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Auswirkungen von BASEL II auf die Unternehmen
Im ersten Teil wurden zu diesem Thema die Aspekte „Grundzüge“
und „Rating Kriterien“ von BASELII
betrachtet.
Über die Auswirkungen von Basel II auf die heimischen
Unternehmen findet zurzeit eine kontroversielle Diskussion
statt. Während Befürworter die risikogerechtere
Konditionengestaltung der Kredite begrüßen,
befürchten Skeptiker Benachteiligungen vor allem für kleinere
und mittlere Unternehmen (KMU), die in Österreich 97% aller
Unternehmen ausmachen.
Kritikpunkte und mögliche nachteilige Auswirkungen von Basel II
Die negativen Auswirkungen betreffen eine Verteuerung der
Kredite durch höhere Risikozuschläge und können im Wesentlichen
durch folgende Faktoren hervorgerufen werden:
Chancen und mögliche positive Auswirkungen von
Basel II
Im dritten Konsultationspapier und nach der am 31. Juli
diesen Jahres beendeten Auswirkungsstudie (QIS 3 Quantity of
Impact Study) gab es einige Änderungen des ursprünglichen
Entwurfes. Dieser Entwurf berücksichtigt insbesondere die
spezielle Situation der KMU.
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KMU-Kredite bis zu einer 1 Mio. Euro werden aufgrund der
Portfolio- und Diversifikationseffekte zu den Privatkrediten
(„Retail-Segment“) gerechnet, was im Standardansatz zu einer
Risikogewichtung von 75% (6% Eigenkapitalquote) bedeutet. |
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Unternehmen mit guter Bonität können von einem Rating durch
günstigere Kredit-Konditionen profitieren. |
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Bei Anwendung des Standardansatzes wurde die Auswahl der als
risikominimierend anerkannten Sicherheiten und Garantien
erheblich erweitert, woraus günstigere Konditionen
resultieren. |
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Die Offenlegungspflichten fördern transparente
Ratingverfahren, wodurch ein Vergleich der Konditionen der
einzelnen Banken ermöglicht wird. |
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Die Vorbereitung auf ein Rating kann sich positiv auf das
Unternehmen auswirken, indem interne Verbesserungsprozesse
hinsichtlich Führung, Ausrichtung, Strategie etc.
eingeleitet werden. |
Maßnahmen
Die Wahl des Finanzierungspartners hat einen wesentlichen
Einfluss auf die Kreditkonditionen. So werden Unternehmen mit
guter Bonität oder mit geringer Ausfallshöhe im Insolvenzfall
(z.B. durch hoch besicherte Kredite) Banken auswählen, die einen
der IRB-Ansätze verwenden, um in den Genuss günstiger Kredite zu
kommen. Unternehmen mit schlechter Bonität werden sich
demgegenüber eher an Banken wenden, die den Standardansatz zur
Berechnung des Risikos heranziehen. Durch alternative
Finanzierungsformen kann der Problematik der
Eigenkapitalunterlegung entgangen werden. Unternehmen werden
wohl stärker als bisher danach trachten, Beteiligungskapital
oder Venture Capital zur Finanzierung heranzuziehen.
Leasing
Auch Leasing-Finanzierungen können eine attraktive Alternative
darstellen. Der direkte Zugang zum Kapitalmarkt wird allerdings
weiterhin nur großen Unternehmen mit guter Bonität offen stehen.
Ist eine alternative Finanzierung nicht möglich, sind
kurzfristige und hoch besicherte Kredite als günstig anzusehen.
Bonität
Ein weiterer Ansatzpunkt ist offensichtlich die Verbesserung des
Ratings bzw. der Bonität. Dies wird idR durch Optimierung der
Kapitalstruktur d.h. einer höheren Eigenkapitalquote, durch
Verbesserung des
Geschäftsergebnisses und der Unternehmenssituation etc. erreicht.
Anforderungen an Unternehmen
Basel II wird die Beziehung zwischen Unternehmen und
Kreditinstitut intensivieren. Die bankinternen Ratings verlangen
von den Unternehmen ein transparentes Auftreten. Eine Versorgung
der Bank mit zeitnahen und inhaltlich aussagekräftigen
Unternehmensdaten in angemessener Frequenz wird daher eine
unumgängliche Notwendigkeit für Unternehmen darstellen.
Die Kapitalkosten werden durch Basel II zunehmend in den
Mittelpunkt gerückt. Um den Finanzmitteleinsatz möglichst
effizient zu gestalten, wird die Implementierung von Steuerungs-
und Führungsinstrumenten, wie Risiko-Informations- und
Controlling-Systemen sinnvoll sein. Planungsrechnungen, laufende
Soll-Ist Vergleiche und Vor- und Nachkalkulationen erhöhen die
Planungssicherheit und tragen damit einen wichtigen Bestandteil
zur Unternehmenssicherung bei.
Fazit
Basel II wird einige wichtige Änderungen in der
Kreditvergabepolitik der Banken mit sich bringen, die von vielen
befürchtete deutliche Verteuerung oder Verknappung der Kredite
dürfte allerdings ausbleiben. Die Zuordnung von KMU-Krediten bis
zu 1 Mio. Euro zu den Privatkrediten, die weitreichende
Anerkennung
von Kreditbesicherungen und -garantien und im Falle von guter
Bonität eine gerechtere Risikozuteilung bergen zudem
Erleichterungen. Des Weiteren wird es bei Wahl des
Standardansatzes keine größeren Änderungen (mit Ausnahme der
überfälligen Kredite) zu den bisherigen Eigenmittelvorschriften
für
Unternehmenskredite geben.
Weitere Informationen im Internet:
Infos zum Thema
www.bis.org - Website des
„Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht“
www.basel-ii.info
- Webportal zu Basel II. Mit umfangreichen News, bestellbaren
Studien und Services zum Thema.
www.bundesbank.de/bank/bank_basel.php
http://basel2.oenb.co.at/
- Neben grundlegenden Informationen bietet die Deutsche Bundesbank
bzw. Österreichische Nationalbank eine Vielzahl von Dokumenten
als Download an.
www.ratingampel.de -
Tipps zum Rating und Ratingcheck.
Rating Agenturen und Rating Advisory
www.prosuccess.at
-
ProSuccess Wien
www.standardandpoors.com
- Standard & Poor’s
www.moodys.de - Moody’s
Deutschland
www.fitchratings.com
- Fitch Ratings
www.feritrust.de
Veröffentlichung mit
freundlicher Genehmigung von
Aschauer & Rachbauer, Steuerberatungskanzlei und
Wirtschaftstreuhänder, Leonding.
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Gastronomie >>>
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