
Fachbegriffe
zum Thema Käse
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Blauschimmel
Blauschimmelkäse ist, wie oft fälschlicherweise angenommen
keine eigenständige Käsegruppe. Die meisten Blauschimmelkäse
gehören jedoch zu den halbfesten Schnittkäse. Als Blauschimmelkäse
werden Käse bezeichnet, deren "Teig" mit speziellen
Schimmelkulturen "geimpft" wurde. Dabei spielt es keine
Rolle zu welcher Käsgruppe die verschiedenen Käsesorten gehören.
Alle Blauschimmelkäse haben einen Mindestfettgehalt von 40
Prozent i.Tr.
Um die Schimmelkulturen besser reifen zu lassen stechen die Käsehersteller
die Käselaibe mit Nadeln an. So stellen die Käsehersteller
sicher, dass die Edelpilze durch die Einstichlöcher mit
wachstumsförderndem Sauerstoff versorgt werden. Die Einstichlöcher
sind oft gut beim Anschneiden eines Blauschimmels zu erkennen.
Casein
Die Milchproteine bestehen aus vielen verschiedenen Eiweißkörpern,
die nach ihren Eigenschaften in zwei Gruppen zusammen gefasst
werden: Das Casein macht in der Kuhmilch 80 % des Gesamteiweißes
aus, lässt sich durch Ansäuern oder durch Zusatz von Labenzymen
ausfällen und ermöglicht so die Käseherstellung. Die
Molkeneiweiße die beim Kochen ausfallen und auf heißer Milch
eine Haut bilden, bestehen aus Albumin und Globulin.
Diacetyl
- auch Butteraroma genannt, ist ein durch Milchsäurebakterien natürlich
gebildeter Aromastoff. Er verleiht Weichkäsen einen angenehmen
Geschmack und Geruch.
Eiweiß
Eiweiß enthält wie Kohlenhydrate und Fett die Elemente
Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) zusätzlich
aber noch Stickstoff (N). Bei manchen Arten können noch Schwefel
(S) oder Phosphor (P) hinzukommen. Diese Elemente setzen sich zu
Aminosäuren zusammen. Die Bausteine des Lebens: Leuzin, Isoleuzin,
Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin
sind im Gemüse und Obst in hohen Konzentrationen enthalten. Viele
Menschen glauben fälschlicherweise, dass Gemüse diese Eiweißbausteine
nicht ausreichend liefert und der beste Eiweißlieferant Fleisch
ist. Aber Gemüse und Obst haben den Vorteil gegenüber Fleisch,
alle essentiellen Aminosäuren zu enthalten. Diese Aminosäuren
bilden lange Ketten, die sich spiralartig zusammenziehen. Sind am
Aufbau von Eiweißen nur Aminosäuren beteiligt, spricht man von
Proteinen oder einfachen Eiweißen. Binden sich noch weitere
Stoffe an die Aminosäureketten, spricht man von Proteiden oder
zusammengesetzten Eiweißen. Beispiele dafür sind: Eisen beim Hämoglobin
des Blutes und Calcium beim Caseinogen der Milch. Die spiralförmigen
Aminosäuren wickeln sich, wenn sie sich zu Eiweißen
zusammensetzen, weiter auf. Einige bilden kugelige Gebilde, die
Globuline. Andere verbinden sich zu faserförmigen Strängen, den
fibrillären Proteinen. Zu den Globulinen gehören Albumin (Milch,
Ei, Fisch, Fleisch, Kartoffeln), Globulin (Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte)
und Kleber (Getreide). Fibrilläre Proteine sind Kolagene, die im
Bindegewebe vorkommen.
