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Effektive Kommunikation von
Führungskräften
Partnerbezogen zuhören
Nichts ist schädlicher für das Betriebsklima als die „Arroganz
der Macht“ von Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern:
demonstrative Ungeduld, auf die Uhr schauen oder
Unterbrechungen, wenn das, was vorgetragen wird, nicht
interessiert oder verärgert. Besser ist: Schauen Sie Ihre
Mitarbeiter an. Zeigen Sie Ihr Interesse durch Lächeln,
Kopfnicken und -schütteln sowie Wiederholen des Gesagten in
kurzen Gesprächspausen: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe“,
„Sie meinen also“ etc. Diese Technik hilft, das Gespräch auch
bei abweichenden Meinungen aggressionsfrei zu halten.
Partnerbezogen formulieren
Jeder Sieg erzeugt neuen Krieg: Selbst ein – oberflächlich
betrachtet – gewonnenes Wortgefecht kann in Wahrheit eine
Niederlage sein. Denn der Besiegte ist in seinem
Selbstwertgefühl verletzt und wird versuchen, dieses durch Rache
wiederherzustellen. Egal auf welcher Hierarchiestufe Sie sich
befinden, ob als Vorgesetzter, Untergebener oder
Gleichberechtigter: am meisten erreichen Sie, wenn Sie wahrhaft
davon überzeugt sind, dass jeder Mensch ein Recht auf eine
eigene Meinung hat.
Als
Vorgesetzter sollten Sie auf jeden Fall das „Machtdiktat“
vermeiden: Dieser Begriff umschreibt nicht umkehrbares
Verhalten, etwa Äußerungen, die der Mitarbeiter aufgrund von
Hierarchiestrukturen niemals zurückgeben könnte. „Das stimmt
nicht, was Sie da sagen“, ist z. B. ein solches Machtdiktat. Auf
lange Sicht führt solches Verhalten bei den Mitarbeitern zu
Frustration, innerer Emigration oder heimlichem Ungehorsam.
Der Ton
macht die Musik
„Sie sind ein Lügner!“ oder „Ich bin ganz sicher, dass Sie nicht
die Wahrheit sagen.“ Ein Inhalt, zwei Botschaften: Der erste
Satz verletzt, die Aggression provoziert zwangsläufig
Gegenaggression oder Resignation beim Mitarbeiter. Die zweite
Fassung dagegen beinhaltet zumindest theoretisch die Möglichkeit
eines Irrtums, bleibt offen für Argumente und ist vor allem
eines: umkehrbar. Negative Du-Aussagen, die fast immer
verletzen, können Sie ohne Änderung des Inhalts in positive
Ich-Aussagen umwandeln. Also: Statt des Rüffels „Stehen Sie
nicht so faul herum“ äußern Sie lieber mit Nachdruck die Bitte:
„Mir wäre es lieber, wenn Sie etwas schneller arbeiten könnten.“
Partnerbezogen führen
Führende müssen die Geführten von ihren Zielen überzeugen. Das
geschieht entweder durch logische Argumente auf der Sachebene
oder – wenn diese nicht angenommen werden – durch
partnerbezogenes Verhalten auf der emotionalen Ebene. Die
Meinung des anderen zu respektieren heißt nicht sie zu
tolerieren. Als Führungsperson müssen Sie einen klaren
Standpunkt vertreten und Zeichen setzen. Wenn Sie Ihren Respekt
jedoch ehrlich und nicht als bloße Masche demonstrieren,
entsteht ein Sympathiefeld, das die zukünftige Zusammenarbeit
enorm erleichtert.
Ein
Beispiel: Mehrere Mitarbeiter haben sich über den Serviceleiter
X bei Ihnen beschwert. Anstatt ihm nun auf der Basis von
Aussagen Dritter eine Generalpredigt zu halten, fragen Sie ihn
direkt, ob etwas zwischen ihm und seinen Mitarbeitern nicht
stimmt, Sie hätten diesbezüglich Klagen gehört. Sie geben ihm so
genügend Freiraum, seine Sicht der Dinge darzulegen. Dieser
Führungsstil ist jedoch keinesfalls mit einem „Um den heißen
Brei herumreden“ zu verwechseln: Vage, unheilschwangere
Andeutungen können ebenso wie direkte, aggressive Vorwürfe
frustrieren.
Alte
Gewohnheiten ändern
Machen Sie
eine Bestandsaufnahme:
-
Was sind
Ihre Schwachpunkte beim Reden und im Umgang mit anderen?
-
Was Ihre
Ziele?
-
In
welcher Reihenfolge möchten Sie diese erreichen?
-
Und
durch welche Maßnahmen?
Gewohnheiten
werden vom Unterbewusstsein gesteuert. Ändern können Sie diese
nur, indem Sie sich ihrer (ungeliebten) Gewohnheiten immer
wieder bewusst werden, sie quasi an die Oberfläche zerren und
sich die gewünschte Änderung durch Autosuggestion mehrmals
täglich vor Augen führen. Zum Beispiel:
-
Ich höre
immer und überall zu.
-
Ich rede
umkehrbar.
-
Ich
respektiere andere Meinungen.
Schreiben
Sie Zettel mit Ihren Vorsätzen, kleben Sie diese an strategisch
wichtige Punkte (Armaturenbrett im Auto, Badezimmerspiegel etc.)
und bitten Sie Verwandte und Freunde, Sie bei Verstößen daran zu
erinnern. Schritt für Schritt können Sie so lernen, effektiv zu
kommunizieren und sich durchzusetzen, ohne bei anderen Menschen
Wunden zu hinterlassen.
Quelle:
Scheerer, H.
2002: Mit Worten führen. Oder: Reden müsste man können
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