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Krisenmanagement
von Helmut Kammerer, Marburg
Wer
über ein funktionierendes Controlling-System verfügt, kann die
Gefahr von Krisen im Betrieb schon erkennen, lange bevor die Krise
wirklich zutage tritt. Viele Unternehmer im Gastgewerbe sehen die
Probleme jedoch erst, wenn bereits spürbare Folgen auftreten.
Liquidität
Meistens
handelt es sich dabei um mehr oder weniger deutliche Anzeichen von
Liquiditätsengpässen. Es fängt damit an, dass Rechnungen nicht
mehr pünktlich bezahlt werden und dass sich Mahnungen häufen.
Hin und wieder löst die Bank die Lastschriften nicht mehr ein,
oder lässt gar einen Scheck platzen. Vielleicht trudeln auch
bereits erste gerichtliche Mahnbescheide ein oder der
Gerichtsvollzieher kommt. Die Briefe der Bank werden hartnäckiger,
Kontenkündigungen werden angedroht und möglicherweise sogar
ausgesprochen. In jedem Fall wird der Druck immer größer und
nicht nur die wirtschaftliche Belastung wächst, sondern auch die
seelische.
Angst
Daher
gibt es auch häufig die gleichen Verhaltensmuster bei den
Betroffenen: Typisch für eine fortgeschrittene Krise ist
beispielsweise, dass Betroffene die Post nicht mehr öffnen aus
Angst vor neuen Mahnungen und anderen Hiobsbotschaften. Es wird
der Versuch unternommen, die Realität zu ignorieren.
Schonungslose
Bestandsaufnahme
Genau
das aber ist sicher nicht der richtige Weg. Denn wer eine Krise
meistern will, muss zu aller erst eine schonungslose
Bestandsaufnahme machen, um eine Grundlage für weitere
Entscheidungen zu gewinnen. Denn so manche zunächst hoffnungslos
erscheinende Lage bietet bei genauerer Betrachtung durchaus
Chancen einer Lösung. Jeder Tag aber, an dem man entsprechende
Entscheidungen aufschiebt, ist ein verlorener Tag, ein Tag, der
die Aussichten auf Rettung des Betriebes verschlechtert.
Rechtzeitig
handeln
Es
ist nicht möglich, jedes krisengeschüttelte Unternehmen zu
retten, aber selbst eine Pleite kann organisiert werden, wenn man
sich rechtzeitig daran macht, den wirtschaftlichen Sturz des
Betriebsinhabers abzufedern.
Das
entscheidende Wort dabei lautet "rechtzeitig"
und das bedeutet in diesem Fall nichts anderes als "so früh
wie möglich". Wer mit dem Krisenmanagement wartet, bis der
allerletzte Euro ausgegeben ist, hat freilich keine guten Karten.
Ganz
wichtig ist der erste Schritt: Sich dem Problem stellen! Dies gilt
für viele Lebensbereiche, nicht nur für betriebliche
Schwierigkeiten - aber eben auch hier. Es erfordert in der Tat
Mut, sich einzugestehen, dass man in ernsten Schwierigkeiten
steckt. Aber sobald das geschafft ist, kann man sich an die Lösung
derselben machen. Was es dabei im Einzelnen alles zu beachten und
zu tun gibt, möchte ich in den nächsten Wochen an dieser Stelle
erzählen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von
Helmut
Kammerer, Unternehmensberater aus Marburg (D)
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