Enzyme
Enzyme kommen in jedem Käse vor, der mit Milchsäurebakterien und
Edelschimmel hergestellt wurde. Enzyme in Weichkäse können den
Geschmack und die Konsistenz auch nach Auslieferung an den Handel
noch bis zum Verzehr laufend verändern. Gereifte Käse bieten ernährungsphysiologische
Vorteile, da die im Reifungsprozess gebildeten Eiweißbruchstücke
im menschlichen Magen - Darmtrakt leichter aufgenommen werden können
Fett i.Tr.
bedeutet
Fett in der Trockenmasse. Während der Käsereifung verdunstet
laufend Wasser, die Käse verlieren an Gewicht und werden
leichter. Eine Fettangabe in Gramm oder in Prozent des
Gesamtgewichtes müsste also laufend geändert werden. Die
Trockenmasse bleibt dagegen während der Käsereifung annähernd
konstant. Aus diesem Grund wird der Fettgehalt eines Käses in
Prozent der Trockenmasse angegeben.
Fettstufe
Die deutsche Käseverordnung unterscheidet 8 Fettgehaltsstufen die
im einzelnen wie folgt definiert sind:
Magerstufe, weniger als 10 Prozent Fett i. Tr.,
Viertelfettstufe, mind. 10 Prozent Fett i. Tr.,
Halbfettstufe, mind. 20 Prozent Fett i. Tr.,
Dreiviertelfettstufe, mind. 30 Prozent Fett i. Tr.,
Fettstufe, mind. 40 Prozent Fett i. Tr.,
Vollfettstufe, mind. 45 Prozent Fett i. Tr.,
Rahmfettstufe, mind. 50 Prozent Fett i. Tr.,
Doppelrahmfettstufe, mind. 60 bis max. 85 Prozent Fett i. Tr.
Frischkäse
Als Frischkäse werden alle Käse, die ohne Reifung gleich
verzehrfertig sind bezeichnet. Sie werden in allen Fettstufen
angeboten. Zu ihnen gehört beispielsweise Quark oder Schichtkäse.
Frischkäse ist nur für kurze Zeit haltbar. Man lagert ihn
Idealerweise unter 3 Grad Celsius. Frischkäse wird im Gegensatz
zu anderen Käsesorten direkt aus dem Kühlschrank gegessen.
Als
Frischkäse werden alle Käse, die ohne Reifung gleich
verzehrfertig sind bezeichnet. Sie werden in allen Fettstufen
angeboten. Zu ihnen gehört beispielsweise Quark oder Schichtkäse.
Frischkäse ist nur für kurze Zeit haltbar. Man lagert ihn
Idealerweise unter 3 Grad Celsius. Frischkäse wird im Gegensatz
zu anderen Käsesorten direkt aus dem Kühlschrank gegessen.
Gärkeller
In Gärkellern wird Käse bei 20 - 23 Grad Celsius gelagert.
Typisch für Käsesorten die im Gärgellern reiften sind die Löcher
im Käse. Die Löcher entstehen durch die relativ hohen
Lagertemperaturen dadurch entwickeln sich im Inneren des Käses
Kohlensäure. Sie sammelt sich an bestimmten Stellen des Käselaibs
solange die Käsemasse noch weich und geschmeidig ist.
In
Gärkellern wird Käse bei 20 - 23 Grad Celsius gelagert. Typisch
für Käsesorten die im Gärgellern reiften sind die Löcher im Käse.
Die Löcher entstehen durch die relativ hohen Lagertemperaturen
dadurch entwickeln sich im Inneren des Käses Kohlensäure. Sie
sammelt sich an bestimmten Stellen des Käselaibs solange die Käsemasse
noch weich und geschmeidig ist.
Käsegruppen
1. nach Gerinnungsart: Dies ist die ursprüngliche Einteilung der
Käsegruppen. Heute sind die Grenzen zwischen Süß- und
Sauermilchkäse weitgehend fließend, da oft beide
Gerinnungsmethoden kombiniert werden. Grundsätzliche
Unterscheidungsmerkmale gelten für beide Sorten allerdings immer
noch.
Süßmilchkäse, Labkäse
Sauermilchkäse
2. nach Konsistenz:
Frischkäse
Weichkäse
Halbfester Schnittkäse
Schnittkäse
Hartkäse
3. nach Trockenmasse und Fettgehalt: Weitere
Unterscheidungskriterien zwischen den scheinbar unzähligen Käsesorten
ist der Trockenmassenanteil und der Fettgehalt. Anhand dieser
Unterscheidungsmerkmale werden die Käsesorten nach dem
Trockenmassenanteil und nach 8 Fettgehaltstufen kategorisiert.
