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Effiziente Besprechungen
"Ineffiziente Besprechungen"
stehen ganz oben auf der Liste der großen Zeit- und
Energiefresser, von den Kosten ganz zu schweigen. Hier 5 sofort
umsetzbare Praxistipps, was Sie grundlegend verändern können.
Soviel schon mal vorneweg: Sie erhalten stärker motivierte
Teilnehmer und damit bessere Ergebnisse, wenn Sie die Teilnehmer
stark einbinden – bei der Vorbereitung wie bei der Durchführung
und Nachbereitung.
1. Sammeln Sie bereits im
Vorfeld Material
Richten Sie sich für Besprechungen und Sitzungen (auch für
solche, an denen Sie nur teilnehmen) Hängemappen ein, und zwar
eine für jede Art der Zusammenkunft (beispielsweise
"Jahresgespräch", "Workshop"). Dort können Sie nun im Vorfeld
schnell und einfach Material sammeln: Ideen, Informationen, die
Einladungsunterlagen, das Protokoll der letzten Sitzung etc.
2. Verteilen Sie die
Verantwortung auf die Teilnehmer
Je stärker die Teilnehmer sowohl im Vorfeld als auch während und
nach der Besprechung eingebunden werden, desto motivierter sind
sie:
- Delegieren Sie deshalb
bereits bei der Vorbereitung so viele Aktivitäten wie
möglich, beispielsweise die Leitung einzelner TOPs, die
Visualisierung von Zahlenmaterial oder die Bedienung
technischer Geräte.
- Versenden Sie ggf. mit der
Einladung auch Informationsmaterial, das der Vorbereitung
auf einzelne TOPs dient. Oder nennen Sie Themen, zu denen
vorbereitend Ideen gesammelt werden sollen.
- Fragen Sie ein paar Tage
vorab bei den Teilnehmern nach, ob sie Ergänzungswünsche zu
den geplanten TOPs haben.
- Aktivieren Sie
Sitzungsteilnehmer, die sich als Gäste fühlen, indem Sie
Fragen direkt an sie richten.
3. Starten Sie jede
Besprechung mit einem Überblick über die letzte
Beginnen Sie (regelmäßig angesetzte) Besprechungen mit einem
Schnelldurchlauf durch die Ergebnisse des letzten Treffens sowie
mit einer kurzen Übersicht darüber, wie weit die damals
beschlossenen To-dos gediehen sind. So sind alle Teilnehmer auf
dem aktuellen Stand.
Positiver Nebeneffekt: Durch diese offensichtliche Zielkontrolle
werden auch die neu anstehenden Aufgaben ernster genommen.
4. Sorgen Sie für eine
konzentrierte, zielorientierte Diskussion
- Sie können eine Besprechung
entweder leiten oder daran teilnehmen; beides geht nicht!
Wenn Sie der Moderator sind: Konzentrieren Sie sich ganz auf
diese Rolle.
- Greifen Sie ein, wenn eine
Diskussion auszuufern droht. Fassen Sie das bis dahin
Erarbeitete noch einmal kurz zusammen, um den Anschluss
wiederherzustellen.
- Greifen Sie ein, wenn eine
Diskussion ohne die beabsichtigten Resultate zu bleiben
droht. Lassen Sie dann beispielsweise über das Ergebnis
abstimmen, oder beauftragen Sie eine Arbeitsgruppe, das
Thema bis zur nächsten Besprechung zu vertiefen. Oftmals
auch sinnvoll: Treffen Sie einfach selbst eine Entscheidung.
- Fehlen Informationen, um
eine Entscheidung zu treffen, verschieben Sie das
entsprechende Thema sofort auf das nächste Treffen.
- Akzeptieren Sie keine
Unterbrechungen von außen (Mobiltelefone, Mitteilungen etc.)
– außer in wirklich dringenden Fällen.
- Legen Sie eine Zeitspanne
pro TOP fest. Was in zehn Minuten nicht besprochen werden
kann, ist meist auch in zwei Stunden nicht geklärt.
- Sorgen Sie dafür, dass sich
auch notorische Vielredner kurz halten. Wenn der Sprecher
beginnt, sich selbst zu wiederholen müssen Sie einschreiten.
5. Sichern Sie die Umsetzung
der Ergebnisse
Kopieren und verteilen Sie direkt im Anschluss an die
Besprechung das Besprechungsprotokoll, das neben den Ergebnissen
auch die nötigen Umsetzungsschritte enthält: Wer was bis wann zu
erledigen hat. Das hat folgende Vorteile:
- Die Teilnehmer werden die
Besprechungsergebnisse bis zum Eintreffen des Protokolls
nicht einfach abhaken, sondern können – frisch motiviert –
direkt an die Umsetzung gehen.
- Es gibt nur eine,
schriftlich fixierte und von allen abgesegnete Version. Das
baut Ausreden und Missverständnissen vor.
- Jeder hat auch die Aufgaben
der anderen vor sich: Diese Transparenz erhöht die Disziplin
bei der Aufgabenumsetzung und hilft beim
Informationsaustausch.
Zusatztipp: Tun Sie etwas
gegen Unpünktlichkeit!
Das Zuspätkommen ist bei Besprechungen ein (zunehmendes!)
Ärgernis. Die Zuspätkommer haben zumeist einen "wichtigen" Grund
für ihre Unpünktlichkeit – und sei es nur, die Wichtigkeit der
eigenen Person zu unterstreichen. Das können Sie beispielsweise
tun:
- Gehen Sie bei der Auswahl
der Teilnehmer sehr sorgfältig vor. Motivierte Teilnehmer
haben ein eigenes Interesse an Pünktlichkeit.
- Setzen Sie die Besprechung
zu einem krummen, also einprägsamen Zeitpunkt an und
mit einer überschaubaren Dauer. Etwa: Beginn 9.43 Uhr, Dauer
47 Minuten.
- Legen Sie die wichtigsten
Themen an den Anfang.
- Schließen Sie zum
festgesetzten Zeitpunkt die Tür, und fangen Sie einfach an.
Die radikale Variante (das Opern-System): Lassen Sie
Zuspätkommer nach Beginn der Besprechung nicht mehr hinein.
- Erwägen Sie negative
Sanktionen: Zuspätkommer müssen beispielsweise Geld in die
Kaffeekasse einzahlen oder beim nächsten Mal Protokoll
führen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von: Verlag für
die Deutsche Wirtschaft AG |