
Die wichtigsten
Ziele im Umgang mit Mitarbeitern
Ein
beachtenswerter Artikel von Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth. Wir,
von Gastlichkeit & Co, schließen uns vollinhaltlich an und
zitieren in diesem Zusammenhang gerne Stephen R. Covey:
"Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter stets so, wie diese Ihre
besten Kunden behandeln sollen!"
Aber
lesen Sie hier nun die Gedanken des deutschen "Schraubenkönigs"
Reinhold Würth.
Die wichtigsten Ziele im Umgang mit
Mitarbeitern
Die
wichtigsten Ziele im Umgang mit den Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen sind Motivation, Aktion und Autonomie, weil
dadurch die Bindung an das Unternehmen verstärkt wird. Die Beschäftigten
müssen so angesprochen werden, dass
- sie
motiviert sind, ihre Arbeit zu tun,
- sie
in ihrer Arbeit von sich aus aktiv werden und
- sie
gegenüber ihren Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb
des Unternehmens ein Höchstmaß an Autonomie erreichen.
Am
wichtigsten ist die Motivation, weil Initiative und Autonomie
weitgehend von ihr abhängen. Wer seine Arbeit gerne tut, der tut
auch dann etwas, wenn es nicht ausdrücklich von ihm verlangt wird
und der lässt sich in seinem Tatendrang auch nicht von anderen
aufhalten. Wer seine Arbeit gerne tut, der entwickelt eine
emotionale und gedankliche Bindung an das Unternehmen.
Umgekehrt
erzeugt eine solche Bindung an die Firma fast automatisch ein fröhliches
Leistungsklima. Wenn ich von Motivation spreche, dann im Kontext
gegenseitigen Vertrauens, im Geist tiefen Respekts vor der
Leistung jedes Einzelnen, weit entfernt von Hinterhältigkeit und
trickreicher Manipulation. Die glasklare Grenze zwischen
Motivation und Manipulation liegt da, wo das Unternehmen einen
Menschen zwingen würde, von seinen physischen und psychischen
Reserven zu leben.
Nach
dem Motto „gleich und gleich gesellt sich gern“
sucht die Würth-Gruppe Menschen, die dazu passen, die also
aktiv, agil, freundlich, kooperationsbereit, kompetent und
kundenorientiert sind. Der Ausspruch von Tom Peters ist zum Schlüsselsatz
der gesamten Mitarbeitermotivation geworden, weil er meinem
positiven Menschenbild entspricht:
„Wenn
wir als Geschäftsleitung glauben, unsere Mitarbeiter seien zu 75
Prozent Leute, die stehlen, faul, schlecht qualifiziert und dumm
sind, dann haben wir genau diesen Mitarbeiterstamm. Sind wir aber
umgekehrt sicher, dass 98 Prozent unserer Belegschaft eine
Superleistung erbringen, einsatzfreudig, leistungswillig und dem
Unternehmen gegenüber positiv eingestellt sind, dann haben wir
unser Haus in Ordnung, denn dann haben wir eine gut motivierte und
positiv gestimmte Mannschaft, die tolle Leistungen
hervorbringt.“
Diese
simple und einleuchtende Weisheit beherzigen wir bei Würth seit
jeher und sie hat sich in der Praxis immer wieder bestätigt, denn
unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben in der Tat
eindrucksvolle Leistungen vollbracht. Damit gerade im Innendienst
die Motivation stimmt, müssen noch einige weitere Faktoren
dazukommen. Dies sind:
- klare
Leistungsvorgaben
- Dank
und Anerkennung für jede Leistung
- Delegation
von Verantwortung
- Information
und Kommunikation
- Mitarbeiterumfragen
- Karrierechancen
- Motivationspakete
- Wir-Gefühl
Hauptaspekt
der Motivationspakete ist die Erzeugung eines Wir-Gefühls. Natürlich
gibt es viele Möglichkeiten, ein solches Gefühl zu erzeugen, wie
z.B. durch das Abhalten von Konferenzen und Kongressen. Von
besonderer Bedeutung ist es, den Pioniergeist, die
Einsatzbereitschaft, den Enthusiasmus der Unternehmensleitung
durch physische und gedankliche Präsenz auf jeden einzelnen Beschäftigten
zu übertragen.
