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letzte Aktualisierung: 
  28.03.2012

 
 

 
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Lokalaugenschein:
Restaurant Verdi/Linz
Ein ganz und gar subjektiver Situationsbericht von Kurt Steindl

Dem 15. Hochzeitstag im August 2005 gebührt ein adäquater Rahmen. Drei Hauben von Gault-Millau sind da gerade recht. Kurzfristig springt die Verwandtschaft als Babysitter ein. Speisen im Restaurant Verdi, hoch über Linz.

Reservierung
Bereits bei der telefonischen Reservierung eine angenehme Überraschung. Der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung ist offenbar gut geschult und wirkt sehr kompetent. Etwas überrascht sind wir, dass wir für denselben Abend noch einen Tisch bekommen.

Entree
Dafür enttäuscht uns das Willkommen: Obwohl nicht ausreserviert, weist uns ein wortkarger Mitarbeiter den „Katzentisch“ direkt bei der Eingangstüre zu. Lediglich die Tatsache, dass wir hier bekannt sind, rettet uns den Abend. Der Maitrè lässt uns in der Folge zwischen zwei schönen Tischen mit Blick auf Linz wählen. Den ganzen Abend über bleibt der Katzentisch unbesetzt. Weshalb also die anfängliche Zuweisung?

Die Speisenauswahl ist schwierig.
Bei den Vorspeisen möchten wir am liebsten alle probieren. Das angebotene Menü (ab zwei Personen) zum 40jährigen Betriebsjubiläum haben wir bereits vor zwei Wochen genossen, also stellen wir uns dieses Mal selbst den Speisereigen zusammen. Der überaus kompetente Maitrè hilft bei der Auswahl und zeigt sich eher erfreut bei einem Sonderwunsch: für mich gleich zwei Vorspeisen in Menügröße.

Als Aperitif ein Glas Champagner. Offen und ausgezeichnet temperiert. Eine Wohltat. Wenig überzeugend allerdings der Liptauer, der als Gedeck in Koalition mit köstlichem, gehacktem Gemüse serviert wird. Der Gruß aus der Küche – ein frittiertes Rindfleischbällchen und eine geeiste Melonentasse – überzeugen uns schon eher.

Wein
Sehr angenehm finden wir die Weinauswahl in halben Flaschen. Namhafte große Weine in kleinem Gebinde ermöglichen die Heimfahrt mit dem eigenen Auto. Arachon von TFXT, Jahrgang 2000.

Vorspeisen
Der
warm geräucherte Wildlachs mit Hirtentäschelsalat und asiatischer Marinade ist optisch und geschmacklich überzeugend. Die lauwarmen Flusskrebse – eine Empfehlung des Maitrè – munden vorzüglich. Etwas weniger überzeugt uns die überlange Wartezeit auf die zweite Vorspeise. Mehr als 45 Minuten Pause zwischen zwei kleinen Gängen stellen die Geduld gehörig auf die Probe. Die getrüffelten Teigtaschen an Sellerieschaum erweisen sich als Geschmacksexplosion am Gaumen. Eine herrliche Komposition, die ich am liebsten gleich nochmals bestellen würde.

Offenbar ist man sich der Wartezeit bewusst geworden. Als Überbrückung serviert man uns eine kleine Tasse Sorbet vom weißen Pfirsich.

Hauptgang
Der zarte
Branzino an Parmesan-Risotto hält, was die Ankündigung verspricht, zart und äußerst delikat. Der Mühlviertler Milchlammrücken erweist sich als das Beste vom Lamm, das ich bisher genießen durfte. Ebenfalls zart und auf den Punkt gebraten.

Als Nachtisch
eine Käsevariation und ich vertraue der Auswahl des Mitarbeiters. Sechs verschiedene Käsesorten, gefällig an Apfelscheiben und halbierten Trauben angerichtet, finalisieren die Gaumenfreuden. Der Maitrè versteht es bei der Verweigerung eines Desserts einen geeisten Cappuccino derart verführerisch zu empfehlen, dass meine Gattin gerne schwach wird und freudig genießt. Praktizierter Zusatzverkauf - ohne aufdringlich zu sein, weil das Wohl des Gastes im Vordergrund steht. Für mich als Seminartrainer absolut gelungen. Bravo.

Zum Abschluss serviert ein weiß behandschuhter Mitarbeiter noch unaufgefordert zwei Verdi-Lollies. Kaffeecreme für die Damen, Whisky für die Herren. Spaßig allemal, doch wohin mit den Stielen? Die Untertasse des kleinen Espresso springt helfend ein.

Fazit
Aus unserer Sicht hat das Restaurant Verdi den Titel „Bestes Restaurant Oberösterreichs“ klar verdient. Die famose, raffinierte und doch klare Küche von Patron Erich Lukas überzeugt uns. Das Service – hier speziell des Maitrè - ist erstklassig und kompetent, auch wenn die Kommunikation (insbesondere Körpersprache) eines Mitarbeiters verbesserungswürdig ist. Das Ambiente mit dem Blick auf das nächtliche Linz ist atemberaubend. Die Einrichtung ist schnörkellos und wohltuend einfach in der Linienführung.

Wir kommen sehr gerne wieder. Nicht erst zur Feier des 16. Hochzeitstages.

www.verdi.at

 

 

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