. Die rechte Spur
frei. Also dem Kleinwagen erst Mal so
richtig knapp an die Stoßstange. Keine Reaktion, ignoriert mich einfach.
Fluchend lasse ich mich
ein wenig zurückfallen, um rechts zu überholen.
Als ich schwenke,
zieht die weiße Schnecke gemächlich
auf die rechte Fahrspur. Nach einer Schrecksekunde lege ich
mit allem los, was das Auto hergibt. Lichthupe,
Signalhorn, ergänzt mit diversen drohenden Handzeichen. Ich bin
bereits schwer in Fahrt. Selbst
ein wütendes Rumpelstilzchen kann noch von mir lernen.
Zornig das Lenkrad wieder nach links, und ... Sie
ahnen es: gemächlich kreuzt der Kleinwagen wieder die
Mittelspur und setzt sich abermals vor mich. Alle
Erziehung und Zurückhaltung sind endgültig vergessen - ich schreie, tobe, fluche ...
Plötzlich
etwas Irritierendes: Im Fonds mein prächtiger Weißer
Schäferhund. Sieger bei mehreren Hundeausstellungen und bis in
die kleinste Kralle majestätisch. Ein außergewöhnlich schönes
Tier. Anstelle majestätischer Gelassenheit und Nonchalance nun
im Rückspiegel ein verängstigter, furchtsamer Hund.
Angelegte Ohren
und zitternde Schnauze.
Der Hund
bezieht mein Toben auf sich. Fürchtet sich vor meiner Tollheit. Plötzlich
Klarheit. Ich bestimme über die Stimmung eines anderen Lebewesens.
Mein Verhalten bestimmt die Reaktion meines Hundes. Der nächste
Gedanke drängt sich auf:
Was passiert
jetzt gerade mit
mir?
Eine wildfremde Person, die ich nie zuvor gesehen habe,
bestimmt offenbar über meine Stimmung - und ich lasse es zu.
Gebe ihr die Macht über mich. Die Folge: intensives Nachdenken.
Mehrere Stunden. Das
Ergebnis:
Nie wieder
gebe ich einem anderen Menschen die Macht, über meine Stimmung,
mein Leben zu bestimmen. Ich bin
dafür verantwortlich, dass es mir gut geht. Ich allein.
Ich
entscheide mich täglich neu, wie ich den Tag erleben werde. Ich
selbst bin verantwortlich dafür, meine Ziele, Träume und Wünsche zu
erreichen.
Es liegt in meiner eigenen Verantwortung, ein erfülltes glückliches
Leben zu führen.
Wenn ich doch einmal in
schlechter Laune bin, stelle ich mir zwei Fragen: "Wie geht es
mir?" (Antwort: schlecht!") und "Will ich das?" (Antwort:
"Nein!"). Also tue ich etwas dagegen. Zum Beispiel Grinsen
bis zum Abwinken. Eine aufrechte Körperhaltung einnehmen. Intensiv an etwas Schönes denken. Mich selbst fragen
"Wofür bin dankbar?" ...
Autor:
Kurt H. Steindl, Akademischer Trainer
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2.
Effektive Kommunikation
Das Grundübel der meisten
Kommunikationsprobleme sind Wahrnehmungsprobleme. Wahrnehmungs-
und Glaubwürdigkeitsprobleme führen zu komplizierten
Verwicklungen; wir nennen sie „Persönlichkeitskonflikte“ und
„Kommunikationsstörungen“. Diese treten auf, weil jeder der
Beteiligten glaubt, er sähe die Welt so, wie sie ist, und nicht als
subjektive Interpretation. Wenn Sie in diesem Sinne „absolut
richtig“ handeln, sodass jeder, der anders denkt, im Irrtum ist,
werden sich diese „irrenden“ Menschen vor Ihnen schützen, indem
sie Sie abstempeln und in geistiger und emotionaler Hinsicht
ausgrenzen.
