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Billige Zimmer in
der Nebensaison
In der Nebensaison vermieten immer mehr Hotels ihre Zimmer zu
Diskontpreisen, oft sind gerade einmal die Kosten gedeckt. Die
einen schwören auf die Billigtouristen, die anderen orten
Probleme mit Vollzahlern.
Besser Nullgeschäft als leere Betten
Um 29 Euro konnten die Teilnehmer eines Automobiltreffens am
Ossiachersee nächtigen. Für den Hotelier war das ein
Nullgeschäft, doch konnten zumindest Fixkosten abgedeckt werden.
In saisonschwachen Zeiten bieten immer
mehr Hoteliers ihre Betten etwa Hofer oder Billa Reisen an. Sie
drängen immer mehr auf den Kärntner Markt. Ein Teil der Betten
wird um Schnäppchenpreise hergegeben.
Durchgehende Beschäftigung der Mitarbeiter
Ein Beispiel ist das Almwellnesshotel Tuffbad im Lesachtal.
Sieben Wochen im Jahr werden 15 Zimmer um rund die Hälfte des
Normalpreises vergeben. Denn nur so sei eine beinahe
Vollauslastung und eine durchgehende Beschäftigung der
Mitarbeiter möglich, sagt Hotelier Gabriel Obernosterer.
Außerdem würden durch die hohe
Auflagezahl der Prospekte Gäste aus allen Gesellschaftsschichten
erreicht:
"Es ist ein neuer Vertriebsweg, der in anderen
Tourismusdestinationen seit vielen Jahren erfolgreich läuft. Wir
machen 260 Vollbelegungstage. Diese Zimmer, die wir den
Diskontern weitergeben, sind die ertragsreichsten Zimmer. Das
einzige, was ich dort leisten muss ist ein günstiger Preis.
Damit ist garantiert, dass das Zimmer durchgehend belegt ist.
Wir haben keine Spitzen oder Talfahrten, keine Zeit, wo wir
Betriebsabgänge leisten müssen. In diesen bestimmten Zeiten mit
diesen Anbietern können wir das Haus auslasten."
Hoteliersvereinigung hat damit Probleme
Diskonttourismus sei mit Qualitätstourismus absolut vereinbar,
meint Obernosterer. Andere Hoteliers sind da anderer Meinung.
Für umfangreiche Leistungen müsse der Gast auch zahlen. Im
Preiskampf mit der Türkei oder den Kanaren könnte Kärnten so
oder so nicht mithalten, sagt Anton Wrann, Landessprecher der
Hoteliervereinigung:
"Qualität hat einfach ihren Preis und ich glaube nicht, dass es
geschickt ist, wenn man um jeden Preis verkaufen muss. Gerade
die Preisdurchsetzung ist seit längerer Zeit in Kärnten ein
Problem. Ich rate den Kollegen, sich Beispiele in anderen
Bundesländern oder beim Städtetourismus zu nehmen, wo es gute
Preisdurchsetzungen gibt."
"Großteil des Umsatzes in Kroatien"
Klaus Schuster bringt über sein Incoming Reisebüro in Klagenfurt
Gästegruppen aus Deutschland nach Kärnten. Doch hier sei fast
kein Geschäft mehr zu machen:
"Seit der Gründung des Unternehmens vor 14 Jahren war es damals
so, dass 100 Prozent des Umsatzes in Kärnten stattgefunden
haben. Heute machen wir etwa 70 Prozent des Umsatzes in
Kroatien…das hat sicher mit der Konkurrenzierung durch den
Kärntenverkauf in Kärnten zu tun."
Vollzahler könnten verärgert sein
Schuster warnt davor, dass Stammgäste, die den Normalpreis
zahlen, verärgert werden und nicht mehr kommen, wenn sie in den
Hotels auf Billiggäste treffen. Dennoch dürfte die
Billigpreisschiene für manche Hoteliers in Kärnten mittlerweile
überlebensnotwendig sein.
Quelle:
http://kaernten.orf.at |