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letzte Aktualisierung: 
  09.08.2011

 
 

 
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Globale Basistrends verändern unser Geschäftsfeld

 

 

Globale Basistrends und deren Bedeutung für die Gastronomie und Hotellerie
(von Urs Schaffer, Schaffer Consulting GesmbH, Basel)

Folgende Strömungen werden unser Leben in naher Zukunft sehr stark beeinflussen.

Wandel und Tempo
Die modernen Kommunikationsmittel haben unsere Welt unglaublich beschleunigt. Denken Sie nur an das Handy oder das Internet. Dabei sind vor allem die Möglichkeiten des Internets erst am Anfang der Entwicklung. Ganze Branchen werden verschwinden. Nicht die Wirtschaft oder die Politik globalisieren unsere Welt, sondern die modernen Kommunikationsmittel. Diese Beschleunigung hat natürlich sehr, sehr große Einflüsse auf unser Leben, unsere Art zu denken und zu handeln, wie auch auf unsere Werte und Wertvorstellungen und unser Verhalten. Das Tempo lässt kaum noch Zeit für Reflexionen. Unsere Welt wird im Zeitraffer gelebt, schnelle Entscheidungen sind (vermeintlich) besser als gar keine.

Diese Entwicklung hat zwei große Auswirkungen auf unsere Gesellschaft: Zum einen wird die Anzahl der Menschen, die mit diesem Tempo nicht mehr umgehen können (vor allem Mental), immer größer. Sie sind, oder werden, die Sozialfälle von Morgen. Zum anderen verlieren traditionelle Werte immer mehr an Bedeutung. Das Motto lautet: Viel ist mehr und besser. Viel erleben in kurzer Zeit ist die Auswirkung davon. Alles was starre und unflexible Strukturen hat, wird vom Markt gefegt.

Viel erleben in kurzer Zeit
Die Auswirkungen obig skizzierten Trends sind bereits auf den Märkten sichtbar. In der Hotelbranche ist der Trend von „kürzer aber öfter“ im Gegensatz zu früher („Jahresurlaub“) ganz klar sichtbar. Außerdem entscheidet sich der Gast immer kurzfristiger. Die Buchungszeiten werden immer kürzer („Last minute“) und erfolgen zunehmend über das Internet. Das berühmte Package verliert an Bedeutung, der Gast will sich schnell und spontan entscheiden für das, auf was er gerade Lust hat. Die klassischen Essenszeiten und damit die Familienstrukturen, haben sich in großem Masse bereits aufgelöst.

Unberechenbarer Wandel
Der Wandel vollzieht sich, bedingt durch das Tempo, völlig chaotisch und nicht vorhersehbar. Führungskräfte brauchen ein hohes Maß an Kreativität und ein gewisses Talent um auf die Märkte schnell reagieren zu können. Das bedingt unter anderem „schnelle“ Mitarbeiter und vor allem auch ein „schnelles“ Controlling! Ein Feeling für die Märkte ist heute wichtiger wie Dreijahrespläne und komplizierte Zielsetzungen.

Das "Methusalem-Komplott"
Mit dem Eintritt der Geburtenstarken 50er Jahrgängen („Baby-Boomers“) in das Rentenalter wird die größte soziale Umschichtung aller Zeiten stattfinden. Die „Baby-Boomers“ sind die ersten Jahrgänge die im Leben nie Mangel gesehen haben. Sie stehen damit im krassen Gegensatz zu den heutigen alten Mitmenschen, die maßgeblich durch die Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges geprägt wurden.

Die neuen Alten werden viel höhere Ansprüche haben und sie, dank ihrer Masse, politisch, wirtschaftlich und sozial durchsetzen. Das Problem dabei ist, dass es zuwenig Junge geben wird um die neuen Alten zu finanzieren oder, dass die nachwachsenden Generationen von den neuen Alten richtig gehend ausgebeutet werden. „Unsere Gesellschaft wird schon in wenigen Jahren ihre Alterung als einen Schock erfahren, der mit dem der Weltkriege vergleichbar ist“ schreibt Frank Schirrmacher in seinem Buch „Das Methusalem Komplott“ (Blessing Verlag / ISBN 3-89667-225-8).

Flexibilität als Macht zum Überleben
Wem es gelingt flexibel (und schnell) auf das oben Gesagte zu reagieren, wird die Zukunft auf seiner Seite haben! Das ist ganz klar eine mentale Angelegenheit! Zögern (zögern hat immer mit Angst zu tun), rückwärts orientiertes Denken/Handeln und Entscheidungsschwäche werden dagegen große Probleme hervor bringen. Schulung, lebenslanges lernen (und lesen!), Neues kennen lernen, Abenteuer und den Wandel lieben und vor allem auch loslassen können, das sind die gefragten Fähigkeiten für die Zukunft! Das Gesagte gilt auch im Beruf. Nicht mehr ein Leben und einen Job sondern „mehrere Leben“ mit „mehreren Jobs“ das ist die Zukunft.