Fördergespräche
Gerade Gespräche eignen sich ganz hervorragend dafür, weil auch
der Gruppenleiter gehalten ist, mit seinen Mitarbeitern den Stil
der Fördergespräche zu pflegen. Dergestalt motiviert ist es für
Mitarbeiter in der Regel kein Problem, kraftvoll und eigenständig
zu agieren – denn Eigeninitiative und Erfolg sind untrennbar
miteinander verwoben. Jeder Beschäftigte ist verpflichtet, sich
die Informationen zu beschaffen, die er zur aktiven und
erfolgreichen Gestaltung seines Arbeitsfeldes braucht. Sind die
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von ihren eigenen Zielen
charismatisch überzeugt, schätzen sie Ziele und Möglichkeiten
in ihrem jeweiligen Umfeld realistisch ein, kann eigentlich nichts
mehr schief gehen. Jeder hat dann die Chance, ein
Realisierungs-Riese zu werden und die dazugehörige Autonomie zu
erlangen.
Zum
Thema Autonomie hat Friedrich der Große einmal gesagt: „Ein
Heerführer, dem der Herrscher seine Truppen anvertraut, muss
selbständig vorgehen. Das Vertrauen, das der Fürst in seine
Dienste hat, berechtigt ihn dazu.“
Vertrauen
Vom Thema Autonomie kommen wir also sehr schnell wieder zum Thema
Vertrauen, denn Autonomie ist in einem Unternehmen ohne Vertrauen
undenkbar. Die enge Wechselbeziehung zwischen Autonomie und
Vertrauen kommt bei Würth durch die virtuell angelegte
Dezentralität des Konzerns und die ausgeprägte
Aufgabendelegation, durch flache Hierarchien und das vielzitierte
lean management zum Ausdruck. Aber andererseits kommt auch
dadurch, dass jeder Mitarbeiter gehalten ist, in den horizontalen
und vertikalen Nachbarbereichen seines Aktionsfeldes soviel
Verantwortung an sich zu reißen, wie es die Schließung von
Arbeitsdefiziten und die Erreichung der Unternehmensziele
erfordern.
Der
Erfolg eines Unternehmens hängt in hohem Maße vom Funktionieren
dieser Wechselbeziehungen ab. An einem obersten Grundsatz habe ich
eisern festgehalten: Je größer der Erfolg, desto größer die
Freiheitsgrade. Logischerweise gilt auch das Umgekehrte: Je
geringer der Erfolg, desto weniger Freiheitsgrade. Limitiert wird
diese Freiheit lediglich durch die gemeinsame Würth-Kultur.
Dezentralisation
bedeutet nicht laissez-faire. Sie bedeutet schlanke Hierarchien,
Stärkung der Eigenverantwortung, kurze Entscheidungswege, Geschäftsführer
und Fachbereichsleiter haben nicht nur Gewinne, sondern auch
etwaige Verluste zu verantworten. Dieses kleinteilige System
kontrolliert sich bei Würth weitgehend selbst. Nur die
strategischen Vorgaben kommen gewissermaßen „von oben“.
Dezentralisierung
stärkt auch die Verantwortung der Konzernleitung. Diese muss
nicht nur die strategischen Vorgaben richtig definieren und auf
die an der Front erwirtschafteten Ergebnisse richtig und rasch
reagieren. Weichen die Soll-Ist- Vorgaben von den Planvorgaben
signifikant ab, sind ohne Zeitverzug angemessene Steuerungsimpulse
auszulösen. Zum Teil ist eine produktive Arbeitsteilung zwischen
Konzernzentrale und Peripherie schon mit der herkömmlichen
Profit-Center-Struktur möglich gewesen. Als noch viel
wirkungsvoller hat sich jedoch die Divisionalisierung erwiesen.
Divisionalisierung bedeutet Ausrichtung des Gesamtunternehmens auf
die Bedürfnisse exakt definierter Zielgruppen. Sie bedeutet
maximale Kundennähe durch optimale Spezialisierung. Sie zwingt
das Management der einzelnen Vertriebszweige stärker zu Visionen
als es die herkömmliche Profit-Center-Gliederung tut. Das
Management muss in seiner Verantwortung für die jeweilige
Division oder Unter-Division das Geschäft strategisch anlegen,
wenn es auf längere Sicht Erfolg haben will, denn: Keine
Strategie ohne Visionen.
Quelle:
Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth
Anmerkung
von Gastlichkeit & Co:
Herr Würth hat aus unserer Sicht den Kern der Mitarbeiterführung
auch in der Hotellerie und Gastronomie getroffen. Diese Sichtweise
lässt sich auf jede Branche und somit auch auf unsere anwenden.
Die Grenzen sind lediglich in unseren Köpfen.
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