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letzte Aktualisierung: 
  28.03.2012

 
 

 
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Hillingers Verkostungsszene

 

Leo Hillinger - ein Turbo startet durch

Mit 23, in einem Alter, in dem andere noch nicht einmal genau wissen, was sie beruflich tun wollen, hat Leo Hillinger seine Weinweltreise bereits hinter sich und beginnt 1990 den Aufbau des eigenen Weinguts praktisch bei null.

Seine Arbeitsreisen
führten ihn von Frankreich über Deutschland und Südafrika bis nach Australien, Neuseeland und Kalifornien. Wieder zu Hause, war klar, dass sich mit dem frisch übernommenen Betrieb – eigene Rebfläche nicht einmal ein Hektar – einiges ändern werde müssen. Wer den guten Leo irgendwann zwischen 1990 und 2004 kennen gelernt hat, der wird eine ganz erstaunliche Änderung konstatieren.

Der laute Winzer
Waren es bisher eher Epitheta wie „lautester Winzer des Landes“ oder „marketingbetonter Ideensprudler“ oder „unruhigster Geist der burgenländischen Winzerschaft“, die dem blonden Wuschelkopf voraneilten, so ist nunmehr – vermutlich durch die Erfüllung des Lebenstraums, nämlich des eigenen Kellers – eine Veränderung eingetreten, die man kaum für möglich gehalten hatte: Leo Hillinger strahlt eine Ruhe und Abgeklärtheit aus, die in allerhöchstem Maße (und auf vortrefflichste Art, das sei hinzugefügt) mit seinem bisherigen rastlosen Lebenswandel kontrastieren. Leo selbst kommentiert seine Veränderung: „Früher gab’s Drang durch Druck. Heute konzentriere ich mich auf das Wesentliche, und das ist die Qualität des Weins. Ich geb’s durchaus zu, früher hatte ich Profilneurosen aus Akzeptanzmangel, auch musste ich in Sachen Qualität Kompromisse eingehen. Heute passt die Qualität, und das gibt die Ruhe.“

Modernste Kellerei
Leo Hillinger hat sich mit einer der modernsten Kellereien Europas ein Denkmal geschaffen, das seinesgleichen sucht. Ich muss eines vorausschicken: Ich verstehe nicht allzu viel von Architektur, einer Kunstform, zu der mein Zugang ähnlich strukturiert ist wie bei Weintrinkern, die sagen, sie verstünden nichts vom Wein, sie wüssten lediglich, was ihnen schmecke. So ungefähr ist’s bei mir: Ich verstehe nichts davon, weiß aber, was mir gefällt. Und der Hillinger’sche Keller ist nicht nur beeindruckend, er gefällt mir wirklich. Ende der Zwischenbemerkung.

Der neue Keller. Mag man die Bezeichnung des Kellers als „Produktionshaus“ auch als manieriert empfinden, so steckt doch eine ganze Menge Gehirnschmalz, das sowohl von Seiten des Bauherrn wie des Linzer Architekturstudios „GernerGernerPlus“ eingeflossen ist, in Planung und Ausführung. Die Lage selbst in den Weingärten von Jois ist sensibel, und dass die Genehmigungen zur Bauführung einfach zu erhalten gewesen wären, könnte als Untertreibung des Jahres in die Geschichte eingehen. Von außen zu sehen sind eigentlich nur die Präsentationsräumlichkeiten mit der Lounge – der Kostraum ragt als selbstbewusstes Statement aus dem Weinberg, sein übergroßes Fenster erleuchtet die Nacht –, die eigentliche Produktion liegt im Erdinneren. 40.000 Kubikmeter Aushub schufen Platz für die Produktion und gleichzeitig ein Kellerklima, das weitgehend natürlich und energieoptimiert zu regeln ist. Über der großen Produktionshalle sorgen acht nach Norden ausgerichtete Pyramidensockelfenster für natürlichen Lichteinfall ohne direkte Sonnenbestrahlung. Herzstück der gesamten auf die Verarbeitung von 300.000 Litern ausgelegten Anlage ist die Computersteuerung des kompletten Betriebs über funk vom Labor aus. 400 Barriques komplettieren die Verarbeitung.