4. Blauschimmelkäse ist keine eigene Käsegruppe. Vielmehr hat
jede Käsegruppe ihren eigenen "Blauschimmelvertreter".
Lab
Lab ist ein Enzym, dass aus dem Magen von jungen Wiederkäuern die
noch mit Milch gefüttert werden, gewonnen wird. Meist stammt es
aus Kälbern. Es kann aber auch von Schafen oder Ziegen stammen.
Lab hat die Eigenschaft Milch gerinnen zu lassen ohne, dass sie
sauer wird. Darum wurde der so erzeugte Käse früher auch Süßmilchkäse
genannt. Inzwischen gibt es Alternativen zum "Naturlab".
Kleine Mikroorganismen bilden bestimmte Enzyme, die sogenannte
Labaustauschstoffe mit den gleichen Eigenschaften wie das
Kälberlab.
Das gibt vor allem strengen Vegetariern die Möglichkeit nicht
unbedingt auf diese Käsespezialitäten verzichten zu müssen.
Lagerkeller
Käse wird in kühlen Reifekellern bei 10 - 14 Grad Celsius
gelagert. Die Reifung des Käses erfolgt dabei von innen auch außen.
Durch die Reifung wird er leichter verdaulich und entwickelt sein
arttypisches Aroma. Siehe auch: Gärkeller.
Magermilch
Magermilch hat einen maximalen Milchfettgehalt von 0,3 Prozent.
Sie kann, wie auch fettarme Milch mit Milcheiweiß angereichert
werden. Die Zugabe von Milcheiweiß muss auf der Verpackung
gekennzeichnet werden.
Milchzucker
Milchzucker ist ein Doppelzucker, der zu je einem Teil der
Monosacchariden Traubenzucker und Galactose besteht. Milchzucker
kommt nur in Milch (Mutter-, Kuh-, Schafs-, Ziegenmilch, usw.),
Milchprodukten und in geringen Mengen in Hartkäse vor. In einem
Liter Vollmilch sind 47 Gramm Laktose enthalten. Laktose enthält
genauso viel Kalorien wie raffinierter Zucker, ist aber besonders
leicht zu verdauen.
Milchzucker spielt bei der Sauermilcherzeugung die Schlüsselrolle.
Ohne Milchzucker in der Milch gäbe es keine Sauermilch und deren
Produkte wie Joghurt oder Kefir.
Milch
Milch, das Ausgangsprodukt für den Käse, enthält Milcheiweiß,
Milchfett und Kohlenhydrate und - ganz wichtig - Vitamine,
Mineralstoffe und wertvolle Spurenelemente. Was macht die Milch
und damit den Käse so gesund? Die hochwertigen Wirk- und
Aufbaustoffe sind in einem biologisch ausgeglichenen Verhältnis
enthalten.
Milcheiweiß
Milcheiweiß stellt einen lebensnotwendigen Nährstoff dar. Die
Bausteine des Milcheiweißes werden zum Aufbau körpereigener
Substanz benötigt. Milcheiweiß enthält verschieden Aminosäuren,
die im Pflanzenreich nicht vorkommen. Einige Aminosäuren kommen
ausschließlich in der Milch vor. Milcheiweiß ist ein
hochwertiger Nährstoff, weil er im Gegensatz zu Pflanzen (70 %)
zu 95 % verwertet werden kann und somit eine optimale Ergänzung
zur pflanzlichen Nährstoffaufnahme darstellt.
