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letzte Aktualisierung: 
  28.03.2012

 
 

 
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Wirkungsvolles Reden

 

 

Effektive Kommunikation von Führungskräften

Partnerbezogen zuhören
Nichts ist schädlicher für das Betriebsklima als die „Arroganz der Macht“ von Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern: demonstrative Ungeduld, auf die Uhr schauen oder Unterbrechungen, wenn das, was vorgetragen wird, nicht interessiert oder verärgert. Besser ist: Schauen Sie Ihre Mitarbeiter an. Zeigen Sie Ihr Interesse durch Lächeln, Kopfnicken und -schütteln sowie Wiederholen des Gesagten in kurzen Gesprächspausen: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe“, „Sie meinen also“ etc. Diese Technik hilft, das Gespräch auch bei abweichenden Meinungen aggressionsfrei zu halten.

Partnerbezogen formulieren
Jeder Sieg erzeugt neuen Krieg: Selbst ein – oberflächlich betrachtet – gewonnenes Wortgefecht kann in Wahrheit eine Niederlage sein. Denn der Besiegte ist in seinem Selbstwertgefühl verletzt und wird versuchen, dieses durch Rache wiederherzustellen. Egal auf welcher Hierarchiestufe Sie sich befinden, ob als Vorgesetzter, Untergebener oder Gleichberechtigter: am meisten erreichen Sie, wenn Sie wahrhaft davon überzeugt sind, dass jeder Mensch ein Recht auf eine eigene Meinung hat.

Als Vorgesetzter sollten Sie auf jeden Fall das „Machtdiktat“ vermeiden: Dieser Begriff umschreibt nicht umkehrbares Verhalten, etwa Äußerungen, die der Mitarbeiter aufgrund von Hierarchiestrukturen niemals zurückgeben könnte. „Das stimmt nicht, was Sie da sagen“, ist z. B. ein solches Machtdiktat. Auf lange Sicht führt solches Verhalten bei den Mitarbeitern zu Frustration, innerer Emigration oder heimlichem Ungehorsam.

Der Ton macht die Musik
„Sie sind ein Lügner!“ oder „Ich bin ganz sicher, dass Sie nicht die Wahrheit sagen.“ Ein Inhalt, zwei Botschaften: Der erste Satz verletzt, die Aggression provoziert zwangsläufig Gegenaggression oder Resignation beim Mitarbeiter. Die zweite Fassung dagegen beinhaltet zumindest theoretisch die Möglichkeit eines Irrtums, bleibt offen für Argumente und ist vor allem eines: umkehrbar. Negative Du-Aussagen, die fast immer verletzen, können Sie ohne Änderung des Inhalts in positive Ich-Aussagen umwandeln. Also: Statt des Rüffels „Stehen Sie nicht so faul herum“ äußern Sie lieber mit Nachdruck die Bitte: „Mir wäre es lieber, wenn Sie etwas schneller arbeiten könnten.“

Partnerbezogen führen
Führende müssen die Geführten von ihren Zielen überzeugen. Das geschieht entweder durch logische Argumente auf der Sachebene oder – wenn diese nicht angenommen werden – durch partnerbezogenes Verhalten auf der emotionalen Ebene. Die Meinung des anderen zu respektieren heißt nicht sie zu tolerieren. Als Führungsperson müssen Sie einen klaren Standpunkt vertreten und Zeichen setzen. Wenn Sie Ihren Respekt jedoch ehrlich und nicht als bloße Masche demonstrieren, entsteht ein Sympathiefeld, das die zukünftige Zusammenarbeit enorm erleichtert.

Ein Beispiel: Mehrere Mitarbeiter haben sich über den Serviceleiter X bei Ihnen beschwert. Anstatt ihm nun auf der Basis von Aussagen Dritter eine Generalpredigt zu halten, fragen Sie ihn direkt, ob etwas zwischen ihm und seinen Mitarbeitern nicht stimmt, Sie hätten diesbezüglich Klagen gehört. Sie geben ihm so genügend Freiraum, seine Sicht der Dinge darzulegen. Dieser Führungsstil ist jedoch keinesfalls mit einem „Um den heißen Brei herumreden“ zu verwechseln: Vage, unheilschwangere Andeutungen können ebenso wie direkte, aggressive Vorwürfe frustrieren.

Alte Gewohnheiten ändern

Machen Sie eine Bestandsaufnahme:

  • Was sind Ihre Schwachpunkte beim Reden und im Umgang mit anderen?
  • Was Ihre Ziele?
  • In welcher Reihenfolge möchten Sie diese erreichen?
  • Und durch welche Maßnahmen?

Gewohnheiten werden vom Unterbewusstsein gesteuert. Ändern können Sie diese nur, indem Sie sich ihrer (ungeliebten) Gewohnheiten immer wieder bewusst werden, sie quasi an die Oberfläche zerren und sich die gewünschte Änderung durch Autosuggestion mehrmals täglich vor Augen führen. Zum Beispiel:

  • Ich höre immer und überall zu.
  • Ich rede umkehrbar.
  • Ich respektiere andere Meinungen.

Schreiben Sie Zettel mit Ihren Vorsätzen, kleben Sie diese an strategisch wichtige Punkte (Armaturenbrett im Auto, Badezimmerspiegel etc.) und bitten Sie Verwandte und Freunde, Sie bei Verstößen daran zu erinnern. Schritt für Schritt können Sie so lernen, effektiv zu kommunizieren und sich durchzusetzen, ohne bei anderen Menschen Wunden zu hinterlassen.

 

Quelle: Scheerer, H. 2002: Mit Worten führen. Oder: Reden müsste man können

 

 

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