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Controlling in der Gastronomie
„Controlling umfasst Planung, Kontrolle und Steuerung eines
Unternehmens und stellt damit ein wichtiges
funktionsübergreifendes Führungsinstrument dar.“
Controlling – nicht nur etwas für die Grossen
Je früher
Sie merken, dass Sie von Ihren Zielvorgaben abweichen, desto
erfolgreicher können Sie gegenlenken. Das gilt besonders auch
für Klein- und Mittelunternehmen. Ihre Umsätze sollen ja nicht
nur Ihre Unkosten decken. Deshalb brauchen Sie ständige
Informationen beispielsweise über Ihren Wareneinsatz. Hier setzt
das Controlling an, damit Ihr Unternehmen rentabel bleibt. Als
Gastronom müssen Sie eine ganze Menge managen. Das bedeutet u.
a.:
Speisen und Getränke auswählen,
Preise kalkulieren,
Wareneinkauf und Warenbestand festlegen,
Speisen und Getränke entwickeln und präsentieren,
das Budget für den F&B-Bereich erstellen.
Sowohl Unternehmer als auch Controller sind hier gefordert, und
dass die beiden gut zusammenarbeiten, ist schon mal eine
Voraussetzung für den Erfolg. Speziell für den Unternehmer
bleibt die Aufgabe, sich um die angebotenen Produkte zu kümmern.
Er muss ein Auge darauf haben, dass die Qualität gleich bleibt,
die Gäste damit zufrieden gestellt werden und immer mal wieder
Aktionen stattfinden, die den Umsatz dahin bringen, wo Sie ihn
haben möchten.
Und was macht der Controller?
Er ist nicht der unternehmensinterne Schnüffler, sondern vielmehr
der Steuermann, der dafür sorgt, dass Sie Ihr Ziel auch
erreichen. Dazu brauchen Sie aber vorher einen Plan. Und der
sollte natürlich seinerseits schon kontrolliert werden.
Mit dem Planen fängt es an
Sobald Sie
sehen, dass sich etwas verändert hat und Sie Ihren Betrieb
anpassen müssen, setzt das Controlling ein. Die Planung ist
dabei der erste Schritt. Wo sehen Sie künftig Chancen, wo lauert
evtl. ein Risiko? Ihre Ziele kennen Sie ja, die haben Sie
verbindlich festgelegt als Grundlage Ihrer Entscheidungen.
Sollten bei der Zielerreichung Probleme auftauchen, müssen Sie
diese lösen, bevor sie zum Anlass von Fehlentscheidungen werden.
Einmal im Monat wird dann kontrolliert, ob die Realität mit der
Zielvorstellung noch übereinstimmt. Wenn das nicht der Fall ist,
gehen Sie der Ursache auf den Grund und überlegen sich geeignete
Maßnahmen. Wohin möchten Sie in Zukunft? Da steuern Sie hin, mit
aller Konsequenz. Die Steuerung ist das Entscheidende, deshalb
ist sie der Kern des Controlling. Ganz wichtig ist aber auch ein
geschlossenes Informationssystem: Sonst weiß die rechte Hand
nicht, was die linke macht.
Sie müssen nach vorne schauen, nicht zurück
Das
unterscheidet Controlling vom althergebrachten Rechnungswesen:
Es ist stark zukunftorientiert. Vermischen Sie also die
Finanzbuchhaltung nicht mit dem Controlling. Das operative und
das strategische Controlling ergänzen sich dabei. Der
hauptsächliche Unterschied:
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Beim operativen Controlling
bleiben Sie im Hier und Heute, sehen zu, dass die
kurz- und mittelfristigen Ziele erreicht werden, und wenn
irgendwo Schwierigkeiten auftreten, werden sie analysiert
und behoben. |
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Beim strategischen Controlling
richten Sie den Blick in die Zukunft, planen
langfristige Ergebnisse und entwickeln Strategien für
Innovationen, Marketing und künftige Unternehmensziele.
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Am effektivsten ist Controlling als Linienposition, dann hat der
Controller nämlich auch wirklich etwas zu sagen: Er kann
Entscheidungen und Anordnungen treffen. So jemand arbeitet
allerdings nicht umsonst und in einem kleineren Betrieb kann es
daher wirtschaftlicher sein, wenn der Chef das selber macht.
