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Kundenbegeisterung: Einfühlsame Mitarbeiter machen Kunden zu
Fans
Unternehmen können sich gegenüber Mitbewerbern behaupten, wenn
sie ihre Kunden nicht nur zufrieden stellen, sondern sie
begeistern. Dazu benötigen sie sowohl vorbildliche Vorgesetzte
als auch motivierte Mitarbeiter, die ihre Begeisterung an den
Kunden weitergeben. Durch Anwendungsfehler erreicht man jedoch
das Gegenteil und die Kunden werden sogar vergrault.
„Der Preiskampf – verbunden mit einer wachsenden
Austauschbarkeit der Anbieter wie auch der
Produkte – beruht vielfach darauf, dass die
wahren Bedürfnisse der Kunden im Service- und
Dienstleistungsbereich völlig ignoriert werden.“
Der Konsument in
der heutigen Zeit möchte mehr! Die Zeiten, in
denen man bestimmte Artikel benötigte, sind
vorbei, die Märkte sind gesättigt. Der Kunde
sucht nicht länger nur nach einem Gegenstand zur
Problemlösung – er möchte ein Erlebnis, das ihn
begeistert. Die Anbieter müssen
sich etwas einfallen lassen, um die Kunden zu
begeistern und sich dadurch Wettbewerbsvorteile
zu verschaffen. Das angestrebte Ziel sollte
sein, dass die Menschen Ihr Unternehmen gerne
haben und ein gutes Gefühl bekommen, wenn Sie
Ihr Logo irgendwo sehen. Das Verhältnis sollte
ähnlich wein, wie zwischen einem Fan und einem
Star. Denn Fans halten die Treue, schenken
Bewunderung, verzeihen Missgeschicke und kommen
von alleine. Wie Kunden zu Fans werden ist nicht
einfach, aber ein Versuch lohnt sich.
Stichwort
Der
Begriff Kundenbegeisterung darf nicht mit
Kundenzufriedenheit gleichgesetzt werden.
Kundenzufriedenheit bedeutet lediglich, dass
der Kunde die Leistung, die er erwartet auch
bekommt. Zumindest hat die
Wahrnehmung der erbrachten Leistung
seine Erwartung erfüllt. Unzufriedenheit
entsteht, wenn die Erwartungen höher sind
als die wahrgenommene Leistung.
Kundenbegeisterung hingegen bedeutet, dass
die Erwartung sogar übertroffen wird.
Wenigstens muss der Kunde glauben, dass er
mehr erhalten hat und ist deshalb
überrascht. Die Überraschung
ist ein wesentlicher Bestandteil
der Kundenbegeisterung, sie ist spannend und
vermittelt einem das Gefühl, etwas ganz
Besonderes zu erleben. Getreu dem Motto:
„Was der Kunde noch nicht weiß, macht ihn
heiß!“
Nichts ist wie
es einmal war
Um dem
potenziellen Käufer mehr bieten zu können als er
erwartet, muss man zunächst wissen, welche
Erwartungen er überhaupt hat. Das Kaufverhalten
hat sich in den letzten Jahren drastisch
geändert. Ein und der selbe Kunde nutzt
Discounter und Billiganbieter, um an anderer
Stelle etwas mehr auszugeben und sich Luxus zu
leisten. Zum Beispiel mit dem Porsche zu Aldi
und mit dem Billigflieger nach Mallorca zum
Golfen. Experten bezeichnen dies als hybrides
Kaufverhalten. Die klassischen
Zielgruppenmodelle sind nicht länger gültig.
Senioren genießen ihre plötzlich gewonnene
Freiheit und sind erlebnishungrig wohingegen
sich Jugendliche nach traditionellen Werten
richten. Darum ist es sehr wichtig, dass ein
Unternehmen seinen Kunden kennenlernt.
Was jeden Kunden
beim Kauf beeinflusst, sind Emotionen.
Kaufentscheidungen finden nicht im Kopf statt,
sondern im Bauch. Dabei punkten Produkte und
Dienstleistungen, die gute Gefühle vermitteln
anstatt nur harte Fakten zu bieten. Gute Gefühle
werden unter anderem geschaffen durch:
- Ästhetik,
- sinnliche
Erlebnisse,
- Spaß,
-
Einzigartigkeit,
- Ambiente,
- Vertrautheit
und
- Prestige.