Milchfett
Bei dem Wort „Fett" zucken die meisten Ernährungsbewussten
mit Recht zusammen, weil sie dabei an Übergewicht und falsche Ernährung
denken. Auf das Milchfett trifft das nur bedingt zu, denn es ist
bekömmlich und leicht verdaulich. In der Milch ist es in
feinstverteilter Form enthalten und muss nicht erst wie andere
Fette verarbeitet werden. Die gute Verdaulichkeit hängt außerdem
mit der vorteilhaften Zusammensetzung und dem günstigen
Schmelzpunkt zusammen. Er liegt unterhalb der menschlichen Körpertemperatur,
wodurch der größte Teil der Fette flüssig ist und resorbiert
wird. Dadurch belastet man den Organismus weniger. Das Milchfett
ist gesund, weil es Träger der fettlöslichen Vitamingruppen A,
D, E und auch K ist. Ferner enthält es Lezithin, das als Nerven-
und Gehirnnahrung gilt.
Mindesthaltbarkeitsdatum
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist auf fast allen abgepackten
Lebensmitteln und auch bereits auf vielen anderen Produkten
aufgedruckt. Auf unseren Produkten informiert es Handel und
Verbraucher darüber, wie lange der Käse bei fachgerechter
Lagerung seine typischen Eigenschaften wie Qualität, Geschmack, Nähr-
und Gebrauchswert mindestens behält. Das MHD ist also weder ein
Verfallsdatum noch letztes Verkaufs- oder Verzehrsdatum (siehe
auch "Lagerung").
Molke
Trinkmolke ist wie Buttermilch ein Nebenprodukt, das bei der
Herstellung von Käse entsteht. Die Molke ist die Flüssigkeit,
die sich nach der Dicklegung von Milch bei der Käseherstellung
von der Gallerte, dem geronnenen Eiweiß absetzt. Die Milch kann
durch Zugabe durch Milchsäurebakterien oder durch Lab, ein Enzym
aus dem Kälbermagen, dickgelegt werden. So entstehen zwei Sorten
Trinkmolke: die Sauermolke oder die Labmolke. Die Molke enthält
außer dem Molkeeiweiß nur wenig Milcheiweiß und kein Milchfett.
Sie ist reich an allen wasserlöslichen Bestandteilen der Milch,
wie Milchzucker, den Vitaminen der B-Gruppe und Vitamin C und
Mineralien. Molke ist ein besonders kalorienarmes, gesundes Getränk.
Wegen seiner grünlich bis gelben Farbe wird es aber von vielen
verschmäht.
Pasteurisieren
Ultrahocherhitzen ist ein Verfahren um beispielsweise Milch
haltbar zu machen. Dabei wird die Milch für 10 Sekunden auf 135
bis 150°C erhitzt und sofort wieder auf 4 bis 5°C heruntergekühlt.
Alle lebenden Keime werden so abgetötet. Durch die hohen
Temperaturen verliert die Milch jedoch mehr wertvolle Vitamine und
Geschmack als beim Pasteurisieren. Das Ultrahocherhitzen ist
stellt aber immer noch eine schonendere Methode Milch haltbar zu
machen dar, als das Abkochen. Die abgekühlte Milch wird anschließend
Homogenisiert und in sterile, lichtgeschützte Verpackungen abgefüllt.
Im Handel wird die so behandelte Milch als H-Milch angeboten und
ist verpackt und bei Zimmertemperatur mindestens 6 Wochen haltbar.
Penicillium
candidum
Weißer Camembertschimmel für Käse mit Oberflächenschimmel.
Reife Konidien rund oder rundlich, Durchmesser 4 – 6 µm
Kolonien watteartig, wollig, weiß bis höchstens hell
sahnigfarbig, meist ohne Zonenbildung. Auf Camembert und anderen
Weichkäsen sowie Sauermilchkäsen als Reifungsschimmel. Das Aroma
ist frisch und leicht champignonartig.
Rahmen
bzw. Sahne
Sahne ist der Rahm der bei unbehandelter Milch nach oben steigt.
Ursprünglich wurde so Sahne gewonnen. Heute wird die Sahne durch
zentrifugieren in sogenannten Separatoren so lange geschleudert,
bis sich die schwerere Magermilch nach Außen abgesetzt hat und
die spezifisch leichtere Sahne innen zurück bleibt. Aus Sahne
wird Butter hergestellt. Sahne ist reich an Fett und Milcheiweiß
und enthält fettlösliche Vitamine. Sie wird wie die Milch
verschiedenen Methoden zur Haltbarmachung unterzogen. Und
ebenfalls wie die Milch wird Sahne durch Mischen mit entrahmter
Milch auf verschiedene Fettstufen eingestellt.
