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Hotel-Klassifizierung: "Superior" kommt
als Marketinginstrument
Die
Hotel-Klassifizierung ist ein in der Branche und in der
Öffentlichkeit stets aktuelles Thema. Es wird viel darüber
gesprochen, und manchmal auch kritisiert.
Grundlage für die Klassifizierung sind die Richtlinien, die 2001
auf Grund einer umfassenden Gästebefragung neu erstellt wurden.
Sterneklassen geben eine Brandbreite an. Den permanenten
Weiterentwicklungen in Technik und Technologie versucht der
Fachverband stets Rechnung zu tragen.
Die Anpassung der Klassifizierungsrichtlinien an die laufenden
Veränderungen erfolgt durch Evaluierung. Der Fachverband
Hotellerie hat ein solches Verfahren im Jahr 2004 eingeleitet.
Ein Vergleich der EU-Länder (inklusive Schweiz) zeigt, wie es in
anderen Ländern funktioniert und welche Besonderheiten es bei
ihnen gibt. Eindeutig dabei ist: International gibt es nur fünf
Sternekategorien und keine "halben" Sterne. Der Ruf jener
Viersterne-Hotels, die ihren Gästen ein Mehr an Service- und
Dienstleistungen bieten und dies entsprechend zum Ausdruck
bringen wollen, wurde von den Fachorganisationen Hotellerie aber
sehr ernst genommen.
"Für uns galt es nun, sowohl den internationalen Gepflogenheiten
als auch dem Wunsch jener österreichischen Hoteliers zu
entsprechen, die innerhalb ihrer Sterneklasse herausragen",
stellte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der
Wirtschaftskammer Österreich, Hans Melcher, in einem
Pressegespräch fest. "Dazu werden wir nun eine Veränderung am
Bewertungssystem vornehmen. Es wird flexibler sein, d.h. es
werden nicht alle Bewertungskriterien Muss- bzw. k.o.-Kriterien
sein. Einige übererfüllte Kriterien können dann manches andere
Kriterium aufwiegen, solange die Richtlinie eingehalten wird",
ergänzte Gabriele Leitner, Geschäftsführerin des Fachverbandes
Hotellerie.
Hoteliers, die in ihrer Kategorie "mehr anbieten", insbesondere
zusätzliche Dienstleistungen, wollen dem Gast ihre Leistungen
entsprechend kommunizieren und dafür einen angemessenen
Verkaufspreis erzielen. "Wir haben uns wirklich bemüht, hier
einen Weg zu finden. International gibt es nur 5
Sterne-Klassen/Kategorien bei der Auszeichnung der Hotels. Das
kann Österreich nicht durchbrechen und einen Alleingang wagen.
Aber mit dem Prädikat "Superior" wird ein gangbarer Weg
beschritten werden", stellt Melcher fest.
"Superior" kommt als ein Marketinglabel, welches die besonderen
Leistungen eines Hauses heraushebt. Dieses Zertifikat erhalten
jene Betriebe, die den Richtlinien entsprechen und sich einem
Mystery-Guest-Prozedere unterziehen.
Die Kommission überprüft das Haus in der herkömmlichen Weise.
Erreicht es ca. 90 % der Gesamtpunkteanzahl, dann kann es um
einen "Mystery-Guest" ansuchen.
Die Fachgruppen Hotellerie in den Bundesländern werden nach wie
vor für ihre Ein- bis Vier-Sterne-Betriebe den Kommissionsbesuch
als Serviceleistung tragen. "Es ist absolut hervorzuheben, welch
großer Arbeitsaufwand hier von den Kommissionsmitgliedern - die
für diese Zwecke oft tausende Kilometer pro Jahr unterwegs sind
- geleistet wird", unterstreicht Melcher.
Der "Mystery-Guest"-Besuch wird von unabhängigen Profi-Testern
durchgeführt. Diese Kosten sind vom Betrieb zu tragen. Die
Anmeldung erfolgt via Fachgruppe im jeweiligen Bundesland.
Die Umsetzung der Evaluierung (Checklisten, Punktebewertung,
Selbstcheck aus dem Internet) wird mit Sommer 2005 erfolgen.
Derzeit sind die Umsetzungsarbeiten soweit fortgeschritten, dass
Pilotklassifizierungen (mit den neuen verdichteten Checklisten)
und das letzte Finish bis zum Mai vorliegen werden. Dann soll
die neue Form des Klassifizierungsprozedere beschlossen werden.
"Wir rechnen ab dem 2. Halbjahr 2005 mit der Klassifizierung in
neuer Form", fasst Melcher zusammen.
Quelle: gast.at
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