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Gastronomie-Trends,
alles Blödsinn?!
Wenn
wir über Trends sprechen, dann reden wir eigentlich über
Entwicklungen. Es ist nur sehr populär, Trends (voraus) zu sagen.
Ein bisschen wie die tägliche Astrologie in den Zeitungen, oder
wie Wahrsager, die Sterne deuten.
Den Beruf
Trendforscher hat es früher nicht gegeben. Trends sind bestimmte
Entwicklungen, ohne die wir stehen bleiben würden. Entwicklungen
voraus zu sagen und danach seine kaufmännischen Entscheidungen zu
treffen, kann riskant sein. Einiges was Jules Verne in seinen Erzählungen
gesagt hat, ist auch wahr geworden. Aber deshalb sind die
Amerikaner nicht auf den Mond gelandet. Daneben gibt es noch die
Modeerscheinungen. Diese sind sehr kurzlebig und verschwinden oft
nach einem Jahr wieder. Werden allerdings oft mit Trends
verwechselt. Wenn Sie regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften
lesen bzw. Fernsehen, dann sind Sie durchaus in der Lage, diese
Entwicklungen zu erkennen. Manche Werte entwickeln sich ein
bisschen schneller, manche brauchen viel länger. Im Großen und
Ganzen kann man sagen: "Wer mit der Zeit geht, dem kann nicht
viel passieren".
Für die
Gastronomie wichtige Entwicklungen
1. Der
Genussfaktor
Durch die
vielen Skandale der letzten Jahre wie BSE-Rind, Dioxin-Huhn,
Antibiotika-Schwein, MKS, u. v. m. einerseits und der hohen
Industrialisierung der Lebensmittelbranche (Convenience)
andererseits, ist der Mensch wieder auf der Suche nach dem guten
Geschmack von früher. Regionalität, biologisch angebaut und das
alles auf Haubenniveau ist, was der Konsument zunehmend verlangt.
Würzen mit frischen Kräutern, verschiedene Sorten Paradeiser,
Unterscheidungen bei der Auswahl an Olivenöl sind sichere
Faktoren für ein höheres Qualitätsbewusstsein.
2. Der
Gesundheitsfaktor
"Lustvoll
schlank", "leichter leben" oder "Big Diet"
sind Schlagwörter, die uns tagtäglich ins Auge stechen. Europa
verfettet und die Verantwortung jedes Koches für die richtige Ernährung
seiner Gäste wird immer wichtiger.
3. Der
Zeitfaktor
Zeit
gewinnt immer mehr an Bedeutung. Zeit ist Luxus. Daher muss die
Zeit, die in der Gastronomie verbracht wird, ihr Geld wert sein.
Synergien, die dem Gast mehrere Vorteile verschaffen, werden für
die Gastronomie immer wichtiger. Essen und Erleben. Essen und
Einkaufen. Essen und Lesen. Aber auch in der Küche spielt Zeit
eine wesentliche Rolle. Schnelle Produktion, hohe Qualität heißt
der Devise.
4. Kooperationen
(Netzwerke)
Niemand
schafft es alleine. Diejenigen, mit guten Verbindungen und
strategischen Partnerschaften, werden es viel leichter haben.
Synergien suchen und die Konzentration aufs Kerngeschäft sind in
Zukunft noch wichtiger denn je.
5. Das
Starprinzip
Verunsichert
durch die Fülle an Informationen, sind die Menschen auf der Suche
nach Gurus. Nach Stars, die ihnen vorzeigen, wie man lebt und
kocht. So werden z.B. in England die Fernsehköche Jamie Oliver
oder Nigella Lawson wie Popstars verehrt. Sie schreiben Bestseller
und verändern nebenbei die oft verpönte Esskultur der Engländer.
In Deutschland sind es Eckart Witzigmann, Johann Laver und Alfred
Biolek und hierzulande Alois Mattersberger und Reinhard Gerer.
6. Bildung
Die
Gastronomie ist ein sehr personenbezogenes Metier. Daher muss die
Ausbildung und Entwicklung des Personals an erster Stelle kommen.
Das war immer so, ist aber durch die Systematisierung immer mehr
vernachlässigt worden.
7. Visionen
Die
wirklich erfolgreichen Gastronomen haben Visionen und setzen diese
mit einer konsequenten Strategie um. Denken Sie nur an Atilla
Dogudan mit Do & Co oder Stefan Gergely mit dem Planquadrat.
Oder an den erfolgreichsten Gastronom aller Zeiten Ray Kroc mit
McDonalds.
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