Es wird nicht nur
das Produkt gekauft, das zu einer Problemlösung
führt sondern die Werte und ein Gefühl, dass
eine Phantasie oder Traum in Erfüllung geht. Mit
den richtigen Bildern schaffen Sie Kino im Kopf,
was beim Verkauf oder Anbieten förderlich ist.
Hier einige Beispiele:
- Im
Restaurant: Essen ist nicht gleich essen. Es
ist ein Unterschied, ob man nur satt werden
will, oder ob man ein exklusives Restaurant
auswählt, das einen besonderen Ruf genießt.
Wenn man dann Champagner statt Sekt
bestellt, vermittelt das noch stärker das
Gefühl etwas Besonderes „zur Feier des
Tages“ zu genießen.
- Beim
Friseur: Geht man zum Friseur kann man sich
entweder nur die Haare schneiden lassen oder
aber der Friseur vollzieht bei einer Person
eine Typveränderung, die sie zehn Jahre
jünger aussehen lässt und dazu noch ein
neues Lebensgefühl spüren lässt.
- Beim
Autohändler: Hier werden nicht nur einfach
Personenkraftwagen verkauft, sondern
Lebensphilosophien. Warum sonst hat Porsche
so viel Erfolg wenn man auch mit jedem
beliebigen anderen Auto von A nach B kommt?
Kundenservice
mit Herz
Um den Kunden
glücklich zu machen, muss er sich geborgen,
verstanden, akzeptiert und umsorgt fühlen,
einfach ausgedrückt, er möchte geliebt werden.
Mit einem guten Kundenservice können Sie dieses
Gefühl dem Kunden vermitteln.
Meistens
reichen Kleinigkeiten aus, die den
Service effektiv verbessern. Das können
freundliche Gesten, wie ein Lächeln sein oder
kleine Geschenke. Wichtig dabei sind
Authentizität und Verständnis für das Anliegen
des Kunden. Wenn beispielsweise die Frau in der
Bäckerei sich die Vorlieben ihrer Stammkunden
merkt und gleich das richtige einpackt, bevor
der Kunde bestellt hat, wird dies sehr positiv
aufgenommen. Immaterielle Serviceleistungen sind
sehr wichtig, um sich als Unternehmen von
anderen abzuheben. Bietet man schlechten oder
gar keinen Service, wendet sich der Kunde
schnell ab.
Reklamationen kommen
jedoch immer vor, egal wie viel Mühe man sich
beim Service gibt. Anstatt diese zu vermeiden
oder unter den Teppich zu kehren, sollte man
diese als Chance nutzen, um noch besser zu
werden. Reklamationen sind:
- kostenlose
Unternehmensberatung,
-
Frühwarnsystem sowie
- Chancen- und
Ideengebung.
Es ist wichtig,
dass der Kunde keine Hemmungen hat, seinen Frust
zu äußern und ihm dabei keine Steine in den Weg
gelegt werden. Eine Stelle, an der Reklamationen
freundlich aufgenommen und zügig bearbeitet
werden, gibt dem Kunden das Gefühl, dass er
ernst genommen wird und das verhindert, dass er
negative Gefühle behält. Wenn dem Kunden sogar
überraschend gut geholfen wird, kann aus
Unzufriedenheit Begeisterung werden. Im
Gegensatz dazu ist emotionale Kälte der
zerstörende Faktor in der Beziehung zum Kunden.
Die Gründe, warum
Kunden ihre Beziehungen zu Unternehmen endgültig
beenden, sind nach einer Umfrage des dpm-Teams:
-
Unfreundlichkeit und mangelnde Höflichkeit;
- Inkompetenz,
Unwissenheit oder Unkenntnis des Personals;
- Lange
Wartezeiten am Telefon oder im Geschäft;
- Allgemeine
Ignoranz und Desinteresse am Kunden;
- Schlechte
Laune und Lustlosigkeit des Personals;
- Arrogante
Behandlung.