Was viele können, hat keinen Wert!
Alles was austauschbar, ist verliert seine Berechtigung und damit natürlich seinen Wert. Daher gilt: Was viele können, haben oder anbieten hat keinen Wert. Es kann nur Mehrwert über Einzigartigkeit geschaffen werden.

Das Gesagte gilt natürlich speziell und vor allem auch auf dem Arbeitsmarkt! Einzigartigkeit schafft Mehrwert, auch auf dem Lohnkonto. Sie entscheiden ob Sie Sand in der Wüste Gobi verkaufen wollen, d.H. etwas tun was viele Andere auch tun, oder ob Sie gutes Geld verdienen wollen.

Qualität ist kein Verkaufsargument
Qualität setzt der Konsument und Gast heute ganz einfach voraus und die muss stimmen! Sie ist aber, in den Augen des Konsumenten, zu einer Basisfähigkeit geworden. Basisfähigkeiten eignen sich niemals für Werbe- und Marketingzwecke. Sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Betrieb die Qualität in allen Bereichen stimmt. Etablieren Sie ein Qualitäts-Management-System und richten Sie dann Ihre gesamte Kreativität in die Positionierung Ihres Betriebes.

Die weichen Faktoren
Auf etwas auf das Sie immer setzen können, sind die emotionalen Bedürfnisse des Gastes. Und das wird noch sehr, sehr lange so weitergehen. Je mehr Druck und emotionale Verarmung in Betrieb, Umfeld und Umwelt der Menschen herrscht, desto wichtiger werden die weichen Faktoren. Seien Sie sich immer bewusst, dass wir dem Konsumenten nicht das Schnitzel, sondern das Brutzeln in der Pfanne verkaufen müssen. Überlegen Sie es sich also gut, wie Sie Ihr Produkt mit Emotionen aufladen können. Umfragen bestätigen immer wieder, dass über 68% aller Gäste aus sozialen Motiven ein Restaurant besuchen. In Worten: achtundsechzig von hundert Gästen kommen nicht wegen dem Essen und Trinken, sondern sie haben ganz andere Bedürfnisse! Sie wollen Ambiente, Geborgenheit, Kontakt, ein interessantes Umfeld, andere Menschen um sich herum haben, sehen und gesehen werden. Geben Sie genau das Ihren Kunden und Ihr Betrieb wird laufen – mit Garantie!

Auf Gegentrends setzen
Jeder Trend hat einen Gegentrend und oft lohnt es sich nicht auf den Trend, sondern auf den Gegentrend zu setzen. Sie wissen ja, dass das, was viele tun, keinen Wert hat. Herrscht ein Trend, springen immer mehr auf diesen Trend auf. Was viele anbieten hat aber bekanntlich keinen Wert. Also tun Sie genau das Gegenteil und Sie sind bereits einzigartig! Klingt einfach? Ist es auch! Ein Beispiel: Slow Food ist eine Bewegung geworden, die langsam Kultstatus erlangt (Auf dem Weg zum Trend....) und genau das Gegenteil von Fast Food und dem heutigen Trend zu Convenience Food ist. Schauen Sie mal unter www.slowfood.de rein und staunen Sie! Jeder Markt hat einen Gegenmarkt, jeder Trend einen Gegentrend!

Zusammenfassung
Es geht mir in diesem Artikel nicht um Wertungen und Bewertungen, sondern um das Offensichtliche. Obig aufgeführte Trends beeinflussen Ihr und mein Leben ob wir das wollen oder nicht. Ich denke nur durch Bewusstheit können wir zu Agierenden werden. Es liegt an Ihnen und an mir, was wir aus diesen Trends für uns persönlich für Schlüsse ziehen. Die Chance liegt darin, dass wir als Agierende zu Gestaltenden werden, und das ist in jedem Fall besser, als sich als Opfer irgendwelcher Entwicklungen zu sehen. Aktiv sein heißt aber auch die Verantwortung in allen Belangen und Aspekten bewusst zu übernehmen und das bedeutet letztendlich auch für unser Leben die Verantwortung zu übernehmen.

Als Manager oder Führungskraft ist uns ein besonderes Maß an Verantwortung gegeben worden. Wir müssen versuchen vielen zum Teil gegensätzlichen Bereichen gerecht zu werden. Den Kunden, den Mitarbeitenden, der Ökologie und der Umwelt und natürlich den wirtschaftlichen Aspekten. Das bedeutet ein lebenslanges Lernen, Kreativität, Herausforderungen als Chancen zu sehen und voraus zu blicken und nicht in der Vergangenheit gebunden zu sein. Die Grundlage dazu beruhen meines Erachtens auf der Freude und der Begeisterung mit der wir unsere Arbeit tun! Oder in Goethes Worten: „Wenn einer träumt ist es ein Traum, wenn viele träumen ist es der Beginn einer Wirklichkeit. Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden, es ist nicht genug zu wollen man muss auch tun.“

Autor: Urs Schaffer
http://www.schaffer-consulting.ch

 

 

 

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