
Die sieben
schwierigsten Mitarbeitertypen - und wie Sie Konflikte
mit ihnen vermeiden
In jedem
Team gibt es teamfähige und weniger teamfähige
Mitarbeiter. Schwierige Mitarbeiter initiieren natürlich
häufiger Konflikte. Das Beste aus den Mitarbeitern
herauszuholen, gehört zu den wichtigsten und zugleich
schwierigsten Führungsaufgaben des Chefs oder
Teamleiters.
Denn alle
Mitarbeiter sind unterschiedlich und müssen somit
individuell behandelt werden: Da gibt es zum Beispiel
den Pedanten, der mit Veränderungen kaum klar kommt.
Oder den Macher, der besonders für anspruchsvolle
Aufgaben eingesetzt werden sollte, jedoch oft auch seine
Kollegen bevormundet.
Hierbei
jedem Einzelnen gerecht zu werden, erscheint auf den
ersten Blick als schier unmögliche Aufgabe. Doch so
problematisch ist es nicht: Können Sie einen
Arbeitnehmer einem bestimmten Mitarbeitertypus zuordnen,
vereinfacht sich die Führungsarbeit erheblich.
1. Der Bürokrat und Pedant
Für ihn ist die Welt in Ordnung, wenn alles nach
Gesetzen, Normen und Richtlinien verläuft. Er hat ein
übersteigertes Sicherheitsbedürfnis, überprüft deshalb
seine Ergebnisse mehrmals und arbeitet ohne Gefühl für
Effizienz und Produktivität. Er hat große Angst vor
Veränderungen. Als Sicherheitsbeauftragter, Buchhalter,
Spezialist für den Datenschutz und für alle Aufgaben,
die Gesetzes- und Normentreue verlangen, ist er
hervorragend geeignet.
So gehen
Sie mit ihm um: Meiden Sie gemeinsame Aufgaben mit
einem Kreativen oder einem ergebnisorientierten Macher.
Diese unterschiedlichen Typen treiben sich gegenseitig
in den Wahnsinn. Der Kreative mit seinem Hang zum
unbeschwerten Chaos und der Macher, der effizient, zeit-
und zielorientiert arbeiten will, passen nicht in die
Welt des Bürokraten. Unlösbare Konflikte sind
vorprogrammiert.
Wichtig:
Bereiten Sie den Bürokraten behutsam auf Veränderungen
vor. Nehmen Sie seine Einwände ernst und nehmen Sie ihm
Schritt für Schritt die Angst vor dem Neuen. Dann wird
er auch empfängliche Kollegen nicht gegen Ihr
Veränderungsvorhaben aufbringen.
2. Der
Choleriker
Auch wenn er ein hervorragender und unter dem Strich
umgänglicher Mitarbeiter ist: Seine cholerischen
Anfälle, die ihn hin und wieder überfallen, sind
krankhaft. Er hat sie nicht unter Kontrolle.
So gehen
Sie mit ihm um: Meiden Sie die Zusammenarbeit mit
sensiblen und leicht erregbaren Mitarbeitern. Das geht
nie gut. Kollegen, die ihm in diesem Moment Kontra
geben, bringen den Konflikt zum Eskalieren und sensible
Gemüter sind am Boden zerstört. Dem Choleriker tut sein
Ausbruch hinterher zwar furchtbar leid, aber das
Porzellan ist schon zerschlagen. Weisen Sie ihm also
gelassene robuste Kollegen zu.
Wichtig:
Während des cholerischen Anfalls hilft nur eine
Strategie: Lassen Sie den Choleriker sich auspowern. Am
besten, Sie verlassen den Raum. Irgendwann ist die Luft
raus und es kehrt wieder Ruhe ein.
3. Das
Großmaul
Er kann alles, weiß alles, macht alles besser. In
Konferenzen und Meetings führt er das ganz große Wort.
Er macht oft Versprechungen, was er alles in welcher
Zeit locker schafft, hält dann aber nicht Wort.
So gehen
Sie mit ihm um: Schlecht geeignet für die
Zusammenarbeit mit ihm sind der Macher und der Bürokrat.
Der Macher gibt sich nicht mit Worten zufrieden, sondern
nur mit Taten und der Bürokrat erbost sich über sein
lockeres Hinwegsetzen in Bezug auf Regeln.
Wichtig:
Nehmen Sie diese Symptome seines ausgeprägten
Minderwertigkeitskomplexes mit Humor. Aber führen Sie
ihn straff und weisen Sie ihn immer wieder darauf hin,
dass er seine Zusagen einhalten muss. Sonst bleiben
Konflikte mit ihm nicht aus.
