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Geschmacksvorlieben liegen in den Genen
Die
Wahrnehmung von Bitter- oder Süßstoffen hat kulturell
unterschiedliche Ausprägungen und ist genetisch bedingt, wie
Giuseppe Novelli, Geschmacksforscher am Institut für Genetik,
feststellt.
Unterschiede in den kulturellen Traditionen
Die Wahrnehmung zum Beispiel von Bitterkeit ist ein
genetischer Schachzug für die Unversehrtheit und findet in
verschiedenen Kulturen unterschiedliche Ausprägungsgrade. „Die
genetischen Unterschiede bei den Bitterrezeptoren haben ihre
Wurzeln in der Evolution und können durch die Unterschiede in
den kulturellen Traditionen der unterschiedlichen Bevölkerungen
erklärt werden", sagt Guiseppe Novelli, Geschmacksforscher am
Institut für Genetik der Universität Rom. „Wenn wir Italiener
vorwiegend so genannte "No-Taster" sind, also beispielsweise
unsensibel gegenüber der Bitterkeit unseres Nationalgetränkes
Kaffee, so würde dies in Afrika einen Einwohner eventuell das
Leben kosten. Dort hat sich eine hohe Sensibilität gegenüber
bitteren Stoffen in der genetischen Struktur der Menschen
festgelegt, denn sie ist ein wesentlicher Faktor für das
Erkennen eventuell giftiger Stoffe", so Novelli.
Sensibilität der Geschmacksnerven
Nicht nur die verschiedenen Geschmacksvorlieben der Menschen
sind durch ihre DNA vorbestimmt, sondern auch die individuell
unterschiedliche Sensibilität der Geschmacksnerven wird durch
genetische Unterschiede festgelegt. Zu diesem Ergebnis kommt
eine Studie eines US-amerikanischen Forscherteams des Monell
Chemical Senses Centers Philadelphia. Die Untersuchung konnte
eruieren, dass genetisch unterschiedliche Rezeptoren auf der
Zunge für die Geschmackssensibilität verantwortlich sind. Die
Forscher entdeckten, dass das Schlüsselgen, welches bestimmt, ob
eine Speise oder ein Getränk als bitter empfunden wird, das so
genannte hTAS2R38-Gen ist.
Die Sensibilität variiert
Sie konnten auch beweisen, dass nur geringste Veränderungen des
Gens mit den verschiedenen Graden der Wahrnehmung und
Sensibilität gegenüber bitteren Geschmäckern korrespondieren.
Aus diesem Grund kann die Sensibilität gegenüber bitteren
Speisen und Getränken von Person zu Person auf einer Skala von
100 bis 1.000 variieren.
Zwei Varianten des Gens
Um zu beweisen, dass die äußerst breite Streuung der Wahrnehmung
von Geschmack von kleinen Veränderungen des hTAS2R38-Gens
abhängt, entwickelten die US-amerikanischen Forscher zwei
Varianten des Gens, welche sie PAV und AVI nannten. In einer
Versuchsreihe konnten die Biochemiker aufzeigen, dass zwischen
den beiden Varianten des Gens und den Geschmacksmolekülen starke
oder weniger starke Zusammenhänge bestehen. Folglich müssten
beispielsweise jene Menschen, deren genetischer Code der
Variante PAV entspricht, auch sensibler gegenüber bitteren
Geschmäckern sein und bittere Speisen und Getränke weniger
mögen.
Um dies auch praktisch zu
beweisen, haben die Forscher eine Stichprobe aus der Bevölkerung
gezogen und sie einer „gastronomischen“ Beweisführung
unterzogen. Gemäß den Erwartungen der Forscher waren die Träger
der Variante PAV bis zu 1000-mal sensibler in Bezug auf bittere
Geschmäcker.
Quelle:
www.gast.at
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