Aus
Sachbearbeitern werden Menschenbearbeiter
Aus der
Perspektive des Kunden wird ein Unternehmen als
Ganzes wahrgenommen. Alle Mitarbeiter, ob nun
Geschäftsführer, Verkäufer, Sachbearbeiter oder
Mitarbeiter im Call-Center repräsentieren ein
und dasselbe. Sofern sich einer einen Patzer
erlaubt, ist dies schädigend für das Image des
ganzen Unternehmens. Es müssen alle an einem
Strang ziehen und jeder sollte als höchstes Ziel
den begeisterten Kunden haben.
Begeisterte
Kunden erreicht man aber erst durch begeisterte
Mitarbeiter. Dies rückt oft in den Hintergrund,
ist aber eine zwingende Voraussetzung. Viele
Angestellte sind unzufrieden in ihrem Job und
unzufriedene Mitarbeiter können schwer
begeistert werden. Vorgesetzten ist oft nicht
klar, was die Gründe für die Unzufriedenheit
ist. Dabei sind es grundlegende menschliche
Bedürfnisse, die auch im Job befriedigt werden
wollen. Mitarbeiter wollen:
- sich mit dem
Unternehmen und ihrer Arbeit identifizieren,
- eigenen
Input einbringen und Mitspracherecht bei
Entscheidungen haben,
- sinnvolle
Arbeit tun,
- persönlichen
und beruflichen Respekt erfahren,
- das Gefühl
haben, in einer Gemeinschaft integriert zu
sein,
-
Wertschätzung erfahren für das, was sie
sind, und das, was sie tun,
- ihr Know-how
in die Arbeit einbringen,
- Perspektiven
für berufliche und menschliche
Weiterentwicklung erkennen und
- das Gefühl
vermittelt bekommen, dass das Leben nicht
nur aus Arbeit besteht.
Nicht jeder
Vorgesetzte kann, dem Mitarbeiter geben, was er
braucht, um gute Leistungen zu erbringen. Die
Kernkompetenz, die eine Führungskraft besonders
braucht sind vor allem, dass sie ein
Vorbild ist. Denn wenn der Chef den
Kunden falsch behandelt, ist der Mitarbeiter
keineswegs motiviert, es anders zu machen.
Fähigkeiten, wie positives Denken,
zielorientiertes Handeln und eine
motivationsschaffende Ausstrahlung tragen auch
dazu bei, Mitarbeiter auf den richtigen Weg zu
bringen und kundenorientiert zu handeln.
Begeisterung ist
ein Kreislauf, der zwischen Vorgesetzten,
Mitarbeitern und Kunden stattfindet und nicht
unterbrochen werden darf. Es stellt sich
natürlich die Frage: Wodurch sind Vorgesetzte
begeistert, wie können Sie die Begeisterung
weitergeben und wie gelangt sie zum Kunden? Dazu
ein Schaubild:
„Lob und Anerkennung, das ist einfach mal ein
‚Danke’ oder ein ‚Gut gemacht’. Das erfordert
keinerlei Budget und auch keinerlei großen
Zeitaufwand.“ [Marco Nink,
Gallup-Verantwortlicher]
Schon bei der
Auswahl der Mitarbeiter ist darauf zu achten,
dass sie für den Umgang mit Kunden ein Händchen
haben. Sie sollten sich in Menschen
hineinversetzten können und ein Gespür für die
Bedürfnisse anderer haben. Im Umgang mit
Menschen hilft keine Anleitung sondern
Einfühlungsvermögen und Feinfühligkeit. Nicht
jeder kann je nach Situation richtig agieren.
Diese Werte sollte ein Mitarbeiter schon
besitzen, bevor er angestellt wird, denn die
fachliche Kompetenz ist einfacher zu erlernen
und kann geübt werden.
Bei der
Einarbeitung der Mitarbeiter sollte das
Training nicht fehlen. Um auf den
richtigen Umgang mit Kunden vorbereitet zu sein,
sollten die Angestellten in folgenden Bereichen
trainiert werden:
- Wortwahl,
- Verhalten
bei Querulanten,
-
Reklamationsbearbeitung,
-
Wiedergutmachung,
- Inszenierung
einer kleinen Überraschung.
