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Eventmarketing
Kunden sind
nicht mehr so leicht zufrieden zu stellen. Eine schöne bunte
Anzeigenkampagne ist längst nichts Besonderes mehr. Was folgen
muss, ist ein gut gemachter Event, ein einmaliges Ereignis, bei
dem die Gäste Ihr Haus und Ihr Angebot hautnah erleben dürfen.
Ganz nah am
Gast
Der Event boomt, keine Frage. Die Rahmenbedingungen im modernen
Marketing haben sich geändert. Vielen Unternehmen bleibt bloß
die Flucht nach vorne und das heißt: neue Wege gehen, den Gast
auf eine ganz neue Art ansprechen und ihn die Besonderheit des
Hauses erleben lassen. Was hinterlässt also einen bleibenden
Eindruck? Wenn man mittendrin und dabei ist, selbst etwas
erleben darf.
Eine
Anzeige, so bunt und auffällig sie auch sein mag, ist immer nur
eine unter Tausenden und reißt niemanden vom Hocker. Das tut Ihr
Event aber auch nicht, wenn er sich mit belegten Brötchen und
dem Auftritt einer Nachwuchsband erschöpft, wenn er also nicht
wirklich innovativ und zugkräftig ist. Um so etwas richtig
aufzuziehen, müssen Sie tiefer in die Materie einsteigen.
Es geht um
Emotionen
Einige Faktoren fördern das Eventmarketing, beispielsweise die
Tatsache, dass Emotionen im Marketing verstärkt angesprochen
werden. Auch die Freizeitorientierung unserer Gesellschaft, das
veränderte Medienverhalten und der zunehmende Wettbewerbsdruck
sind solche Faktoren. Gegen den Event sprechen die steigenden
Ansprüche – Sie wissen bald nicht mehr, was Sie noch bieten
sollen –, das manchmal sehr geringe Teilnehmerinteresse und die
unangenehme Tatsache, dass solche Veranstaltungen ein gewaltiges
Loch in Ihre Kasse reißen können.
Trotz allem
gehört den Events die Zukunft, und zwar ganz einfach deshalb,
weil Sie sich profilieren müssen. Obwohl viele Märkte
stagnieren, gibt es nämlich immer noch mehr Angebote, die um den
Gast buhlen. Den Konsumenten geht das allmählich auf die Nerven,
deshalb weigern sich viele schlicht und einfach, all die
Informationen aufzunehmen, die da auf sie einstürmen.
Aktivieren
Sie Ihre Zielgruppe
Zählt schon ein Partyservice zum Eventmarketing oder erst eine
Großveranstaltung wie ein Kongress, oder liegt es irgendwo
dazwischen? Bevor Sie einen packenden Event produzieren, müssen
Sie wissen, was genau darunter zu verstehen ist. Es gibt
typische Merkmale, z. B. die folgenden:
-
Initiator des Events ist das Hotel/Restaurant.
-
Ein
Event ist keine Verkaufsveranstaltung.
-
Ein
Event entführt den Teilnehmer in eine Phantasiewelt.
-
Die
Besonderheiten des Hauses werden beim Event erlebbar.
-
Events
sprechen exakt die Zielgruppe an.
Und ganz
wichtig dabei: Der Gast darf und soll mitmachen.
Eventangebote dienen also in einer besonderen Weise der
Kommunikation zwischen Unternehmen und Gästen. Diese Gelegenheit
können Sie auch nutzen, um von Ihren Gästen zu lernen. So
bekommt der Event auch eine strategische Bedeutung. Und wenn Sie
erforscht haben, wie diese Interaktionen im Einzelnen ablaufen,
können Sie daraus wiederum Rückschlüsse auf die Gestaltung Ihrer
Events ziehen.
Hier können
Sie etwas erleben
Warum gehen die Leute zu einem Event? Weil sie etwas erleben
wollen. Jede Zielgruppe hat bestimmte emotionale Bedürfnisse und
pflegt einen eigenen Lebensstil. Unterschätzen Sie diese
Emotionen bei den Entscheidungsprozessen nicht. Nutzen Sie sie
bei Ihren Marketingmaßnahmen.
Kaum jemand
fragt heute noch nur nach Vor- und Nachteilen eines Angebotes.
