
Wegweiser
durch die japanische Küche
Sushi
oder Yakitori? Für uns Europäer sind japanische Ausdrücke
verwirrend aber gleichzeitig auch faszinierend. Unter vielen Wörtern
können wir uns nichts vorstellen. Kommen Sie mit – wir führen
Sie durch einige besonders ausgewählte Begriffe.
Sushi
Fisch und Reis sind seit langem die
Basis japanischer Kochkunst. Sushi sind nichts weiter als eine
Kombination dieser beiden Grundzutaten. Für die grandiose
Vielfalt, die dahinter steckt, klingt das sehr nüchtern. Sushi
war ursprünglich lediglich eine Methode, um Fisch durch Gärung
haltbar zu machen. Heute sind unzählige Varianten daraus
entstanden.
Sashimi
ist
roher Fisch. Er ist reich an Eiweiß und essentiellen Fettsäuren
und daher auch sehr nahrhaft. Thunfisch ist sehr beliebt als
Sashimi, es werden aber auch viele andere Fischarten dafür
genutzt. Sashimi wird kunstvoll mit einer Garnierung aus
geschnittenem Gemüse serviert. Kräftige Würzmittel wie Wasabi
oder geriebener Ingwer bringen Pfiff und Soja-Sauce runden den
Geschmack köstlich ab. Bestreichen Sie das Sashimi zunächst mit
Wasabi und tauchen Sie es
anschließend in Soja-Sauce.
Gohan (Reis)
Seit über 2000 Jahren ist Reis das
Grundnahrungsmittel der Japaner. Er wird zu jeder Tageszeit und in
vielen Variationen gegessen. Die starke Bedeutung von Reis erkennt
man auch an der Bezeichnung der Mahlzeiten. Frühstück heißt
asa-gohan (Morgenreis), das Mittagessen nennt sich hiru-gohan
(Mittagsreis) und das Abendessen yuu-gohan ( Abendreis).
Gekochter, weißer Reis ist klebrig, damit er gut mit Stäbchen
gegessen werden kann. Er wird mit jeder Mahlzeit serviert. Reis
gibt es aber auch zu Bällen geformt. Diese sind in getrocknete
Algenblätter eingewickelt und haben im Kern eingelegte Pflaumen
oder anderes. Reisbälle (onigiri) sind schnell gemachte und
beliebte Snacks. Mochi-Reis ist etwas gröber und klebriger als
normaler japanischer Reis. Er wird zu Reiskuchen gepresst und
nennt sich dann Omochi.
Donburi
ist ein Reisgericht. Eine Schale mit
Reis, die mit weiteren Zutaten belegt ist. Zum Beispiel finden wir
hier Tempura, Ei und Huhn oder Rindfleisch. Es gibt eine Vielzahl
von Donburi-Gerichten.
Yakitori
besteht aus drei bis fünf
mundgerechten Fleischstückchen, die auf einen Bambusspieß
gesteckt werden. Sie werden gegrillt und zwischendurch in Sauce
getaucht. Spaßfaktor Nummer eins dabei: Sie müssen nicht
besonders vornehm essen! Beißen Sie einfach in ein Fleischstück
und ziehen es mit den Zähnen vom Spieß herunter. Yakitori werden
oft als Snack in einer Bar genossen. Zu Hause wird es nur selten
zubereitet, da es ein spezielles Grillbesteck erfordert und der
Rauch durchs ganze Haus zieht.
Tempura
gilt als besonderer Genuss. Es
handelt sich um in Teig gehüllte Köstlichkeiten. Genau genommen
ist es eine Frittiermethode. Der Teig besteht aus Eiern, Mehl und
kaltem Wasser. Für die Qualität ist die Wahl eines guten
Frittieröls und die Temperatur sehr wichtig.
Zu den beliebtesten Zutaten gehören Garnelen, Fisch, Auberginen,
Shiitake-Pilze oder eine Mischung aus Krabben und Gemüse. Dazu
wird eine spezielle Dippsauce, die auch Soja-Sauce enthält,
gereicht.
