
Klein und fein
Mini-Lokale
statt Mega-Restaurants - ein neuer Trend in den USA
Aus den USA gibt es
einen neuen erstaunlichen Trend zu vermelden: Ausgerechnet im
Mutterland der Mega-Ketten wie McDonalds und Burgerking haben
immer mehr Gastronomen Erfolg mit kleinen, gemütlichen
Restaurants, den so genannten "Mini Gourmet
Restaurants", in denen erstklassige Gourmet-Gericht angeboten
werden. Schon seit einigen Jahren entwickelt sich die Welt der
Restaurantbesucher in diese Richtung, teils als Reaktion auf die
luxusgeprägten 90er Jahre, in denen große Restaurants mit 100 Plätzen
und mehr oder Restaurantketten mit Niederlassungen in mehreren Städten
en vogue waren. Die geht aus einer Untersuchung der National
Restaurant Association (NRA) in Chicago hervor.
Der "Small is
Beautiful" - Trend
passt natürlich auch gut zur
augenblicklichen Konjunkturschwäche und erfüllt die Sehnsucht
der Restaurantbesucher nach Behaglichkeit und Intimität. Und auch
wenn für die Gerichte in einigen dieser Restaurants recht hohe
Preise verlangt werden, gelten sie wegen der persönlichen Note
dennoch als preiswert.
Steve Zobel, Executive Chef des vor einem Jahr eröffneten
Triomphe im New Yorker Iroquois Hotel mit 45 Plätzen, erklärt:
"Der Hauptvorteil ist, dass man die Stammgäste kennen lernen
kann."
Das Restaurant im Hotel St. Germain in Dallas mit 50
Plätzen ist auf betuchte Romantiker eingestellt und serviert in
einem mit antiquitätengefüllten Raum ein Sechs-Gänge-Menü bei
Kerzenlicht zum Festpreis von 85 Dollar.
Der Tastin Room in New
Yorker East Village bietet jedes seiner 13 Gericht in zwei Größen
an: "taste" und "share": "probieren"
und "teilen". Die Küchenchefs und Restaurantbesitzer
sagen, in so kleinem Rahmen zu arbeiten, mache es manchmal
schwierig, Luxusgerichte wie Foie Gras und Kaviar zu
erschwinglichen Preisen anzubieten.
Renee Alevras, zusammen mit ihrem Mann Colin Besitzerin des The
Tasting Room, sagt dazu: "Man kann jeden Tag einkaufen gehen,
die Speisekarte schnell ändern, das Angebot der offenen Weine
rasch anpassen - es ist fast wie eine Dinner-Party zu geben."
Eine Reduzierung der Größe kann auch eine bessere Qualitätskontrolle
in der Küche ermögliche, erklärt Vincent Nattress, Chef und
Miteigentümer des Roux. " Ich koche jeden Tag mit denselben
Leuten. Wir inspizieren die Zutaten gemeinsam. Ich sehe jeden
einzelnen Teller, bevor er hinaus in den Gastraum geht."
Ein
Nachteil ist allerdings, dass manche Restaurantbesitzer unter dem
zusätzlichen finanziellen Druck stehen, die Mahlzeiten so schnell
wie möglich zu servieren, damit die Tische an einem Abend
mehrmals belegt werden können. Andere sparen, indem sie möglichst
wenig Personal einstellen, weniger teuere Gedecke benutzen und
lange Arbeitszeiten haben. Doch die Anfangsinvestition ist
niedriger, etwa 200 000 Dollar für den Kauf eines Restaurants,
plus einer Menge harter Arbeit.
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