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letzte Aktualisierung: 
  09.08.2011

 
 

 
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Die Beziehungsqualität ist der Schlüssel zum Ausbildungserfolg

 

 

Der Ausbilder als Beziehungsmanager

„In den nächsten drei Jahren werde ich mehr Zeit mit dir verbringen als dein Vater.“ Dieser Satz, den mein Meister vor über 23 Jahren während meiner Einführung in den Betrieb eher nebenbei sprach, hat sich auf meiner „Festplatte“ eingebrannt. Heute weiß ich warum: Er formulierte ein Leitbild, das angesichts zunehmender Technisierung und Anonymität in unserer Gesellschaft aktueller denn je ist: Beziehung als Schlüssel zumAusbilden und Lernen.

Das Aufnehmen und Gestalten von Beziehungen
ist für die Entwicklung eines Menschen wichtig. Informationen können sich Lehrlinge notfalls aus Büchern oder elektronischen Medien organisieren, aber soziale Kompetenz lernen sie nur im Umgang mit anderen Menschen. Ausbilder nehmen hier eine Vorbildfunktion ein, da sie für ihre Lehrlinge als Modell für das Gestalten von (Arbeits-)Beziehungen stehen.

Management von Beziehungen
Doch Beziehungen zu managen, ist nicht so einfach wie es klingt. Es genügt nicht, nur freundlich zu sein. Ausbildungsprozesse müssen bewusst initiiert, gestaltet und gesteuert werden und das setzt Wissen über menschliche Beziehungen voraus. Die meisten Schwierigkeiten, die dabei auftreten können, sind Kommunikationsprobleme. Daher gibt es im Grunde zwei Aufgaben zu meistern: Einerseits mit sich und anderen adäquat zu kommunizieren, andererseits mit den Emotionen anderer richtig umzugehen. Das setzt voraus, dass Ausbildungskräfte sich ihrer eigenen Emotionen bewusst sind und sich mit Empathie auf die Lehrlinge einstellen können. Die Kunst, gute Beziehungen zu führen, beginnt also mit Authentizität.

So lautet die Devise: Professionelle Beziehungsarbeit statt Kuschel-Management.

Ausbilden heißt kommunizieren
Die Kompetenz des Ausbilders besteht darin, Wissen und Können zu vermitteln, aber auch die Beziehung zum Lehrling effektiv zu managen. Diese Fähigkeit beinhaltet in besonderem Maß eine kommunikative Kompetenz, die es dem Ausbilder ermöglicht, mit schwierigen Situationen und Konflikten konstruktiv umzugehen. Konsequenterweise stellt sich die Frage, warum es im Rahmen der Berufsausbildung so wichtig ist, über die Fähigkeit zu kommunizieren zu verfügen? Einführungs-, Unterweisungs-, Zwischen-, Beurteilungs-, Beratungs- und Konfliktgespräche – das Spektrum der Gesprächsanlässe in der Berufsausbildung ist vielfältig. Auch die nonverbale Kommunikation nimmt einen großen Teil der Zeit während des Ausbildungsalltags ein.

Das bedeutet: Ausbilden ist kommunizieren.

Kommunizieren heißt Beziehungen gestalten
Gelungene Kommunikation hängt nicht allein vom Willen ab - wobei das eine sehr gute Voraussetzung ist - sondern auch von der Fähigkeit zu durchschauen, dass sie viele Dimensionen der Verständigung hat. Neben dem Austausch von Inhalten steht auch immer der Ausdruck von zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn das Verhältnis zwischen den Gesprächspartnern schlecht ist, sind selbst einfachste Inhalte schwierig oder gar nicht zu vermitteln.

Mit anderen Worten: Die Beziehungsqualität ist der Schlüssel zum Ausbildungserfolg.

 


aus: Kluge, M.: Der Ausbilder als Beziehungsmanager. Was tun mit "schwierigen" Azubis? Köln 2003.
Autor: Michael Kluge, MKTrainKluge@aol.com    www.kluge-kompetenzen.de
Quelle: aid, Fachzeitschrift „B&B Agrar“, Seite 266-267, Ausgabe 10/03
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

 

 

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