Feedback
„Um uns zu vervollkommnen, brauchen wir entweder aufrichtige
Freunde oder hartnäckige Feinde. Sie öffnen uns die Augen für
unsere guten und schlechten Handlungen - die einen durch
Erfahrungen, die anderen durch ihren Tadel.“ (Diogenes)
Feedback ist eine sehr gute Möglichkeit, sich bei der Arbeit
Rückmeldungen zu geben. Oftmals mangelt es daran in unserem
täglichen Zusammenarbeiten. Wir nehmen an, wir wüssten, was der
andere denkt, fühlt und wünscht. Feedback bietet die Möglichkeit
uns darüber auszutauschen.
Feedback macht auf konstruktive Weise aufmerksam auf unbewusste
oder unangebrachte Verhaltensweisen. Es bietet Hilfe und
Unterstützung um neue Verhaltensweisen zu erlernen. Feedback ist
somit eine hervorragende Möglichkeit miteinander zu lernen.
Was ist Feedback?
"Feedback ist eine Mitteilung an eine Person, die diese Person
darüber informiert, wie ihre Verhaltensweisen von anderen
wahrgenommen, verstanden und erlebt werden. Das mögliche Maß und
die Wirksamkeit des Feedback wird weitgehend bestimmt vom Maß
des Vertauens in der Gruppe und zwischen den jeweils betroffenen
Personen." (Antons 1999)
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Menschen lernen besonders gut, wenn sie die Ergebnisse bzw.
Folgen ihrer Handlungen bzw. ihres Verhaltens erfahren. |
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Durch Feedback werden die Folgen/Wirkungen/Konsequenzen des
Verhaltens der Beteiligten transparent. |
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Feedback macht sowohl auf Verhaltensweisen aufmerksam, die
positiv auf die Beteiligten wirken, als auch auf solche
Verhaltensweisen, die dem Betreffenden und der Gruppe nicht
weiterhelfen oder die der eigentlichen Intention nicht
genügend angepasst oder konform sind. |
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Nach Erhalten dieser Information ist der Betreffende in der
Lage darüber nachzudenken, wie er sein Verhalten verändern
kann, damit auch das von ihm beabsichtigte Ergebnis
eintritt. |
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Wichtig! Nur der Betreffende entscheidet über
Verhaltensänderungen, niemals der Feedback-Geber. |
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Wenn alle Gruppenmitglieder zunehmend bereit sind, sich
gegenseitig Feedback zu geben, so wachsen die Möglichkeiten
des voneinander Lernens in erheblichem Maße. |
Feedback als Führungsinstrument
Im Rahmen unserer täglichen Arbeit können wir immer
wieder die positiven Aspekte der Kommunikation im Sinne eines
konstruktiven Feedbackdialoges feststellen. Missverständnisse
zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter können dadurch beseitigt,
Beziehungen und Konflikte geklärt sowie Vertrauen und Wir-Gefühl
im Team dauerhaft gestärkt werden. Geschickt und bewusst
eingesetzt, eignet sich Feedback auch als Führungsinstrument, um
Mitarbeiter zu motivieren und in ihrer fachlichen und
persönlichen Entwicklung zu fördern. Es eignet sich darüber
hinaus für die Führungskraft auch dazu, die eigene
Persönlichkeits- und Verhaltenswirkung zu sensibilisieren sowie
die Realitätswirkung des Führungsstils kritisch zu hinterfragen.
Voraussetzung ist jedoch, dass Feedback richtig angewandt wird.
Selbstbild,
wie sehe ich mich?
Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte Vorstellung davon, welche
Stärken und welche Schwächen er sich selbst zuschreibt, wie er
gerne sein möchte und wie er auf andere wirken will. Unser
menschliches Verhalten zielt darauf ab, den Eindruck dieses
Selbstbildes bei den Mitmenschen zu erzielen, d.h. die Wirkungen
zu erzielen, die auch unseren Absichten entsprechen.
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Ein Teamleiter, zum Beispiel, sieht sich selbst als Freund
und Förderer seiner Mitarbeiter, verfügt gerne über eigene
Handlungsspielräume und möchte, dass auch seine Mitarbeiter
ihn als kollegialen Vorgesetzten betrachten, der sie fördert
und mit eigenen Entscheidungsfreiheiten ausstattet. Seinen
Führungsstil beschreibt er selbst als kollegial und
mitarbeiterorientiert. |
Fremdbild, wie
sieht mich meine Umwelt?
Das Verhalten eines Menschen gegenüber Dritten, erzeugt bei
diesen ein ganz bestimmtes, subjektives Bild seiner Person, ein
sog. Fremdbild. Sehr oft liegen Selbstbild und tatsächlich
erzeugtes Fremdbild auseinander und sind die Ursache für
Missverständnisse und Enttäuschungen, im beruflichen wie im
privaten Bereich.