Vielleicht hilft Ihnen ja am Anfang ein externer
Unternehmensberater, bis Sie das entsprechende Know-how haben.
Wenn Sie einen Controller einstellen, achten Sie darauf, dass er
kontaktfreudig ist, abstrakt denken kann, etwas von
Mitarbeiterführung versteht, sich also nicht „wie die Axt im
Walde“ aufführt und selbstverständlich sein
betriebswirtschaftliches Handwerkszeug beherrscht.
Der F&B-Manager hat die Fäden in der Hand
Voraussetzung: Die Koordination klappt. Ob Wareneinkauf,
Annahme, Lagerung, Warenausgabe, Zubereitung oder Buchhaltung,
überall fallen bestimmte Abläufe auch in den
Zuständigkeitsbereich des F&B-Managers. Er muss den gesamten
organisatorischen
Ablauf überblicken.
Gerade in kleineren Gastronomiebetrieben wird bei der Kontrolle
des Wareneinsatzes
oft ein wenig geschlampt. Und dann versteht keiner, woher Verluste
v on 15–20 % kommen.
Also werden Sie künftig kontrollieren, und zwar alles, vom
Wareneinkauf bis zum Verkauf. Das läuft darauf hinaus, dass Sie
den ganzen Ablauf gezielt planen. Sie müssen wissen, wie viele
Speisen Sie verkaufen werden, welche Qualität Sie beim
Rohmaterial ansetzen und wo Sie am günstigsten und am besten
einkaufen. Stellen Sie die Lieferung dann nicht achtlos in die
Ecke, überprüfen Sie erst einmal, was in den Kisten ist, und
dann wird alles in die Lagerkartei aufgenommen. So wissen Sie
rechtzeitig, was Sie nachbestellen müssen. Aber nur, wenn Sie da
auch alles vermerken, was ausgegeben wurde.
Im Beverage-Bereich sorgt das Kontrollsystem dafür, dass Ihr
Personal am Schanktisch
ordnungsgemäß mit den Waren umgeht. Sie merken dann sofort, wenn
beispielsweise billigere Getränke für teure verkauft, die
gleichen Preise für verschiedene Drinkeinheiten genommen werden
oder die Mitarbeiter den guten Rotwein selber trinken. Am besten
legen Sie sich eine Computerkasse zu. Aber auch mit einer
Registrierkasse können Sie schon ganz sinnvoll kontrollieren.
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Und was machen Sie, wenn Ihre Wareneinsatzkosten eindeutig
zu hoch sind? Sie könnten
z. B.:
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vermehrt mit (vorgefertigten) Convenience-Produkten
arbeiten,
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die Portionsgrößen genau kontrollieren,
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die Speisen von der Karte nehmen, die sowieso niemand
bestellt,
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saisonal preisgünstig einkaufen und
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mit wenigen gleichen Rohstoffen kochen.
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Allerdings sollte bei der ganzen Aktion die Qualität möglichst
nicht leiden. Kostengünstig bedeutet nicht unbedingt
minderwertig. Damit Sie nicht alle Controlling-Maßnahmen mühsam
von Hand durchführen müssen, gibt es spezielle Software-Pakete
für den F&B-Bereich, die Sie dabei unterstützen. Wenn Sie einen
Netto-Speisen- und Getränkeumsatz ab 300 000 EURO haben, ist der
EDV-Einsatz mit einem Warenwirtschaftsprogramm in jedem Fall
gerechtfertigt.
Wenn der Gast zufrieden ist, stimmt Ihre Leistung
Es ist gar
nicht so einfach, das richtige Angebot zusammenzustellen. Hier
ist Ihr Management wirklich gefordert, weil es zur Corporate
Identity beiträgt. Das heißt, Sie müssen sich Ihre Preise sehr
genau überlegen und dabei die eigenen Ziele, die Wettbewerber
und die Gäste berücksichtigen. Beim Speisen und Getränkeangebot
dreht sich alles um den Gast. Dabei geht es nicht nur um das
attraktiv garnierte Menu; die freundliche Bedienung, die es in
einer ansprechenden Atmosphäre serviert, gehört genauso dazu wie
die gut gestaltete Speise- und Getränkekarte, die Visitenkarten
Ihres Hauses.