4. Der
ehrgeizige Macher
Er ist der Motor eines Teams, arbeitet hart, ist ziel-
und ergebnisorientiert und fordert viel von sich, aber
auch von anderen. Die Leistung der Kollegen misst er an
seinen eigenen hochgesteckten Zielen. Er will mit aller
Macht Karriere machen und wird dazu auch seine Ellbogen
ohne Rücksicht einsetzen. Ohnmacht, Tatenlosigkeit und
Passivität sind für ihn unerträglich.
So gehen
Sie mit ihm um: Er arbeitet ungern mit dem
Bürokraten, dem Opfer und dem Großmaul. Der Bürokrat ist
ihm zu ineffizient und zu wenig zielorientiert, das
Opfer zu passiv und das Großmaul zu tatenlos. Aber auch
der Kreative kann mit ihm Probleme bekommen, weil er
sich zu sehr von ihm "ausgepowert" fühlt. Setzen Sie den
Macher für anspruchsvolle Aufgaben ein oder übertragen
Sie ihm Sonderaufgaben. Achten Sie darauf, dass er nicht
Ihre Führungsaufgaben übernimmt und Kollegen
bevormundet.
Wichtig:
Greifen Sie ein, wenn er nur noch Alleingänge macht
und blind über die meisten Kollegen hinweggeht, weil sie
seinen Leistungsansprüchen nicht genügen. Das würde sich
negativ auf das Teamklima auswirken.
5. Der
Intrigant
Er ist die Giftspinne im Team, die still und heimlich
ihre Fäden webt: Gerüchte, Anschuldigungen hinter dem
Rücken, Meinungsmache.
So gehen
Sie mit ihm um: Halten Sie das "Opfer" von ihm fern.
Es wartet förmlich darauf, von ihm ins Netz gelockt zu
werden. Dem Intriganten fehlt es an Selbstvertrauen, er
kompensiert diesen Mangel, indem er sich im Hintergrund
wichtig macht. Deshalb: Binden Sie ihn in Entscheidungen
ein, stärken Sie sein Wir-Gefühl im Team und zeigen Sie
ihm, dass er zur Gemeinschaft gehört.
Wichtig:
Schreiten Sie sofort ein, wenn Sie eine Intrige
bemerken. Rufen Sie ihn zu einem Vieraugengespräch - je
nach Situation beteiligen Sie den Betroffenen - und
machen Sie konsequent klar, dass Sie dieses Verhalten
nicht dulden.
6. Das
Opfer
Es ist das "Lamm", dem nur Unrecht geschieht. Sein
Selbstvertrauen ist gering.
So gehen
Sie mit ihm vor: Stecken Sie es nicht in ein
gemeinsames Projekt mit dem Choleriker, dem Macher und
dem Intriganten. Diesen Persönlichkeiten ist es nicht
gewachsen. Geben Sie dem Opfer Aufgaben, an denen es
wachsen kann. Zeigen Sie ihm, dass Sie ihm etwas
zutrauen, das gibt ihm Sicherheit und Selbstvertrauen.
Wichtig:
Machen Sie sich bewusst, dass das Opferlamm mit
seinem Verhalten Aufmerksamkeit erlangen und seine
Kollegen bis zu einem gewissen Grad auch unter Druck
setzen will. Stellen Sie klar, dass nicht jeder
Rücksicht auf das Opfer nehmen und sein Verhalten auf
seine Empfindlichkeiten abstimmen kann. Zum Teamgeist
gehört nicht nur, Rücksicht zu erwarten, sondern auch,
die anderen so zu nehmen, wie sie sind.
7. Der
Kreative
Der Kreative lebt für die Aufgabe, für die Lösung eines
Problems, für das kreative Jetzt und ist nicht unbedingt
zielorientiert.
So gehen
Sie mit ihm um: Der ungeeignetste Teampartner für
ihn ist der Bürokrat. Wie oben erwähnt, ist der Bürokrat
zu normtreu für den Kreativen. Aber auch der Macher kann
mit dem Kreativen Schwierigkeiten bekommen, weil seine
extreme Zielorientiertheit beim Kreativen auf Widerstand
stößt.
Wichtig:
Engen Sie den Kreativen nicht ein, sonst werden Sie
von ihm keine guten Ergebnisse bekommen. Vermeiden Sie -
wenn möglich - massiven Zeitdruck und sehen Sie über ein
gewisses Chaos in seinem Büro hinweg. Verdeutlichen Sie
ihm aber immer wieder, dass er Mitglied eines Teams ist
und dann auch kreative Freiheit im Team nicht grenzenlos
sein kann.
Veröffentlichung
mit freundlicher Genehmigung von:
VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG • http://www.vnr.de