| Home | Sitemap  | AGB´sKontakt/Impressum 

 

  Newsletter
  anmelden
| abmelden

 
   Kunden-Nutzen  |  Seminare  |  Leistungen   | Über uns |   Presse

   
   Kunden-Nutzen

 Wissens-Archiv
 Gratis-Newsletter
 Gastro-Tipps
 (Arbeits-)Recht
 Kennzahlen
 Formulare
 Literatur
   

 
 

 
Weiterbildungs- und
  Betriebsberatungsges.m.b.H.
  Im Weideland 8
  4060 Leonding
  Tel.: 0732/772267
  Fax: 0732/772267-50
office@gastlichkeit.at   

 

 

 

 

 
Mitarbeiter arbeiten für Sieger

 

Mitarbeitermarketing ist genauso wichtig wie Gästemarketing
von Hans C. Leu, Inhaber des Hotels Abergo Giardino, Ascona-Schweiz

Zu Beginn meiner Karriere gab es in der Hotellerie noch keine Personalpolitik, die diesen Namen wirklich verdient hätte. Die Patrons betrachteten sich selbst als Herren, die Mitarbeiter wurden oft als Knechte behandelt. Vielleicht ist das ein wenig überspitzt.

Nichtsdestoweniger hatte der damals übliche Umgang mit den Mitarbeitern Folgen: So rieten Eltern, die solche Erfahrungen gemacht hatten, ihren Kindern vom Gastgewerbe ab und der Nachwuchs fehlte. Knechte gibt es heute zwar nicht mehr, aber die Hotel- und Restaurantangestellten leiden oft noch immer an fehlender Wertschätzung, zumal in vielen Betrieben ein zu großes Hierarchiegefälle herrscht.

Wir müssen also um den Nachwuchs sehr besorgt sein, gerade wenn wir auch in Zukunft die erwarteten Leistungen erbringen wollen.

Die genannten Erkenntnisse haben mich gereizt, eine zeitgemäße Mitarbeiterpolitik zu entwickeln, um so eine vordere Position auf dem Mitarbeitermarkt einzunehmen und unter den Besten auswählen zu können.

Meine Strategie basiert vor allem auf den folgenden immateriellen Werten:

Anerkennung als Mensch und für gute Leistungen
Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten bieten
Förderung und Hilfe bei der Karriereplanung (auch nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb)
Pflege des Teamgedankens (auch durch gemeinsame Veranstaltungen)
Transparenz, was das Unternehmen angeht (auch in Bezug auf Zahlen)
Ausgewogener Führungsstil zwischen Aufgabe, Verantwortung und Kompetenz

 

Natürlich müssen auch die materiellen Werte stimmen. Dazu zählen vor allem:
Angemessener Lohn, Sozialleistungen, Prämien
Geregelte Arbeitszeit, genügend Freizeit, Ferien, Überstundenabgeltung
Gesundes und abwechslungsreiches Essen in einem Essraum mit entspannter Atmosphäre
Wohnen in neuzeitlichem Komfort

Diese Punkte sollten eigentlich selbstverständlich sein. Weil das aber nicht so ist, ragen solche Betriebe heraus, in denen die Personalpolitik stimmt. Die Mitarbeiter bewerten das Arbeitsklima in den Hotels und Restaurants, ähnlich wie das die Hotel- und Restaurantführer bei der Qualität mit ihren Sternen tun.

Schade, dass viele Betriebe mit glänzendem Renommee von ihren Mitarbeitern umgekehrt proportional bewertet werden. Denn Luxushäuser gehen nicht selten davon aus, dass ihr Personal wegen der Referenz des Hauses schlechte Arbeitsbedingungen in Kauf nimmt. 

 

Welches ist die erfolgreichste Art der Mitarbeiterwerbung, die selbst in einem ausgetrockneten Stellenmarkt funktioniert?
Als erstes muss hier natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda genannt werden. Wie beim Bemühen um neue Gäste ist sie die billigste und gleichzeitig beste Form der Werbung. Im weit gespannten Beziehungsnetz unter Kollegen funktioniert sie sehr effektvoll im positiven wie natürlich auch im negativen Fall.
Pfiffig getextete und gut aufgemachte Stelleninserate sind ebenfalls eine gute Möglichkeit das eigene Haus sympathisch vorzustellen und so die gewünschte Aufmerksamkeit zu erzielen.

Dank dessen, dass ich immer auf beides zurückgreifen konnte, musste ich in meiner 30 jährigen Laufbahn fast nie professionelle Stellenvermittler in Anspruch nehmen. 

 

Welches Vorgehen bewährt sich im Giardino am besten, wenn sich jemand für eine Stelle bewirbt?
Zuerst entscheiden wir uns, ob wir in diesem Bereich überhaupt jemand benötigen bzw. anhand der Unterlagen, ob der Bewerber in Frage kommt.
Wenn nein, erhält er sofort eine Absage, damit er sich weiter bewerben kann.
Wenn ja, stellen wir uns ihm ehrlich und offen vor, indem wir neben dem Hotelprospekt einen eigens kreierten Prospekt mit Geschäfts- und Mitarbeiterphilosophie und eine Stellenbeschreibung in seiner Sprache senden.
Jetzt kann sich der Bewerber überlegen, ob wir seiner Vorstellung entsprechen.
Im positiven Falle laden wir ihn zu einem intensiven Gespräch ins Hotel ein, anlässlich dessen er sich nun uns vorstellen kann. Sein zukünftiger Abteilungsleiter zeigt ihm dann sein Arbeitsfeld, macht ihn mit anwesenden Kollegen bekannt und führt ihn durch das ganze Haus.
Neben seiner Fachkompetenz wird seine Teamfähigkeit geprüft und auf ein freundliches, zugewandtes Wesen geachtet. Wenn seine Augen angesichts der Idee bei uns zu arbeiten, zu glänzen beginnen, steigen seine Chancen im Ensemble aufgenommen zu werden.

Durch diese sorgfältige gegenseitige Auswahl lassen sich Enttäuschungen auf beiden Seiten und damit die gefürchtete und teure Personalfluktuation weitgehend vermeiden. So gelingt es uns, hochmotivierte Mitarbeiter im Team zu haben, die sich mit unseren hochgesteckten Zielen identifizieren und unsere Anliegen zu ihren eigenen machen.

Fazit:
Zufriedene Mitarbeiter bleiben länger, arbeiten lieber und helfen, neue Kollegen zu werben. Nicht zuletzt sind sie dem Gast freundlicher und aufmerksamer zugewandt.

Quelle: Hans C. Leu

 

 

zurück zur Ausgangsseite

zum Seitenanfang

  2012 by Gastlichkeit & Co. Optimiert für eine Auflösung von 1024 x 768 Pixel.