Fettstufen der Sahnesorten:
Sahne 25 - 29%
Schlagsahne oder Schlagrahm 30 - 33%
Schlagsahne "extra" 36%
Kaffeesahne 10 - 15%
Je nach der verwendeten Methode der Haltbarmachung ist Sahne
unterschiedlich lang haltbar.
frische Sahne 4 -6 Tage im Kühlschrank
ultrahocherhitzte Sahne 6 Wochen ohne Kühlschrank
sterilisierte Sahne bis zu einem Jahr ohne Kühlschrank
Die Bezeichnung "Süße Sahne" hat nur volkstümlichen
Charakter und dient nur zur Unterscheidung von sauer Sahne.
TIP: Sahne wird beim Schlagen nicht immer steif, manchmal gerinnt
sie auch. Das kann viele Ursachen haben. Die Zusammensetzung von
Milchfett, ein ungünstiger Fett-Eiweißgehalt, zu alte oder zu
frische Sahne oder die Temperatur ist zu hoch bzw. zu niedrig.
Frische Sommersahne mit zu hohem Milcheiweißgehalt lässt sich
schlechter steif schlagen. Kaffeesahne ist kaum steif zu schlagen.
Optimal ist Schlagsahne mit 30 bis 33 Prozent Fettgehalt, die
mindestens einen Tag im Kühlschrank gelagert hat. Dann hat die
Sahne eine Temperatur von 5 bis 6°C. Sie sollte in ebenfalls
kalten und sauberen Gefäßen aufgeschlagen werden.
Reifung
Für eine hervorragende Produktqualität sind während der Reifung
die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit beim Lagern sowie
eine angemessene Reifezeit äußerst wichtig. Weichkäse wie
Camembert und Brie (z.B. Bavaria blu, Bonifaz) reifen von außen
nach innen, andere Labkäse reifen gleichmäßig durch den ganzen
Laib
Rinde
Die meisten Käse besitzen eine Rinde. Aber nicht immer ist sie
zum Verzehr geeignet. Natürlich gereifte Rinde ist prinzipiell
immer essbar. Zur Rindenbildung werden die Käselaibe in ein
Salzbad getaucht und je nach Reifezeit mit Salz eingerieben. Das
Salz entzeiht dem Käse die Molke und fördert eine feste
Rindenbildung. Die Rinde selbst beeinflusst gleichzeitig den
Reifeprozess des Käses.
Die Rinde von Sauermilchkäse wird beim Rot- oder Gelbschmiere
einfach "Schmiere" genannt. Einige Sorten sind auch mit
einem weißen Edleschimmel überzogen. Die Rinden von Sauermilchkäse
sind grundsätzlich essbar und tragen maßgeblich zur Entwicklung
des arttypischen Aromas der Käse bei.
Die Rinde von Hartkäse, Schnittkäse und Halbfesten Schnittkäse
darf nach Vollendeter Reifung mit natürlichen Hartparafinen,
Bienenwachs, mikrokristallinen Wachsen und mit Kunststoffen überzogen
werden. Diese "zweite Haut" dient vornehmlich als Schutz
vor Schimmelbildung und Austrocknung. Sie sind nicht essbar und müssen
mit der Kennzeichnung: "Kunststoffüberzug nicht zum Verzehr
geeignet" versehen sein!
Käseüberzüge sollen bestimmte Eigenschaften aufweisen. Sie dürfen
weder den Geschmack noch den Geruch des Käses beeinträchtigen.
Beim Schneiden muss der Überzug am Käse haften bleiben. Wichtig
für den Verbraucher ist, dass sich keine Bestandteile des künstlichen
Überzugs lösen und an den Käse abgeben werden können.