Shabushabu
ist ein japanisches Fleischfondue. Der Name
soll von dem Geräusch kommen, das entsteht, wenn Fleisch durch
die heiße Brühe gezogen wird. Es wird hochwertiges Rindfleisch
verwendet, das in papierdünne Streifen geschnitten ist. Eine
Scheibe wird für einige Sekunden in der heißen Brühe geschwenkt
und anschließend in Ponzu-Soja-Sauce – eine Mischung aus Soja
Sauce und Limonensaft - oder Sesamsauce gedippt. Neben Rindfleisch
werden auch Zwiebeln, Chinakohl, Tofu, Pilze, Karotten und Nudeln
in der Brühe gegart.
Okonomiyaki
ist eine Mischung aus Pfannkuchen
und Pizza. Mehl, Wasser, Eier, Gemüse, Meeresfrüchte und Fleisch
werden zusammen gemischt und in einer Pfanne gebacken. "Okonomi"
bedeutet etwa "wie du magst". Daher können die
verschiedensten Zutaten wie bei einer Pizza nach eigenen
Geschmacksvorlieben ausgewählt werden. Okonomiyaki ist aber auch
ohne grosse Garnitur, nur mit einem grünen Algenstreugewürz und
Saucen sehr köstlich und beliebt.
Nabe
sind Gerichte aus einem heißen
Topf. Es gibt sehr viele verschiedene Nabe-Gerichte. Dabei werden
Gemüse, Fleisch, Meeresfrüchte und Pilze oder andere Zutaten
zusammen im Topf gegart.
Sukiyaki
Das ist der Klassiker unter den Topf-Gerichten. Es ist ein
wunderbares Gericht für die ganze Familie und schnell zubereitet.
Das Besondere an Sukiyaki: Fleisch, Gemüse und Tofu werden vor
dem Verzehr in ein Schälchen mit verquirltem Eigelb getaucht.
Nimono - sind
Speisen, die in einer gewürzten Flüssigkeit gekocht sind.
Meistens werden Wurzelgemüse und Fleisch benutzt.
| Menrui
- bedeutet Nudeln. Aber
Nudeln sind in Japan nicht gleich Nudeln. Es gibt viele
verschiedene Sorten. Die Grundarten: |
Soba
sind dünn und braun und enthalten hochwertiges Eiweiß sowie
Vitamine. Sie bestehen aus einer Mischung von Buchweizen- und
Weizenmehl, Wasser und Salz. In Europa findet man vorwiegend
getrocknete Soba-Nudeln.
Udon-Nudeln
bestehen aus Weizenmehl, Wasser und Salz. Es gibt sie in
verschiedenen Breiten. Sie werden in Suppen verwendet oder
Nabe-Gerichten beigegeben.
Somen
sind Hartweizennudeln. Dicke Stränge aus Nudelteig werden mit
Öl bepinselt und zu Fäden gezogen. Diese werden getrocknet und
dann zu kurzen Nudeln geschnitten. Manchmal wird der Teig mit Tee
eingefärbt.
Harusame
sind Glasnudeln, die aus Kartoffelstärke oder Mung-Bohnen
hergestellt werden. In gekochtem Zustand erinnern die dünnen
durchsichtigen Streifen an einen milden Frühlingsregen. Daher
auch der Name "Harusame" = Frühlingsregen. Die Nudeln dürfen
auf keinen Fall zu lange Kochen (5 bis 10 Minuten), da sie sonst
einfach schmelzen.
Dashi
ist eine Suppenbasis. Es gibt sie in
zwei verschiedenen Qualitätsklassen, Ichiban Dashi (1. Sorte) und
Niban Dashi (2. Sorte). Ichiban Dashi besteht aus Bonito-Flocken
und getrocknetem Seetang (Konbu). Niban Dashi ist
wiederverwendetes oder fertig gekauftes Ichiban Dashi. Daneben
gibt es für Vegetarier auch noch Konbu Dashi. Hier fehlen die
Bonito-Flocken.
Komezu
Dieser japanische Reisessig ist sehr
mild. Er ist unentbehrlich für Sushi, wird aber auch gerne für
Dressings und Saucen gebraucht. Reisessig hat viele interessante
Eigenschaften. Er ist appetitanregend, mildert den bitteren
Geschmack von manch scharfen Wurzeln und wirkt konservierend. Auch
schützt er vor Verfärbungen in Lebensmitteln.
Mirin
ist süßer Reiswein, der zum Kochen, aber
nicht zum Trinken geeignet ist. Er verleiht gekochten und
gegrillten Gerichten Süße und ein feines Aroma.