Wenn Sie anderer Meinung sind,
sollten Sie sagen:
„Ich sehe das anders. Erklären Sie mir, wie Sie das sehen.“ Und
nicht: „Ich habe Recht und Sie haben Unrecht.“ Durch die erste
Ausdrucksweise wird Ihr Gegenüber in die menschliche
Gemeinschaft einbezogen, denn Sie vermitteln ihm: „Auch Sie sind
von Bedeutung.“ Bemühungen, die Kommunikation
zu verbessern, haben erst dann Wert, wenn Sie in Ihrer
Organisation eine prinzipienorientierte Führung pflegen. Die
meisten Glaubwürdigkeitsprobleme können gelöst werden, wenn
beide Parteien erkennen, dass im Kern ein Wahrnehmungsproblem
besteht.
Eine Lösung für solche
Glaubwürdigkeitsprobleme finden Sie, wenn Sie sich folgende
Einstellungen und Verhaltensweisen aneignen:
1. Ich gehe von guten Absichten aus; ich stelle Ihre Aufrichtigkeit
und Ihren Verstand nicht in Frage.
2. Unsere Beziehung ist mir wichtig und ich möchte Differenzen
lösen.
3. Ich verschließe mich dem Einfluss anderer nicht und bin für
Änderungen bereit.
4. Ich höre zu, um zu verstehen.
5. Ich spreche, um verstanden zu werden.
6. Ich beginne einen Dialog an einem gemeinsamen Bezugspunkt und
gehe dann über in kontroverse Bereiche.
Quelle: Covey S. R. (1993): Die
effektive Führungspersönlichkeit. Management by principles.
Campus. Frankfurt
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3. Story:
Adler oder Muschel?
Nachdem
Gott die Welt erschaffen hatte, begann er damit, die
Lebewesen zu entwickeln. Als erstes erschuf er die
Muschel. Die Muschel hatte ein recht langweiliges Leben. Den
ganzen Tag filterte sie Wasser. Den ganzen Tag hieß es für
sie also "Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu;
Klappe auf..."
Dann
erschuf Gott den Adler. Dem Adler gab Gott die Freiheit, mit
seinen weiten Schwingen über Berge, Meere und Täler zu
fliegen. Aber er übergab dem Adler auch die Verantwortung
für seine Jungen.
Dann
erschuf Gott den Menschen. Erst brachte er ihn zu der
Muschel "Klappe auf; Klappe zu; Klappe auf; Klappe zu" und
dann zum Adler, der frei über den Klippen schwebte und für
seine Jungen das Futter erjagen musste. Und der Mensch
sollte sich entscheiden, welches Leben er führen will.
Tatsächlich stehen wir auch
heute noch vor der gleichen großen Entscheidung: Wollen wir
das Leben der Muschel oder wählen wir das Leben des Adlers?
nach einer alten
indischen Schöpfungsgeschichte |
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4.
Thesen zur modernen
Gastronomie
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Dienen Sie nicht, leisten Sie etwas
für den Gast. |
Kundenorientiert zu sein ist heute „in“. Aber gerade die
Dienstleistungsbetriebe haben immer noch einen großen
Nachholbedarf: Der Gast ist zwar König, doch deshalb
brauchen Sie ihm nicht zu dienen – was er erwartet, ist
Leistung. Verankern Sie das in Ihrer
Unternehmensphilosophie.
Fünf
Grundsätze können Ihnen – übrigens auch im Zeichen der
Globalisierung – dabei helfen:
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1. Wählen Sie eine Sprache, die
der Gast versteht. Ihr ganzes Insider-Vokabular
lassen Sie in der Schublade. |
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2. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre
Gäste. Ob beim Frühstücksbuffet oder beim
Checkout: Laufen Sie nicht weg, suchen Sie die
Nähe der Gäste. |
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3. Machen Sie Herzlichkeit zu
Ihrem Qualitätsmerkmal. Nicht mit Floskeln und
aufgesetztem Grinsen, sondern indem Sie Spaß an
Ihrem Job haben. |
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4. Geben Sie Fehler zu. Und
stellen Sie sie schleunigst ab.