Hart-, Schnitt- und Halbfeste Schnittkäse dürfen, um das
Wachstum von unerwünschten Schimmelpilzen und Hefen zu
unterbinden, mit dem Antibiotika Natamycin (E 232) behandelt
werden. Auch hierbei besteht die Kennzeichnungspflicht. So
behandelter Käse muss den Aufdruck "Oberfläche mit
Natamycin behandelt" tragen. Im allgemeinen gilt für künstliche
Überzüge und mit Natamycin behandelte Oberflächen: vor dem
Verzehr abschneiden!
Rohmilchkäse
Im Gegensatz zu den bei uns vorwiegend gekauften Käsesorten aus
pasteurisierter Milch wird die Milch beim Rohmilchkäse nicht wärmebehandelt.
Dadurch können sowohl natürlich vorkommende Mikroorganismen, die
für die Geschmacksbildung und Reifung des Käses wichtig sind,
aber auch unerwünschte Bakterien aus der Rohmilch in den Käse übergehen.
Rohmilchkäse aus nicht erhitzter Milch haben daher meist einen kräftigeren
und intensiveren Geschmack, sind in den meisten Fällen aber auch
nicht so lange haltbar. Da auch unerwünschte schädliche
Bakterien in den Käse übergehen können, hat der Gesetzgeber
strenge Auflagen für Rohmilchkäse erlassen. Die Bergader Privatkäserei
hat keinen Rohmilchkäse im Sortiment.
Rotschmiere
Ein Gemisch von auf bestimmten Käsesorten in Form einer Schmiere
vorkommenden Bakterien, die dem Käse aufgrund ihrer
Farbstoffbildung eine rötliche bis orangefarbene Farbe geben und
zu seiner charakteristischen Reife beitragen. Rotschmierekäse
sind beispielsweise Tilsiterkäse, Romadur, Limburger, Bergader
Almkäse und Bonifaz Rotkultur; aber auch beim Camembertkäse
treten zum Schluss der Reifung mehr und mehr Rotschmierebakterien
auf.
Sauermilch
Die Grundlage für Sauermilchkäse bildet Magermilch. Er entsteht,
wenn Milch durch Milchsäurebakterien dickgelegt wird. Sauermilchkäse
wird meist nur etwa 14 Tage in relativ warmen Räumen gelagert.
Aus 100 Liter Milch werden nur 8 bis 9 Kilogramm Sauermilchkäse.
Dieser Käse mit unter 10 Prozent Fett in der Trockenmasse zählt
zu den Käsesorten der Magerstufe und besitzt einen sehr hohen
Gehalt an Milcheiweiß (bis zu 37 Prozent).
Die Einteilung der Sauermilchkäse geschieht in zwei Hauptgruppen.
Diese existieren allerdings in unzählig vielen, regionalen
Abwandlungen.
Die zwei Hauptgruppen:
mit Rot- oder Gelbschmiere (bzw. Rot- oder Gelbschimmelkäse)
Diese Sorten werden mit speziellen Bakterienkulturen besprüht und
anschließend so lange gelagert, bis die Oberfläche des Käseleibs
mit einer Rot- bzw. Gelbschmiere überzogen ist. Diese Bakterien
verleihen dem Käse sein, für Käskenner besonderes feinsäuerliches
Aroma.
mit Schimmel
werden nach der Formgebung mit speziellem Weißschimmel- bzw.
Edelschimmelkulturen besprüht. Dadurch erhalten sie einen weißen
Schimmelflaum, der sich gleichmäßig über die Oberfläche
verteilt. Einige Sorten werden zusätzlich mit Labquark zubereitet
und noch mit einem Anteil an Rotschmiere versehen. (z.B. Hand-,
Korb- und Stangenkäse)
Verschiedene Sauermilchkäse:
Bauern-Handkäse
Harzer Handkäse
Harzer Korbkäse
Harzer Stangenkäse
Olmützer Quargel
Tiroler Graukäse
Saure
Sahne
Die auch als Sauerrahm bezeichnete Saure Sahne ist eine mit Milchsäurebakterien
angereicherte frische Sahne. Sie wird in verschiedenen Fettstufen
zwischen 10 und 30 Prozent im Handel angeboten. Die fetteren
Sorten haben gegenüber den mageren Sorten den Vorteil, dass sie
sich besser zum Abschmecken für heiße Speisen eignen. Möchte
man mageren Saurerahm zum Kochen verwenden, sollte man etwas Stärke
oder Mehl unter den Rahm rühren. Dadurch flockt das Eiweiß nicht
so schnell aus.
