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Finanzierung im Gastgewerbe
von Helmut Kammerer, Marburg

Der Teufel liegt im Detail. Sie kennen das sicher aus den unterschiedlichsten Bereichen Ihres Lebens. Das gilt auch, wenn Sie sich mit einem Finanzierungsvorhaben tragen. Ein grober Überblick darüber, was man vor hat und was das in etwa kosten wird, ist schnell geschaffen; eine exakte Aufstellung, was genau man alles braucht, kostet wesentlich mehr Mühe.

Wer sich an ein Investitionsvorhaben macht, sollte mit großer Genauigkeit den ersten Schritt machen: Die Erstellung des Investitionsplanes. Hier werden bereits die Weichen für den weiteren Erfolg oder Misserfolg gestellt. Wenn Sie in dieser Phase der Planung notwendige Investitionen vergessen, geraten Sie später unweigerlich in Schwierigkeiten. Kaum etwas mögen Banken weniger, als wenn sie während eines Vorhabens über den ursprünglich angesetzten Kapitalbedarf hinaus nachfinanzieren müssen. Verweigert die Bank diese Nachfinanzierung, dann fehlt Ihnen das Geld, um die Dinge zu realisieren, die Ihnen erst nachträglich eingefallen sind. Damit ist möglicherweise das gesamte Projekt gefährdet. Aber selbst wenn die Bank Ihnen noch einmal Geld nachschießt, wird die Situation schwieriger, weil Sie plötzlich mehr Schulden haben als geplant und daher auch einen höheren Kapitaldienst. Die Bankraten drücken schwerer als vorgesehen und im Handumdrehen stecken Sie in Liquiditätsengpässen.

Die Gründe dafür, mit großer Sorgfalt einen Investitionsplan zu erstellen, sind gewichtig. Das Vorgehen ist jedoch einfach und verläuft in drei Schritten:

1. Sammlung der Daten

Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie alles auf, was Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Vorhaben an möglichen Ausgaben einfällt. Lassen Sie sich dafür ruhig ein paar Tage Zeit und halten Sie das Blatt stets griffbereit, damit Sie jederzeit Ergänzungen anfügen können.
  
2. Sortieren der Daten nach Bedeutung
Wenn Ihnen wirklich nichts mehr einfällt, dann müssen Sie die einzelnen Positionen ordnen. Am besten übertragen Sie dazu alle Positionen auf jeweils ein Karteikärtchen. In einem ersten Arbeitsgang sortieren Sie die einzelnen Anschaffungen in drei Kategorien:

unverzichtbare Investitionen
wichtige Investitionen
wünschenswerte Investitionen

In den ersten Bereich gehören die Punkte, die Sie unbedingt brauchen (z.B. Herd für die Küche), in den zweiten Bereich wichtige Anschaffungen, auf die Sie zur Not verzichten könnten (z.B. Kombidämpfer) und in den dritten Bereich diejenigen Dinge, die schön wären, aber nicht notwendig sind (z.B. komfortable Büroeinrichtung).
   

3. Terminliche Einordnung der Investitionen

Anschließend arbeiten Sie noch einmal jeden der drei Stapel durch und unterteilen diese nach

kurzfristig

mittelfristig

langfristig

Am Ende haben Sie neun Stapel mit Kärtchen. Der Stapel "kurzfristig unverzichtbar" enthält all die Positionen, die Sie gleich zu Beginn Ihres Vorhabens realisieren müssen. Das Geld für diese Ausgaben muss von Anfang an vorhanden sein. Aber auch bei "mittelfristig unverzichtbar" und "langfristig unverzichtbar" handelt es sich um Positionen, für die Sie das nötige Geld über kurz oder lang auftreiben müssen. Daher müssen diese Positionen von Beginn an im Investitionsplan berücksichtigt werden, weil sie - wenn auch teils später - finanziert werden müssen.

Im letzten Arbeitsgang müssen Sie Preise für die Anschaffungen einholen. So können Sie am Ende Ihren Investitionsplan erstellen, unterteilt in kurzfristig, mittelfristig und langfristig und mit genauen Beträgen versehen. Wenn Sie an dieser Stelle keine Fehler machen, benötigen Sie später auch keine gefährlichen Nachfinanzierungen. Diese Phase ist äußerst wichtig, es ist daher gewiss nicht falsch, sich professionell helfen zu lassen.

   
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von 
Helmut Kammerer, Unternehmensberater aus Marburg (D) 

 

 

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