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letzte Aktualisierung: 
  28.03.2012

 
 

 
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Mit Duftmanagement ins emotionale Zentrum der Gäste

 

 

Management by Duft... Verführen Sie Ihre Gäste!

Der sensibelste aller unserer Sinne wird in der Gastronomie sträflich vernachlässigt. Wie es besser gehen könnte, zeigt Trendforscher Ingo B. Wessel

    "Er blieb stehen, sammelte sich, und roch. Er hatte ihn. Er hielt ihn fest. Wie ein Band kam der Geruch die Rue de Seine herabgezogen... unverwechselbar deutlich. Dennoch weiterhin sehr zart und sehr fein. Er spürte, wie sein Herz pochte... unbegreiflich, dieser Duft, unbeschreiblich, in keiner Weise einzuordnen..." (Patrick Süßkind, Das Parfum)
Düfte entscheiden über Sympathie und Antipathie. Düfte lösen Assoziationen und Emotionen aus. Düfte rufen Erinnerungen wach. Ob man jemanden oder etwas "riechen kann", entscheidet sich in Millisekunden.

Erst in den letzten Jahren hat man wissenschaftlich nachweisen können, was wir alle aus ureigener und uralter Erfahrung wissen: Der menschliche Geruchssinn kann Tausende verschiedene Arten von Düften unterscheiden. Der Geruchssinn ist 10.000 mal genauer als der Geschmackssinn. Denn die Zunge schmeckt nur 4 Richtungen: süß, sauer, salzig und bitter, und alle Kombinationen davon.

Die meisten Empfindungen, die man selbst für Geschmack hält, sind in Wirklichkeit Gerüche. Wenn denn das so ist, dann frage ich mich, warum der gezielte Einsatz von Düften in unseren gastronomischen Betrieben, Foyers, Küchen und Gängen so total vernachlässigt ist.

Warum überlässt man in der Gastronomie die Gerüche wie Küche, Fett, feuchte Teppiche (Winter), vielleicht mal Kaffee, sich selbst, gibt aber viele Tausende Euro aus für "Marmor, Stein und Eisen", für edles Holz, vielleicht noch für Lichtdesign, Farben, Materialien? Warum sorgen wir nicht gezielt dafür, dass es gut duftet?

Duftmarketing ist in Japan und den USA längst nichts Neues mehr und wird mit großem Erfolg eingesetzt.

Was kann man tun in der Praxis?
Zunächst einmal unangenehme Gerüche in den Hintergrund drängen. Wer will schon nahe am Küchenpass sitzen? Oder am Toilettenabgang? Oder zum Hinterhof? Rauch kann man mit Zitronenduft neutralisieren, Fettgeruch ebenso. Es gibt Frische-Düfte, oder auch Sommer-Düfte, die das "Caprese" (Tomaten mit Mozzarella) im Winter erst so richtig mit der Ferienerinnerung des Gastes verknüpfen! Wetten, dass dann die Weinbestellung leichter fällt?

Dann geht es um die Verbesserung der Qualität der Raumluft. Häufig sind die Lüftungssysteme überfordert, veraltet, aber eine Renovierung oder ein Umbau sehr sehr teuer. Hier können Düfte, in die Klimaanlage eingebracht oder über Duftsäulen an versteckten Orten im Gastraum verbreitet, wesentlich zum Wohlgefühl der Gäste beitragen. Südfrüchte, Sommerkräuter, Kaffee, Frisches Gras, Meeresbrise... Sind wir in der Gastronomie nicht auch dazu da, die Gäste in einen kleinen Kurzurlaub aus dem Alltag zu verführen?

Wichtig ist, dass diese Düfte immer knapp unterhalb der Wahrnehmungsschwelle sind - nicht penetrant, aufdringlich und Kopfweh verursachend. Aus diesem Grund ist die Dosierung auch der schwierigste Teil des Managements by Duft.
 
In Abhängigkeit von der Größe des Raumes, der Menge an Zugluft, der Position der Fenster und Türen sowie der Materialien (Teppich oder Holzboden, Vorhänge die schlucken o.ä.) muss die Menge an Duft sorgsam reguliert werden. Und dafür reicht eine Duftlampe mit ätherischen Ölen zum Tropfen nicht aus. Das ist ein System für das eigene Schlafzimmer, aber nicht für den professionellen Einsatz!

Autor: Ingo B. Wessel, www.konzeptbuero.com
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Gastronomie Report

 

 

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