Schnittkäse
Schnittkäse wird als Wagenrad, Kugel, Stange, Block oder als
flacher, runder oder länglicher Laib (Brotform) auf dem Markt
angeboten. Seine natürliche Rinde besitzt oft noch zusätzlich
einen künstlichen Überzug aus Parafin oder Folie, um vor dem
Austrocknen zu schützen. Diese Käsegruppe ist meistens aus den
Fettstufen Dreiviertelfett und Rahmstufe. Der Trockenmassenanteil
von Schnittkäse liegt unter dem von Hartkäse. Seine Konsistenz
ist fest, aber noch saftig und geschmeidig. Einige Sorten werden
nach längerer Lagerung als halbharter Schnittkäse bezeichnet und
erreichen wie beispielsweise der Gouda den Grad von Hartkäse.
Siehe auch: Käse
Schimmelpilz
Genuss oder Gefahr? Schimmelpilze auf Lebensmitteln stellen nicht
nur ein großes Ärgernis dar, sie sind zumeist auch
gesundheitsgefährdend. Gefürchtet sind dabei jene Schimmelpilze,
die das hochgiftige und krebserregende Aflatoxin bilden. Als
besonders gefährdet gelten Lebensmittel wie Erdnüsse,
Sojabohnen, Getreide, Weizen, Reis, Mais, Gerste, Erbsen, Bohnen,
Obst und Früchte, in denen nach Schimmelbefall Aflatoxine
nachgewiesen werden konnten. Auf Fleisch und in Milchprodukten
dagegen kommen sie nur selten vor.
Sterilisieren
Sterilisieren ist ein Verfahren um Milch haltbar zu machen. Dabei
wird die Milch bis zu 20 Minuten lang auf 110 bis 120°C erhitzt.
Dieses Verfahren vernichtet alle Bakterien und Keime und
verwandelt die Milch in eine Konserve, die bis zu einem Jahr
haltbar ist. Durch die lange Hitzeeinwirkung verändert sich
allerdings der Geschmack wesentlich und es gehen mehr Vitamine
verloren als beim Pasteurisieren oder Ultrahocherhitzen. Vor allem
wird die, sonst hohe Wertigkeit der Milcheiweiße herabgesetzt.
Stärke
Stärke ist ein Mehrfachzucker (Polysaccharid bzw. Kohlenhydrat)
und besteht aus langen Ketten oder baumartig verzweigten Gebilden
von Traubenzucker. Stärke wird in unserem Verdauungssystem erst
in Maltodextrin (Stärkezucker) und anschließend zu dem
Monosaccharid Traubenzucker gespalten. Maltodextrine sind kleinere
Traubenzuckerketten, die sehr leicht verdaulich, aber kaum süß
sind. Stärke ist absolut geschmacklos. Daher und durch ihre guten
Bindeeigenschaften eignen sich Weizen- oder Maisstärke gut zum
Andicken von Saucen oder Suppen. Stärke ist in vielen
Lebensmitteln "versteckt", sie ist in Brot und
Backwaren, Teigwaren, Reis-, Getreide- oder Kartoffelprodukten
enthalten. Im rohen Zustand ist Stärke ist sehr schwer, im
gegarten Zustand dagegen wesentlich leichter zu verdauen.
Süßmilch
Labkäse ist die Käsegruppe mit den meisten Sorten. Das
gemeinsame Hauptmerkmal von Süßmilchkäse ist der Zusatz von
Lab. Zur besseren Geschmacksbildung werden häufig auch kleine
Mengen an Sauermilchbakterien zugegeben.