Das schafft
Sicherheit und führt zu Selbstwertgefühl beim
Mitarbeiter. Gelingt es dem Mitarbeiter darüber
hinaus, dem Kunden durch kleine Gesten eine
Freude zu bereiten, beginnt eine positive
Motivationsspirale: Die Mitarbeiter sehen den
Erfolg und möchten noch mehr Begeisterung beim
Kunden wecken. Im besten Fall beginnt der
Mitarbeiter die Eigeninitiative zu ergreifen und
sich selbst neue Ideen einfallen zu lassen.
Übermaß tut
selten gut
Aber Vorsicht:
Wie überall können auch beim Versuch Kunden zu
begeistern Fehler passieren!
Man sollte darauf
achten, bei scheinbar „neuen“ Ideen, nicht etwas
zu kopieren, das schon andere anbieten.
Vielleicht ist dem Kunden diese Idee schon
bekannt und so wird aus einer gewollten
Überraschung ein gelangweilter Kunde, der die
Idee abgedroschen findet. Oder es kann
passieren, dass eine kopierte Idee gar nicht zum
jeweiligen Unternehmen passt, sei es vom Thema
her oder von der vorhandenen Kapazität.
Ein weiterer
Fehler ist es, die Sache zu übertreiben. Man
kann es auch zu gut meinen! Die Kunden gewöhnen
sich an die Serviceleistung und schrauben die
Erwartungen nach oben, so kann es passieren,
mehr Kunden zu verlieren als zu gewinnen.
Eine
Geschichte:
Der Besitzer, F. Gutgemeint, eines Cafés
wollte die Kunden begeistern mit der Beigabe
eines kleinen Gebäcks zu jedem Cappuccino.
Nach ein paar Wochen war dies für die Kunden
zum Standard geworden. Als sie einmal kein
Gebäck dazu bekamen, fragten sie verwundert:
„Warum gibt es heute kein Gebäck dazu?“ Also
dachte sich Herr Gutgemeint, er muss noch
mehr für die Kundenbegeisterung tun und
servierte zu jedem Cappuccino ein ganzes
Frühstück. Sehr schnell gewöhnten sich die
Kunden auch an dieses Angebot und als sie
einmal kein Frühstück bekamen, fragten sie
warum es das nicht mehr gibt und wechselten
das Café. Sie gingen dorthin, wo es neben
dem Frühstück auch noch die Tageszeitung
gratis dazu gab.
[Quelle:
www.kundenbegeisterung.net]
Neben guten
Ideen, zählt ein außergewöhnlicher
Kundenservice mit Herz. Den Fehler, den Sie
hier machen können, ist übertriebene
Freundlichkeit, die nicht authentisch ist.
Und zu viel Aufmerksamkeit kann den Kunden
nerven, zum Beispiel wenn Sie im Restaurant
alle fünf Minuten nach Ihrem Befinden
gefragt werden. Es ist zwar gut gemeint,
kann aber Gästen als Belästigung vorkommen.
Um nicht in
die Fehlerfalle zu tappen, sollten folgende
Punkte beachtet werden:
-
Entwickeln Sie innovative und
einzigartige Ideen mit Pfiff!
-
Übertreiben Sie nicht beim Angebot und
Service!
Und wenn Sie
dann noch mit einer guten Mannschaft
ausgestattet sind, kann die
Kundenbegeisterung beginnen und ganz normale
Kunden werden zu begeisterten Fans!
Weiterführende
Bücher zum Thema:
Ralf R. Strupat, Das bunte Ei — Mit
Kundenbegeisterung gewinnen, 2008
Claudia Hilker, WOW-Marketing — Kleines
Budget und große Wirkung, 2008
Anne M. Schüller, Zukunftstrend
Kundenloyalität — Endlich erfolgreich durch
loyale Kunden, 2004
[po;
Bild:foltolia.com]
"Mehr zum Thema
Kundenorientierung" erfahren Sie unter
http://www.business-wissen.de/marketing/kundenorientierung.html
Veröffentlichung mit freundlicher
Genehmigung von
www.business-wissen.de
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