Der Kellerbau
war aber noch aus einem anderen Grund als Herzstück des Betriebs lebenswichtig: Gab es bisher vier Produktionsstätten – je eine in Rust und Oggau, als Untermieter in der Winzergenossenschaft Jois und das Stammhaus in Jois selber –, so ist nunmehr die komplette Verarbeitung des Ertrags von 50 Hektar Weingärten (25 ha eigene, 25 ha von Vertragswinzern) an einem Ort sichergestellt.

Reben und Wein
War der Kellerbau eine unglaubliche Hauruck-Aktion – Baubeginn war im Mai 2003, im Herbst wurde die komplette Lese 2003 bereits verarbeitet –, so brauchte das Weingut naturgemäß länger, um zu seiner heutigen Größe zu wachsen. Die besten Rebflächen – von der mütterlichen Seite stammend – liegen in Rust und Oggau, von dort stammen die Trauben für die Topserie „HILL“. Lag früher der Rotweinanteil bei 80%, so liegt er heute etwa bei 70%, der Weißweinanteil ist also wieder leicht ansteigend.

Aber fangen wir an der Basis an. Da liegen die Sortenweine, Welschriesling, Chardonnay und Sauvignon in Weiß (alles aus dem Stahltank), Blaufränkisch und Zweigelt in Rot, dazu kommt noch mit dem „SMALL HILL“ eine Rotweincuvée; alle diese Weine liegen preislich unter 10 Euro. Die drei preiswerten Roten werden in der Regel sechs Monate in gebrauchten Barriques ausgebaut. Darüber stehen die beiden roten Sortenvertreter im Premiumbereich, St. Laurent und Cabernet-Sauvignon, sowie die drei Hills: Hill 1 als rote, Hill 2 als weiße und Hill 3 als edelsüße Cuvée.

Leo Hillingers Weine
sind modern vinifiziert, keine Frage, aber längst nicht so aalglatt, wie man das heutzutage vielfach hört, ganz im Gegenteil. Nach meinem Gefühl haben sie in den letzten Jahren bedeutend zugelegt, und zwar in Sachen Beständigkeit. Heute kann man jeden Wein des Hauses bedenkenlos empfehlen, was früher nicht unbedingt der Fall war (was der Winzer oben ja auch zugegeben hat.)

Arbeiten mit dem Konzentrator?
Natürlich wird nach dem letzten Stand der Technik gearbeitet. Wie hält’s der Winzer mit dem Konzentrator? Leo Hillinger hat da keine Berührungsängste und sieht das sehr pragmatisch: „Der steht im Haus, wurde aber in sechs Jahren nur zweimal verwendet, 1998 und 2001. Betriebswirtschaftlich gesehen war’s unsere schlechteste Investition.“ 2003 gab’s übrigens keinen Säurezusatz.

Degustationen & Seminare
Um für die Probe der Weine einen entsprechenden Rahmen zu haben, wurden Verkostungs- und Seminarräume geschaffen, die an Komfort und Präsentationstechnik als „state of the art“ gelten dürfen. Lounge, Seminarraum und Barriquebereich sind mit Multimediatechnik ausgestattet. Dank funkgesteuertem Netz kann die hochkomplexe Technik gebäudeübergreifend und einfach bedient werden. So wird Information zum großen Erlebnis.

Weinakademikerin und Sommelière
Aber alle Technik nützt nichts, wenn die menschliche Komponente nicht stimmt. Und da hat Leo Hillinger eine absolut kongeniale Mitstreiterin gefunden: Daniela Mayer, aus Kärnten stammende Weinakademikerin und Sommelière mit mehreren Saisonen Berufserfahrung unter anderem in Tophäusern am Arlberg, arrangiert jede gewünschte Form von 2 bis 500 Personen, und für ihre Sachkenntnis darf ich als Zaungast eines ihrer Seminare meine Hand ins Feuer legen.

Weingut Leo Hillinger
7093 Jois, Hill 1

Seminar & Events:
Daniela Mayer
Tel. +43/2160/8317, Fax +43/2160/8129
www.hillinger.net leo@hillinger.net

 

Quelle: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.vinaria.at

 

 

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