
Grundbedürfnisse
des Gastes
Bedürfnisse
von Gästen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Ob
Weltenbummler, Sekretärin, Hausfrau oder Vorstand, ob männlich
oder weiblich, ob alt oder jung- das Bedürfnis nach Wertschätzung,
ehrlicher Information, Aufmerksamkeit und Sicherheit ist den
meisten Menschen zu eigen. Oder kennen Sie jemanden, der sich
freut, wenn er angelogen und missachtet wird? Wir alle mögen es,
wenn man uns das Gefühl gibt, verstanden und akzeptiert zu
werden. Wir freuen uns, wenn man uns zuhört und Signale des
Verstehens gibt. Gerne kehren wir an Orte zurück, wo wir gelacht
haben, mit denen wir positive Gefühle und angenehme Erlebnisse
verbinden. Gäste konsumieren nun mal am liebsten dort, wo sie
sich wohl und sicher fühlen. Wenn Gäste abwandern, liegt es sehr
oft daran, das diese elementaren Grundbedürfnisse nicht
ausreichend beachtet und erfüllt wurden.
Kann
man jeden Gast immer zufrieden stellen?
Nein!
Genauso wenig wie es 100% Flugsicherheit gibt, gibt es 100% Gästezufriedenheit.
Aber kein Flugzeughersteller käme deshalb auf die Idee, nicht täglich
danach zu streben. Auch wenn wir nicht jedem Gast das Gewünschte
bieten können, ein freundliches "Es tut mir leid. Ich hätte
Ihnen gerne weitergeholfen. Vielleicht beim nächsten mal."
verfehlt nie seine Wirkung. In jedem Falle kann jeder Kontakt
derart gestaltet werden, dass der Gast uns in bester Erinnerung
behält und unser Name bei ihm positive Gefühle entstehen lässt.
Wie
weiß ich, wovon meine Gäste träumen?
Mag
sein, dass es für manche nach Traumtänzerei klingt, wenn wir
empfehlen, Gästeträume zu erfüllen. Aber genau die Erfüllung
von Träumen der Menschen waren Grundlage für den Siegeszug von
Internet und Handy. Der Traum der grenzenlosen Kommunikation mit
Menschen in aller Welt- vor 20 Jahren noch Wunschtraum einiger
weniger Phantasten, heute Alltag in unseren Kinderzimmern.
Was
uns heute noch unmöglich erscheint, kann morgen Realität werden.
Die Träume des Gastes, seine geheimsten Sehnsüchte, bergen
Innovationspotential pur. Jeder der will, kann die Träume seiner
Gäste erforschen. Das persönliche Gespräch und die Beobachtung
seines Verhaltens, seiner Reaktionen, sind die geeignetste
Form.
Aber
Gäste sprechen nicht sehr offen über Ihre Träume. Oftmals sind
diese Ihnen auch nicht direkt bewusst. Einzelinterviews
eignen sich da gut zur Absicherung gewonnener Erkenntnisse.
Verpflichten Sie sich wöchentlich fünf bis zehn
Kundenzufriedenheitsgespräche zu führen. Vorhandenes
Datenmaterial auswerten, Gäste zu beobachten und diese
Informationen zum Bestandteil regelmäßiger Gespräche im
Unternehmen zu machen, bringen uns den Träumen unserer Gäste ein
gutes Stück näher.
Gästebegeisterung-
gibt´s das wirklich?
Ja,
das gibt es wirklich. Leider nur zu selten. Und es ist einfacher
als viele glauben. Trotzdem - Gästebegeisterung findet nur selten
bewusst und systematisch statt. Grundsätzlich gilt: bieten Sie
Ihrem gast mehr als er von Ihnen erwartet. Damit meinen wir aber
weder üppige Geschenke noch satte Nachlässe. Denn an das was man
gibt, gewöhnt sich der Gast sehr schnell. Steigern Sie den Wert
Ihres Angebotes durch wertvollen Zusatznutzen.
Je
mehr unsere Beziehungen von Hektik und Technik beeinflusst werden,
umso mehr gewinnt emotionaler Zusatznutzen an Bedeutung. Ob in
Vergessenheit geratene Selbstverständlichkeiten, außergewöhnliche
Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit, eine extra-schnelle Erledigung
ohne Wenn und Aber - jeder Gastkontakt birgt
Begeisterungspotential. Je besser wir unseren Gast kennen, je mehr
wir über ihn, sein Leben, seine Gefühle, wissen, umso leichter fällt
es uns, ihn mit Dingen angenehm zu überraschen, die für ihn
einen besonderen Nutzen darstellen. Streichen Sie das Bild des
gierigen, nimmersatten Gastes ein für alle mal aus Ihrem Kopf.
Lassen Sie sich nicht durch diese selten auftretenden
Einzelexemplare den Blick auf die Gäste verschleiern, die uns auf
Grund eines fairen und professionellen Miteinanders die Treue
halten.
Unser
Beziehungstipp: Gästebegeisterung
Notieren
Sie sich die Situationen, in denen Sie mit Ihrem Gast
Kontakt haben. Egal ob persönlich, telefonisch oder
schriftlich. |
Hinterfragen
Sie jede Kontaktsituation:
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Was
wäre für meinen Gast in dieser Situation ganz besonders
hilfreich und nützlich? z. B. beim Erstkontakt am
Telefon, im Beratungsgespräch, im Entscheidungsprozess,
beim Reklamationsprozess. |
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Welche
Gefühle hat der Gast in diesem Moment? |
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Welche
Ziele verfolgt der Gast? Versetzen Sie sich in die
Situation Ihres Gastes. |
Unterteilen Sie Ihre Kontaktsituationen in immer kleinere
Prozessschritte. Sie werden im Laufe der Zeit eine Fülle an
emotionalen und nützlichen Begeisterungspotentialen entdecken.
Halten Sie Ihre Entdeckungen schriftlich fest und leiten Sie
sofort daraus Maßnahmen ab. Machen Sie Ihre Mitarbeiter sensibel
für das Aufdecken von Begeisterungspotential. Beobachten Sie die
Reaktion Ihrer Gäste. Denn - Es gibt nichts Gutes außer man
tut es!
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