Trockenmassenanteil
Trockenmassenanteil der Käsesorten
Weichkäse: 35 bis 52 Prozent
Halbfester Schnittkäse: 44 bis 55 Prozent
Schnittkäse: 49 bis 57 Prozent
Hartkäse: min. 62 Prozent
Serviertips
Frischkäse wird im Gegensatz zu anderen Käsesorten direkt aus
dem Kühlschrank gegessen. Alle anderen Sorten sollten "chambriert"
serviert werden, das bedeutet sie sollten eine Temperatur von 16
bis 18 Grad Celsius haben. Diese Temperatur hat der Käse im
allgemeinen nach einer Stunde außerhalb des Kühlschranks.
Ultrahocherhitzen
Ultrahocherhitzen ist ein Verfahren um beispielsweise Milch
haltbar zu machen. Dabei wird die Milch für 10 Sekunden auf 135
bis 150°C erhitzt und sofort wieder auf 4 bis 5°C heruntergekühlt.
Alle lebenden Keime werden so abgetötet. Durch die hohen
Temperaturen verliert die Milch jedoch mehr wertvolle Vitamine und
Geschmack als beim Pasteurisieren. Das Ultrahocherhitzen ist
stellt aber immer noch eine schonendere Methode Milch haltbar zu
machen dar, als das Abkochen. Die abgekühlte Milch wird anschließend
Homogenisiert und in sterile, lichtgeschützte Verpackungen abgefüllt.
Im Handel wird die so behandelte Milch als H-Milch angeboten und
ist verpackt und bei Zimmertemperatur mindestens 6 Wochen haltbar.
Unverträglichkeitsreaktionen
z. B. bei Milch. Das mengenmäßig wichtigste Kohlenhydrat in der
Milch ist die Laktose (Milchzucker). Sie besteht aus den
Einfachzuckern Glukose und Galaktose und wird bei der Verdauung in
diese beiden Bestandteile getrennt. Laktose ist bei einem Teil der
Bevölkerung als Auslöser der Nahrungsmittel-Unverträglichkeit
gegen Milch bekannt.
Da die Laktose bei der Käsereifung abgebaut wird und in gereiften
Käsen nur noch geringe Spuren davon vorhanden sind (Restlaktose)
wird dieser meist gut vertragen.
Vitamine
Weiterhin werden über Reifungskulturen Biotin und Pantothensäure
gebildet, die als Co-Faktoren im Stoffwechsel eine grosse Rolle
spielen. Edelschimmel wie Penicillium candidum bilden Vorstufen
von Vitamin D (Ergosterin), welches normalerweise in der Milch
nicht vorkommt.
Vollmilch
Vollmilch ist die wichtigste standardisierte Milchsorte. Ihr
Milchfett besitzt einen konstanten Gehalt von 3,5%. Eine Ausnahme
bildet Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt. Sie wird nicht wie
andere standardisierte Sorten zuerst in Rahm und Magermilch
getrennt und anschließend wieder vermischt, sondern behält ihren
natürlichen Milchfettgehalt von mindestens 3,5% bis zu 4,0%.
Vorzugsmilch
Vorzugsmilch ist Rohmilch, die verpackt und manchmal zusätzlich
auch gefiltert an den Verbraucher weiter gegeben wird. Abgesehen
von der Filterung und Kühlung ist Vorzugsmilch völlig
unbehandelt. Sie besitzt den natürlichen Anteil aller
Milchbestandteile. Ihr Milchfettgehalt liegt durchschnittlich
zwischen 3,5 und 4,0 Prozent kann aber je nach Kuhrasse, Futter
und Jahreszeit auch unter 3,5 Prozent bzw. über 4 Prozent liegen.
Vorzugsmilch ist unbehandelt und darum nur sehr kurzfristig
haltbar. Sie sollte innerhalb von 24 Stunden an den Verbraucher
verkauft sein. Für Kleinkinder und Säuglinge wird empfohlen
Vorzugsmilch und Rohmilch abzukochen. Unter Umständen kann es bei
Kleinkindern und Säuglingen durch den Verzehr von Vorzugsmilch zu
Unverträglichkeiten kommen. Dadurch gehen allerdings auch einige
der wertvollen Vitamine verloren. Vorzugsmilch ist im Kühlschrank
bis zu sechs Tagen haltbar.
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