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Im konkreten Beispiel wundert sich der Teamleiter über die
nachlassende Motivation seiner Mitarbeiter. Er führt dies
zunächst auf die hohe Arbeitsbelastung der vergangenen
Wochen zurück. Die Ursache für eine relativ hohe Fluktuation
in den vergangenen Monaten sieht er in einer durchgeführten
organisatorischen Umstrukturierung seines Bereiches
begründet. Als sich jedoch auch nach einiger Zeit nichts
ändert und die Kündigungsrate trotz des unverkennbaren
Erfolges der Reorganisationsmaßnahme nicht zurückgeht,
entschließt er sich, seine Mitarbeiter in einer Versammlung
offen darauf anzusprechen sowie die ausscheidenden
Arbeitskräfte nach deren Gründe zu fragen. Das Feedback,
welches er erhält, verblüfft ihn doch zunächst sehr, denn
der Großteil der Mitarbeiter empfindet sein Verhalten nicht
als kollegial sondern als sehr dominant. Ferner reiße er,
ähnlich im Sinne eines "Machers", Dinge zu häufig an sich,
die doch eigentlich laut Stellenbeschreibung im
Verantwortungsbereich der Mitarbeiter lägen. Daher wird sein
Führungssiel insgesamt auch als überaus direktiv und
sachorientiert empfunden. |
Feedback als
Vergleich von Selbstbild und Fremdbild
Feedback bedeutet "Rückmeldung". Es gibt u.a. Menschen die
Möglichkeit, Selbst- und Fremdbild miteinander zu vergleichen
und dadurch zu erfahren, wie sie mit ihrem Verhalten tatsächlich
auf andere wirken.
Feedback als
Führungsinstrument
Feedback kann einer Führungskraft helfen, von ihren Mitarbeiter
zu erfahren, wie diese sie selbst und ihren Führungsstil
wahrnehmen. In dem beschriebenen Beispiel kann sich der
Teamleiter kritisch hinterfragen, ob er die Wirkung, die sein
Verhalten erzielt hat, tatsächlich anstrebt oder nicht. Von
außen betrachtet erscheint es jedoch so, als wäre der "Bereich
des Unbewussten" bei ihm sehr stark ausgeprägt.
Ohne Feedback
wäre ihm die Wirkung seines Verhaltens unbewusst geblieben und
die Chance zur Veränderung genommen gewesen. Er würde noch immer
mit dem Motivationsdefiziten und der hohen
Mitarbeiterfluktuation in seiner Abteilung konfrontiert werden,
ohne die wirkliche Ursache hierfür zu kennen.
Führungskräfte
können Feedback ferner dazu verwenden, ihre Mitarbeiter weiter
zu entwickeln, indem sie ihnen aufgaben- und sachbezogenes
Feedback im Hinblick auf ihre Arbeitsergebnisse geben. Einem
Großteil der Mitarbeiter ist daran gelegen. Auch die
Beschäftigten erfahren so mehr Transparenz und haben die Chance,
ihr Verhalten zu ändern. Die Möglichkeiten, die eine solche
"konstruktive Kritik" bietet, wird unseres Erachtens nach in der
Praxis noch zu sehr unterschätzt und nicht selten unterbleibt
Feedback deshalb, weil es den Beteiligten peinlich ist,
bestimmte Dinge, die das Verhalten des Gegenüber betreffen,
ehrlich und deutlich anzusprechen. Und das, obwohl die Chancen,
Mitarbeiter mittelfristig so zu den gewünschten Leistungen zu
führen und das Verhältnis zwischen Führungskraft und
Beschäftigten nachhaltig zu verbessern, bei Anwendung dieses
Führungsinstrumentes durchaus sehr gut stehen.
Ohne die
Einhaltung gewisser "Spielregeln" bleibt Feedback wirkungslos
und kann sich gar in eine gegenteilige Wirkung erzielen
Feedback selbst stellt immer ein Geschenk dar und wie mit allen
Geschenken, entscheidet der Empfänger, ob er es annimmt oder
nicht, d.h. in diesem Fall ob er die Ratschläge aufnehmen und
sein Verhalten ändern möchte.
Ob ein Feedback
von Feedbacknehmer akzeptiert wird und somit mittelfristig zu
einer Verhaltensänderung beiträgt, hängt nicht zu letzt von der
Form ab, in der die Rückmeldung erfolgt. Deshalb gibt es auch
beim Feedback "Spielregel", an die sich alle Beteiligten halten
sollten. Werden diese elementaren Regeln nicht beachtet, so
besteht die Gefahr, dass sich ein gegenläufiger Effekt
einstellt, die Fronten zwischen den Mitarbeitern untereinander
und den Vorgesetzten verhärtet werden und die interpersonellen
Beziehungen dadurch zusätzlich belasten. Nicht zuletzt hängt die
wirkungsvolle Umsetzung von Feedback auch von der jeweiligen
Unternehmenskultur ab. Innerhalb einer offenen und konstruktiven
Gesprächskultur lässt sich dieses Führungsinstrument sicherlich
leichter implementieren als in einer "steifen" Umgebung.
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