Wenn Sie Gewinn machen, stimmt Ihre Kalkulation
Sind die
Preise, die Sie von Ihre Gästen verlangen, gerechtfertigt? Es
gibt klassische und
moderne Untersuchungsinstrumente, um das herauszufinden:
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Vorwärtskalkulation
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Den Weg vom Materialeinsatz über Gemeinkosten, Gewinn
und Mehrwertsteuer bis zum Inklusivpreis nennt man
Vorwärtskalkulation. Bevor Sie aber nach diesem Schema
Ihre Speisekarte und Preisliste drucken, sehen Sie sich
noch mal zum Vergleich bei der Konkurrenz um und
überlegen Sie sich, ob Ihre Gäste die ermittelten Preise
auch bezahlen werden. Berücksichtigen Sie die
psychologischen Preisbarrieren. 9,50 EURO zahlt man
einfach lieber als 10,00 EURO. Wenn Sie sich am
Konkurrenzpreis orientieren müssen, rechnen Sie bis zum
Wareneinsatz herunter (Rückwärtskalkulation). Das
Problem bei der gesamten Aufschlagskalkulation ist, dass
der tatsächliche Personalaufwand gar nicht beachtet
wird. Dafür ist sie recht einfach in der Handhabung und
daher sehr beliebt.
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Teilkostenrechnung
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Nichtsdestoweniger ist die Teilkostenrechnung im Kommen. In der Gastronomie
wird der Deckungsbeitrag meist als Differenz zwischen Nettoerlös und
Wareneinsatz errechnet. Dazu müssen Sie natürlich Ihren Wareneinsatz erst
einmal ganz genau kennen. Bei der Berechnung des Deckungsbeitrags
berücksichtigen Sie bei jedem Produkt unbedingt auch die Absatzmenge.
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Prime-Cost-Verfahren |
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Und was ist mit dem Arbeitsaufwand? Beim Prime-Cost-Verfahren fließt auch
der in die Kalkulation mit ein, was zu viel weniger Kalkulationsfehlern
führt. Voraussetzung hier ist, dass Sie die produktiven Löhne ermitteln, und
die sind je nach Arbeitsintensität unterschiedlich.
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Die Speisekarte auf dem Prüfstand
„Auf jeder Speisenkarte gibt es sowohl Artikel, die einen hohen
Rohertrag erwirtschaften und damit wesentlich zum Gewinn
beitragen, als auch solche Artikel, deren Beitrag zum Gewinn
gering ist.“
Wenn Ihr Gast die Speisekarte studiert, tut er das, weil er
Hunger hat. Sie dagegen sollten dasselbe machen, um die
Wirtschaftlichkeit Ihres Betriebes zu untersuchen. Die
Speisekarte spiegelt ja nicht nur das Können Ihres Kochs wieder,
hier finden Sie v. a. das, was zu Ihrem Gewinn beiträgt – oder
eben nicht.
ABC-Analyse
Ein besonders taugliches Kontrollinstrument im F&B-Management ist
die ABC-Analyse. Untersuchen Sie damit beispielsweise den
Beverage-Bereich Ihres Hotels. Sie werden feststellen, dass Sie
den Grossteil Ihrer Getränke für Ihr Rohertragsergebnis fast
vergessen können: alles C-Artikel. Ein ziemlich großer Teil
(B-Artikel) hat einen geringen Einfluss und nur sehr wenige
Getränke, etwa 20 %, sind für den gesamten Rohertrag
verantwortlich. Das sind Ihre A-Artikel. Jetzt können Sie
Managemententscheidungen treffen und Prioritäten setzen. Den
A-Artikeln sollten Sie folglich die meiste Aufmerksamkeit
widmen, beispielsweise die Verkaufsstatistik jeden Tag verfolgen
und die Einkaufsverträge selber aushandeln. Fehlentscheidungen
dürfen Sie sich hier nicht leisten. Bei den B-Artikeln wäre das
nicht so schlimm. Und die Sortimentsbereinigung fangen Sie bei
den C-Artikeln an, da haben Sie ohnehin zu viele.
„Erfolg im Gastgewerbe kann langfristig nur erreicht werden,
wenn es gelingt, die Gäste mit einem vernünftigen Aufwand
zufrieden zu stellen.“
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