Beschwerdemanagement ist ein Beweis von
Qualität. Nobody is perfect, stehen Sie dazu. |
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5. Beschäftigen Sie nur
qualifizierte Mitarbeiter. Von den
leistungsunwilligen verabschieden
Sie sich. |
Ist
der Gast begeistert, bleibt er Ihnen treu
Wissen Sie, wie teuer es ist, einen Gast zu verlieren?
Den Club Med beispielsweise kostet das 2400 Dollar. Pro
Gast. Und es kostet viel mehr Geld, einen neuen Gast zu
gewinnen, als Sie in die Kundenbindung investieren müssen.
Mit qualifizierter Beratung und gutem Service haben Sie
schon einen Anfang gemacht. Wenn der Gast mit der Reise dann
auch noch zufrieden ist, weil sie seinen Erwartungen
entsprochen hat, ist die Kundenbindung in diesem Fall
perfekt. Dazu müssen Sie Marktforschung betreiben, also Ihre
Gäste regelmäßig persönlich, schriftlich oder telefonisch
befragen.
Quelle:
Bastian, H./Born, K./Dreyer, A. (2000): Kundenorientierung
im Touristikmanagement. Oldenbourg
"Erfolgreiche Hotellerie und Gastronomie ist sehr
einfach: Der Gast verlässt Sie glücklicher, als er gekommen
ist." Kurt
Steindl, Gastlichkeit & Co.
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5.
Wirksames Beschwerdemanagement statt Konkurs
Beschwerde - der Begriff weckt keine
angenehmen Assoziationen. Eine Beschwerde ist ein sichtbarer
Ausdruck von Unzufriedenheit und damit möchten die meisten
Unternehmen lieber nicht in Berührung kommen.
Unzufriedenheit und ihre Auswirkungen
Wie entsteht Unzufriedenheit und was kann
geschehen, wenn die Unzufriedenheit eines Gastes nicht
weiterverfolgt wird?
Zu Beginn steht ein ausgesprochener oder
verborgener Wunsch des Gastes an ein Unternehmen. Durch ein
ungenügendes Produkt- oder Dienstleistungsangebot des
Unternehmens werden die Erwartungen des Gastes enttäuscht,
der Wunsch bleibt unerfüllt. Der Gast ist unzufrieden. Was
geschieht?
Nun, vielleicht geschieht nichts. Vielleicht
aber auch folgendes:
-
Der Gast besucht das Unternehmen nicht
mehr, konsumiert nicht mehr und geht vielleicht zur
Konkurrenz.
-
Der Gast erzählt seine schlechten
Erfahrungen seiner Familie, seinen Nachbarn und seinen
Kollegen.
-
Der Gast beschwert sich (vielleicht sehr
lautstark im Beisein von anderen Gästen).
-
Der Gast geht in Extremfällen vor Gericht
und verklagt das Unternehmen.
-
Der Gast wendet sich an die Presse oder
das Fernsehen.
Die Folgen nicht beachteter Unzufriedenheit
können für ein Unternehmen groß sein: Imageverlust,
Gästerückgang und schließlich wirtschaftliche Folgen bis hin
zum Konkurs.
Andererseits ist die Chance, einen reklamierenden Gast an
das Unternehmen zu binden 4 bis 9 mal größer, als einen Gast
zu binden, der nie Probleme mit dem Unternehmen hat. Die
gemeinsame Bewältigung schwieriger Situationen führt zu
einem intensiven Verhältnis. Dies ist durchaus mit
Freundschaft zu vergleichen.
Dabei ist es so
leicht aus einem unzufriedenen Gast einen begeisterten
Werbeträger für das Unternehmen zu machen (siehe
Seminar "Effizientes Beschwerdemanagement
in Hotellerie und Gastronomie").
Quelle:
Steindl, K.H. (2004):
Beschwerdemanagement im
Dienstleistungsgewerbe Gastronomie – effektive
Beschwerdebehandlung als Trainingsziel
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