Die Leute entscheiden ganz spontan und nach dem emotionalen
Eindruck, sie sind erlebnisorientiert. Das ist Ihre Chance, sich
mit Ihrem Angebot von der Konkurrenz abzuheben. Bieten Sie
Konsumerlebnisse. Aber bitte nicht irgendwas, es muss schon zu
Ihrem Image und zum Lebensstil Ihrer Zielgruppe passen.
Überlegen Sie sich, mit welchen Erlebnissen Sie sich vom
Wettbewerber abgrenzen. Und das Ganze sollte auch nicht allzu
leicht zu kopieren sein.
Nur
glückliche Gäste sind treue Gäste
Ihr Unternehmen kann noch so gut sein, Erfolg haben Sie nur,
wenn der Gast auch bei Ihnen konsumiert. Und das tut er wiederum
nur, wenn Sie seinen ganz persönlichen Wünschen entgegenkommen.
Ein Marketing-Rundumschlag, wie er in den 60er und 70er Jahren
üblich war, läuft heute ins Leere. Ideal wäre die
maßgeschneiderte Botschaft für jeden Gast. Ihn – wie auch immer
– an Ihr Unternehmen zu binden, muss Ihre zentrale
Marketingaufgabe sein. Wenn Sie sich ihn zum Partner machen,
klappt das am besten. Events sind eine gute Gelegenheit für
solch ein individuelles Partnerschaftsmarketing.
Sie müssen
nicht unbedingt einen humorvollen Hindernisparcours
organisieren. Auch passive Events, wo die Leute einfach nur da
sind, um etwas Einmaliges zu erleben, haben eine emotionale
Wirkung. So etwas muss gar nicht mit einem hohen Budget
verbunden sein, sondern das können sich auch Mittelständler und
Kleinbetriebe leisten. Lassen Sie sich etwas einfallen, das zu
Ihrem Haus und zu Ihrem Image passt – und sorgen Sie dafür, dass
die Gäste mit der Unternehmensleitung in ungezwungener
Atmosphäre auf Tuchfühlung gehen können.
Open-Air-Event mit Blitz und Donner
Wenn Sie eine Anzeige schalten, kann nicht viel schief gehen.
Sie verlieren dabei nur ein wenig Geld (und das aber sicher!
Anzeigen bringen keine nennenswerten Ergebnisse). Wenn Sie einen
Event planen, ist das völlig anders: Ohne Restrisiko geht es
dabei nämlich nicht. Die selbst erzeugten Risiken sind die
größte Gefahr. Vor allem deshalb, weil gemachte Fehler oft erst
zu einem Zeitpunkt zum Malheur werden, wenn Sie nichts mehr
retten können. Verhindern Sie das mit einem bis ins kleinste
Detail perfekt ausgearbeiteten Konzept. Dazu zählt zunächst,
dass der Event in Ihre Kommunikationsstrategie mit einbezogen
sein muss, weil Sie ohne begleitende Maßnahmen, z.B. über
Printmedien (in Form von PR-Artikeln), einen guten Teil der
Wirkung verschenken.
Alle Events,
die unter freiem Himmel stattfinden, sind vom Wetter abhängig.
Und das können Sie nun mal nicht planen. Alles andere schon! Und
das wäre:
-
der
zeitliche Rahmen,
-
die
Absprache mit den externen Partnern, Lieferanten
-
die
Konzeption,
-
die
Organisation.
Der letzte
Punkt hat es in sich. Das ist sozusagen die Ansammlung der
vielen Kleinigkeiten, die alle der Reihe nach missglücken
können. Manchmal sind sogar Eventmanager damit überfordert. Das
fängt mit der Location an. Da laden Sie Ihre Gäste vielleicht um
19 Uhr zum stimmungsvollen Abendkonzert am See und übersehen,
dass das angrenzende Sägewerk bis um 20 Uhr lautstark sein
Stammholz entrindet.