Miso
ist ein Konzentrat auf der Basis von
Soja und wird als Grundlage für Miso-Suppen verwendet. Miso-Suppe
ist in Japan sehr beliebt und wird zu allen Mahlzeiten gegessen.
Zum Frühstück genossen, fängt ein Tag so mit einem wohligen Gefühl
im Magen an.
Wasabi
ist ein einzigartiges japanisches
Gewürz. Es wächst an klaren Gebirgsläufen, wird jedoch heute
meistens gezüchtet. Geschält und gerieben wird die Wurzel zum Würzen
vieler Speisen verwendet. Frisch ist Wasabi nur sehr selten zu
bekommen und teuer. Es wird in der Regel als Paste aus geriebenen
Wurzeln angeboten.
Nori
sind Blätter einer weichen
Seetangart, die durch Röstung getrocknet werden. Frittierten
Gerichten, Suppen und Fischgerichten verleiht es eine köstliche Würze.
Unentbehrlich ist Nori auch für viele Sushiarten. Neben Nori gibt
es noch viele andere Seetangarten, die in der japanischen Küche
eingesetzt werden, z.B. Wakame, Hijiki, Konbu.
Tofu
wird aus Sojabohnen gewonnen und hat
wenig Eigengeschmack. Er nimmt leicht das Aroma der Zutaten an,
mit denen er verarbeitet wird und verleiht Speisen eine
interessante Beschaffenheit. Besonders in vegetarischen Gerichten
ist er aufgrund seines Eiweißgehaltes oft als Fleischersatz
beliebt.
Maccha-Aisu
Wie in vielen Ländern wird auch in
Japan gerne Eis gegessen. Maccha-Aisu ist ein spezielles Eis, das
grünen Tee enthält und in Japan sehr geschätzt wird. Grünes
Teepulver wird dabei zusammen mit Milch erhitzt und weiter zu Eis
verarbeitet. Beigaben von Rum und Vanille-Aroma runden den
Geschmack des "grünen Eises" ab.
Wagashi
sind hochwertige Süßigkeiten, die
keine Butter enthalten. Sie werden manchmal gedämpft. Eine häufig
eingesetzte Zutat ist An, eine Paste aus roten Azuki-Bohnen und
Zucker. Wagashi werden in Japan selten selbst gemacht. Man kauft
sie in Kaufhäusern oder in besonderen Süßigkeitenläden.
Serviert werden Sie zu festlichen Anlässen, üblicherweise
zusammen mit grünem Tee. Der leicht bittere Geschmack des
aromatischen grünen Tees passt hervorragend zu der Süße der
Wagashi.
Zenzai
ist eine berühmte traditionelle
"süße Suppe". Sie wird als delikate Nachspeise
gereicht, aber auch gerne nachmittags zur Kaffee- oder Teezeit
genossen. Sie besteht aus gekochten roten Bohnen, Wasser und
Zucker. Serviert wird sie zusammen mit gerösteten oder gegrillten
Reisküchlein, mochi genannt. Die mochi werden in eine kleine
tiefe Schüssel gegeben und mit der "roter Bohnensuppe"
bedeckt. Die festen mochi-Stückchen isst man mit Stäbchen, die
flüssige "süße Bohnensuppe" wird direkt aus der
Schale getrunken.
Sake
ist Reiswein, der traditionell zu
einer japanischen Mahlzeit gereicht wird. Die besten Qualitäten
werden getrunken, andere benutzt man gerne zum Kochen.
Ryokucha
Japanischer grüner Tee. Er passt überall
und kann zu jeder Mahlzeit getrunken werden. Es gibt milde und im
Geschmack mehr ausgeprägtere Sorten. Gerade die milden Sorten
werden gerne zum Essen getrunken. Sie unterstützen das Aroma,
ohne es zu übertönen.
Zubereitung für einen halben Liter:
1 bis 2 Teelöffel Blätter in eine Kanne oder einen weiten Filter
geben. Wasser zum Kochen bringen und ca. 10 abkühlen lassen bis
es 70 – 80 Grad Celsius erreicht hat. Nur so kommt die Frische
der Blätter voll heraus. Die Teeblätter dann 1 bis max. 3
Minuten ziehen lassen. Den Tee nur wenig umrühren.
|