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Umgang mit Beschwerden
Anregungen zur Beschwerdebehandlung
1.
Persönliche Verantwortung
Auch wenn Sie mit dem reklamierten Vorfall nichts zu tun hatten,
nehmen Sie die Beschwerde entgegen. Kümmern Sie sich um die
Erledigung. Sagen Sie dem Gast, dass Sie auch noch andere
Stellen mit ein beziehen wollen, um das Problem zu seiner
Zufriedenheit zu lösen, und sagen Sie dem Gast wann er wieder
von Ihnen hört.
Für den Gast
repräsentieren Sie im Moment das Unternehmen. Er weiß nicht, was
Sie persönlich für ihn tun bzw. nicht tun können. Unter uns
gesagt, es wird ihm auch egal sein. Ihm ist in diesem Moment nur
seine Beschwerde wichtig. Deshalb übernehmen Sie die
Verantwortung. Schieben Sie nicht die Schuld auf andere. Es ist
das Unternehmen für das Sie arbeiten, dass den Fehler gemacht
hat – und nicht der Einzelne.
2. Nehmen
Sie jede Beschwerde ernst
Kommt der Gast mit einer Beschwerde zu Ihnen, so hören Sie
verständnisvoll und aufmerksam zu. Vermeiden Sie auf jeden Fall
eine Bagatellisierung. Wenn Sie dem Gast vielmehr zeigen, dass
Sie Anteil nehmen, Verständnis für seine Situation haben,
brechen Sie dem Ärger des Gastes die Spitze ab. Akzeptieren Sie
den Standpunkt des Gastes und geben Sie ihm das Gefühl, dass es
wichtig ist, dass er damit zu Ihnen kommt.
3. Bleiben
Sie ruhig und freundlich
Mitunter wird ein Gast seine Beschwerde erbost, heftig und
lautstark vorbringen. Lassen Sie sich auf keinen Fall dazu
verleiten, beleidigt, wütend oder aggressiv auf die Beschwerde
zu reagieren. Bedenken Sie immer: „Ein gewonnenes Streitgespräch
bedeutet einen verlorenen Gast!“
Atmen Sie
tief durch, damit sich Ihre Stimme nicht nervös und gereizt
anhört. Bleiben Sie ruhig, sachlich und ernst. Wenn Sie lächeln,
dann eindeutig freundlich – und blicken dem Gast dabei fest in
die Augen.
4. Hören Sie
geduldig zu
Bei Beschwerden sind meist Emotionen im Spiel. Die eigentliche
Sache rückt dadurch zuerst in den Hintergrund. Geben Sie dem
Gast die Möglichkeit seine Anliegen vollständig vorzubringen und
unterbrechen Sie dabei nicht. Messen Sie der Art und Weise der
Vorbringung keine Bedeutung bei. Wer erregt ist, verwendet
mitunter Formulierungen, die dazu geeignet sind, andere vor den
Kopf zu stoßen. Stehen Sie über den Dingen und zeigen Sie
Verständnis für seine Erregung.
Wenn es die
Situation erlaubt machen Sie sich vielleicht sogar Notizen. Dies
unterstreicht deutlich die Wichtigkeit der Beschwerde und die
Ernsthaftigkeit Ihrer Einstellung. Wenn Die den Gast ausführlich
das Problem aus seiner Sicht darstellen lassen, ermöglichen Sie
ihm gleichzeitig, das er Dampf ablassen kann. Ein Grossteil der
positiven Beschwerdebehandlung ist damit bereits gemacht.
Der Gast
muss das Gefühl haben, dass seine Meinung für Sie wichtig ist.
Und Vorsicht: Gespielte Anteilnahme wird sofort als solche
entlarvt und verschärft den negativen Eindruck! Nehme Sie die
Beschwerde wirklich ernst. Das Unternehmen hat dadurch die
Chance zu einer Qualitätssteigerung.
5. Setzen
Sie die Gästebrille auf
Jede Beschwerde birgt die Unzufriedenheit eines Gastes in sich.
Versetzen Sie sich die Situation des Gastes und betrachten Sie
das Ungemach einmal aus seiner Sicht. Stellen Sie sich vor,
alles was der Gast auszusetzen hat, wäre Ihnen widerfahren.
