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Das Schwarze Brett wird bunt
Interne
Kommunikation als Führungsinstrument in der Hotellerie
Information
fördert die Einbindung der Mitarbeiter in einen Betrieb,
beschleunigt deren Integration, motiviert und stärkt den
Team-Spirit. Das einstige Schwarze Brett ist heute ein
buntes, fröhliches und farbiges Anschlagsbrett, das dem
Hoteldirektor als wertvolles Führungsinstrument dient.
Auch der Gast profitiert letztlich von einem intakten
Klima.
Zufriedene Mitarbeiter
eines Unternehmens
sind dessen beste Botschafter. Was die Angestellten
über ihren Arbeitgeber in ihrem Bekanntenkreis erzählen,
ist glaubwürdig, hat Gewicht und spricht sich herum.
Jeder erfolgreiche Hotelier weiss: Mitarbeiter
identifizieren sich dann mit ihrem Haus, wenn sie in das
Unternehmen eingebunden werden. Erst dann fühlen sie
sich ernst genommen und übernehmen auch Verantwortung.
Die Basis der
Mitarbeiterführung bildet die interne Kommunikation. Als
wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit wird sie jedoch
immer noch oft unterschätzt. Richtig eingesetzt,
vermittelt die interne Kommunikation für das notwendige
Wir-Gefühl in einem Unternehmen:
- Was haben wir gemeinsam
erreicht im letzten Monat?
- Wer ist der neuen Chef de
Service?
- Welche Erkenntnisse brachte
die letzte Schulung?
- Wohin führt der
Betriebsausflug?
Die Mitarbeiter wollen
informiert sein – der ehrgeizige Küchenbursche genauso
wie die Zimmermädchen und der Teilzeit-Rezeptionist.
Das schwarze Brett
Eine Schlüsselstelle der internen Kommunikation bildet
heute das Bunte Brett. Als Informationsplattform mit
Bildern und Texten hat es das lieblose Schwarze Brett
abgelöst. Hier informiert der Chef, der als Gastgeber
und erster Botschafter des Hauses die bedingungslose
Dienstleistungsmentalität lebt.
Mündlich weitergegebene
Anweisungen sind dabei oft Schall und Rauch. Einmal hat
man es verkehrt verstanden, das andere Mal war es ein
Missverständnis und das letzte Mal hat man es nicht so
gemeint. Wer hingegen schriftlich informiert, kann seine
Botschaften unmissverständlich kommunizieren und hat
nötigenfalls etwas in der Hand.
Es lohnt sich täglich darüber
nachzudenken, was man an Information für sein Personal
hat. Was gehört an das Bunte Brett oder in den
Newsletter?
Einige Beispiele:
- Entwicklung der
Bettenbelegung, Restaurantumsätze etc.
- Vorstellung neuer
Mitarbeiter mit Foto (ev. mit Familie)
- Eheverkündigungen
- Veranstaltungen des
nächsten Monats im Hotel, in der Gegend, Einladungen
- Auszeichnung des
Mitarbeiters des Monats
- Informationen über den
Betriebsausfluges
- Sprechstunden mit dem
Hoteldirektor
Es empfiehlt sich zu prüfen,
ob es sinnvoll ist, eine Neuigkeit schriftlich
mitzuteilen, oder ob es nicht besser wäre, die direkt
Betroffenen mündlich darüber zu informieren. Generell
gilt, dass nur positive und neutrale Mitteilungen auf
das Anschlagbrett kommen.
Ein zentrales
Informations-Board
bietet dem Management auch eine gute Möglichkeit, an den
Ehrgeiz des Personals zu appellieren. Die wöchentlich
budgetierten Belegungszahlen und tatsächlich erreichten
Übernachtungen, die Entwicklung der Umsätze im
Restaurant und der von Gästen gebuchten Ausflüge stärken
den Stolz der Mitarbeiter auf „ihr“ Haus und lassen
diese am Geschäftsverlauf teilhaben.
Ein buntes Anschlagsbrett
dient als Ideen- und Anregungsstelle. Wichtig: jede
Anregung eines Mitarbeiters wird vom Hotelmanager ernst
genommen. Bei einem Kaffee wird dann die Idee – und ist
sie noch so abwegig – mit dem Anregungsspender
besprochen. Nötigenfalls macht ihm der Direktor
freundlich und elegant deutlich, dass seine Anregung
nicht umgesetzt werden kann. Dies aber verbunden mit der
Bitte, weiter zum Gedeihen des Betriebes mitzudenken. Es
empfiehlt sich weiter, alle Ideen generell mit einer
Kleinigkeit zu belohnen. Der Mitarbeiter wird sich
später einmal daran erinnern.
Investitionen an Zeit und Geld
in die interne Kommunikation zahlen sich aus. Trotzdem
setzen noch viele Hotels hauptsächlich auf Inserate,
Prospekte und Homepages - viele bleiben dabei
unbeachtet. Die Folge: Tausende Euro sind in den Sand
gesetzt.
Was viele Hoteliers
vergessen:
Die Glaubwürdigkeit eines Hotels mit seinem Service und
seiner Kultur lässt sich mit konventionellen
Werbemaßnahmen nicht erkaufen. Dazu braucht es eine
geschickte Kommunikation. Diese fängt im Haus selber an.
Wer sich in touristisch schwierigen Zeiten auf dem Markt
behaupten will, muss zufriedene Mitarbeiter haben, denn
nur diese können Höchstleistungen erbringen, die sich
herumsprechen und die für die notwendige Glaubwürdigkeit
und den guten Ruf des Hauses stehen.
Autor: Philippe Welti
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