Sehr sorgsam
müssen Sie auch die Akteure auswählen. Falls die Gäste sich
hinterher nur an den prominenten Sportstar erinnern, aber keine
Ahnung mehr haben, um welches Unternehmen es ging, ist etwas
falsch gelaufen. Legen Sie auch größten Wert auf die Technik und
auf den, der sie benutzt. Ein Lichtoperator ist nicht billig,
aber Ihr eigener Azubi verursacht womöglich einen Stromausfall
in der gesamten Region.
Der Event
war ein voller Erfolg – wirklich?
Ihr Event verlief ohne Pannen, die Teilnehmer haben begeistert
geklatscht. Das ist schon mal gut, aber deshalb können Sie noch
lange nicht von einem Eventerfolg sprechen. Einen Erfolg müssen
Sie schon nachweisen können und das wird ohne Controlling nicht
einfach werden. Aber was wollen Sie überhaupt steuern? Zum einen
die Effektivität (Macht der ganze Event überhaupt Sinn?) und zum
anderen die Effizienz (Wie nahe kommen Sie damit Ihrem Ziel?).
Kontrollieren Sie das mit:
-
quantitativen (Marktanteil, Umsatz),
-
qualitativen (Bekanntheit, Image),
-
ökonomischen (Kosten-/Ertragsrelation) und
-
verhaltenswissenschaftlichen Größen.
Tourismus-Events
Dass man gerade auch im Tourismus eine Destination mit Events an
die Spitze führen kann, dafür ist St. Moritz das beste Beispiel.
Seit 1978 werden hier Events als Marketinginstrument genutzt.
Das bedeutet rund 300 Veranstaltungen im Jahr, und 20 davon
gehören ganz gezielt zur Eventmarketing-Strategie. Einige der
regelmäßig stattfindenden Events gibt es schon seit 100 Jahren,
trotzdem ist man bemüht, immer wieder etwas Neues zu kreieren.
Dabei wird penibel darauf geachtet, dass alles zum Markenbild
St. Moritz passt und einer langfristigen Erfolgsstrategie
entspricht.
Im Tourismus
können Sie sich durch Eventmarketing besonders gut von Ihren
Mitbewerbern abgrenzen. Die Gäste haben dann schnell eine
spezielle Vorstellung von Ihrer Destination und das schafft
Ihnen entscheidende Wettbewerbsvorteile. St. Moritz bleibt
seinem Wahlspruch „Top of the World“ auch bei den Events treu:
Es darf ruhig exklusiv sein. Die Rechnung geht auf, denn
inzwischen buchen 65 % der Gäste die 4- und 5-Sterne-Hotels am
Ort. Und die Hotellerie nutzt die Events für Rahmenprogramme,
Incentive-Angebote und Erlebnisferien-Pakete. St. Moritz hat es
geschafft, ein unverwechselbares Image für seine Nischenpolitik
aufzubauen. Der Ort ist dank Eventmarketing zu einer
eigenständigen Marke unter den Tourismusangeboten avanciert.
Fazit:
-
Niemand
will heute noch mit Informationen überschwemmt werden. Was
die Menschen wollen ist: etwas erleben.
-
Langweilen Sie die Verbraucher nicht mit trockenen
Produktbeschreibungen, locken Sie sie lieber mit emotionalem
Zusatznutzen.
-
Ein
Event ist zwar teuer, aber fast das Einzige, womit Sie sich
heute noch profilieren können.
-
Ausbrechen aus dem Alltag: Das ist es, was einen guten Event
ausmacht.
-
Ein
Event ist nicht nur Spaß für Ihre Gäste, er bietet Ihnen
auch die Gelegenheit, etwas über sie zu lernen.
-
Sie
müssen zuerst eine Markenwelt entwerfen und diese dann mit
einem Event für Ihre Zielgruppe Wirklichkeit werden lassen.
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Der Gast
muss beim Event etwas individuell Einmaliges erleben, das
ihm Ihre Marke ins Unterbewusstsein brennt.
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Jeder
Event braucht ein durchdachtes Konzept, eine minutiöse
Planung und eine perfekte Organisation.
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Kämpfen
Sie um jeden Gast: Das ist immer noch billiger, als ihn zu
verlieren.
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Mit
Eventmarketing können Sie Nischen besetzen und im Wettbewerb
bestehen.
Quelle:
Nickel, O. (1998): Eventmarketing. Grundlagen und
Erfolgsbeispiele
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