-
Was
würden Sie empfinden?
-
Wie
würden Sie reagieren?
-
Wie
möchten Sie, dass Ihre Beschwerde entgegengenommen,
behandelt und erledigt wird?
-
Welche
Wertschätzung möchten Sie bei so einem Gespräch erfahren?
Geben Sie
dem Gast auf jeden Fall recht und versuchen Sie nicht, Ausreden
zu finden.
6. Bedanken
Sie sich
Der sich beschwerende Gast zeigt eindeutig, dass er an der
Weiterführung der gemeinsamen Geschäftsbeziehung interessiert
ist. Er trägt tatsächlich zur Qualitätssteigerung des
Unternehmens bei. Ein anderer Gast beschwert sich vielleicht
nicht, sondern besucht den Betrieb einfach nicht mehr, weil ihm
eben dieses Problem zuwider ist. Seien Sie deshalb dankbar und
sagen Sie dies auch dem Gast.
Sie zeigen
dem Gast damit auch, dass seine Meinung für Sie wichtig und
interessant ist. Ein Gastronomiebetrieb ist in erster Linie ein
Dienstleistungsunternehmen. Es ist unsere Aufgabe die
Gästewünsche aufzuspüren und bestmöglich zu erfüllen.
7.
Entschuldigen Sie sich
„Es tut mir leid. Bitte entschuldigen sie ....“ Für gute
Beschwerdebehandlung ist es unabdingbar, dass Sie diese Worte
ehrlich meinen. Seien Sie versichert, dass der Gast den
geringsten Anflug von Spott und Ironie sofort bemerkt. Und damit
würden Sie ihn unwiederbringlich aus dem Haus jagen.
Eine
Entschuldigung ist keine Schuldeingeständnis! Vielmehr ist es
die Anerkennung der Tatsache, dass etwas schief gelaufen ist.
8. Geben Sie
Fehler zu
Niemand gibt natürlich gerne einen Fehler zu. Wenn Sie jedoch
einen gemacht haben, dann zögern Sie nicht ihn zuzugeben.
Bemühen Sie keine Ausreden und Ausflüchte, sondern stehen Sie
dazu. Auch wenn der Fehler von jemand anderen verursacht wurde –
entschuldigen Sie sich. Dem Gast ist es vollkommen egal, ob es
der Kollege der Computer oder sonst wer war. Er möchte, dass der
Missstand sofort beseitigt wird.
Schuldabschieben ist ein deutliches Zeichen, dass wir die
Meinung des Gastes nicht ernst nehmen.
9.
Überwachen Sie die Erledigung
Wenn Sie als erster mit der Beschwerde konfrontiert wurden,
haben Sie die Verantwortung für die Beseitigung des Problems.
Sie überwachen die Erfassung, Behandlung und Erledigung. Ab
sofort sind Sie Mit-Eigentümer der Beschwerde.
Der Gast
erwartet von Ihnen, dass Sie alles in Ihren Möglichkeiten
stehende unternehmen, um seine Beschwerde befriedigend zu
erledigen. Auch wenn jemand anderer für die Lösung beauftragt
wird, Sie tragen die Verantwortung und niemand anderer!
10.
Überraschen Sie den Gast
Die Erledigung einer Beschwerde ist für den Gast eine
Selbstverständlichkeit. Sein Ärger wird durch die Korrektur zwar
gemildert, aber nicht restlos beseitigt. Setzen Sie alles daran,
den Gast positiv zu überraschen. Seien Sie schnell, umfassend
und großzügig bei der Wiedergutmachung. Bereiten Sie dem Gast
eine Freude. Je nach Anlass ein Gutschein für ein Abendessen zu
zweit, ein kleiner Blumenstrauß, eine Telefonwertkarte etc.
Gerade der
letzte Punkt ist neben allen anderen dazu geeignet aus dem
reklamierenden Gast eine „wandelnde Litfasssäule“ für das
Unternehmen zu machen.
„Das
Ergebnis einer Dienstleistung ist wichtig! Aber genauso wichtig,
wenn nicht sogar wichtiger, ist die Art und Weise des
Zustandekommens!“
Tom Peters
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