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Globale Basistrends und deren
Bedeutung für die Gastronomie und Hotellerie
(von Urs Schaffer, Schaffer Consulting GesmbH, Basel)
Folgende Strömungen werden
unser Leben in naher Zukunft sehr stark beeinflussen.
Wandel und Tempo
Die modernen Kommunikationsmittel haben unsere Welt
unglaublich beschleunigt. Denken Sie nur an das Handy
oder das Internet. Dabei sind vor allem die
Möglichkeiten des Internets erst am Anfang der
Entwicklung. Ganze Branchen werden verschwinden. Nicht
die Wirtschaft oder die Politik globalisieren unsere
Welt, sondern die modernen Kommunikationsmittel. Diese
Beschleunigung hat natürlich sehr, sehr große Einflüsse
auf unser Leben, unsere Art zu denken und zu handeln,
wie auch auf unsere Werte und Wertvorstellungen und
unser Verhalten. Das Tempo lässt kaum noch Zeit für
Reflexionen. Unsere Welt wird im Zeitraffer gelebt,
schnelle Entscheidungen sind (vermeintlich) besser als
gar keine.
Diese Entwicklung hat zwei
große Auswirkungen auf unsere Gesellschaft: Zum einen
wird die Anzahl der Menschen, die mit diesem Tempo nicht
mehr umgehen können (vor allem Mental), immer größer.
Sie sind, oder werden, die Sozialfälle von Morgen. Zum
anderen verlieren traditionelle Werte immer mehr an
Bedeutung. Das Motto lautet: Viel ist mehr und besser.
Viel erleben in kurzer Zeit ist die Auswirkung davon.
Alles was starre und unflexible Strukturen hat, wird vom
Markt gefegt.
Viel erleben in kurzer Zeit
Die Auswirkungen obig skizzierten Trends sind
bereits auf den Märkten sichtbar. In der Hotelbranche
ist der Trend von „kürzer aber öfter“ im Gegensatz zu
früher („Jahresurlaub“) ganz klar sichtbar. Außerdem
entscheidet sich der Gast immer kurzfristiger. Die
Buchungszeiten werden immer kürzer („Last minute“) und
erfolgen zunehmend über das Internet. Das berühmte
Package verliert an Bedeutung, der Gast will sich
schnell und spontan entscheiden für das, auf was er
gerade Lust hat. Die klassischen Essenszeiten und damit
die Familienstrukturen, haben sich in großem Masse
bereits aufgelöst.
Unberechenbarer Wandel
Der Wandel vollzieht sich, bedingt durch das Tempo,
völlig chaotisch und nicht vorhersehbar. Führungskräfte
brauchen ein hohes Maß an Kreativität und ein gewisses
Talent um auf die Märkte schnell reagieren zu können.
Das bedingt unter anderem „schnelle“ Mitarbeiter und vor
allem auch ein „schnelles“ Controlling! Ein Feeling für
die Märkte ist heute wichtiger wie Dreijahrespläne und
komplizierte Zielsetzungen.
Das "Methusalem-Komplott"
Mit dem Eintritt der Geburtenstarken 50er Jahrgängen
(„Baby-Boomers“) in das Rentenalter wird die größte
soziale Umschichtung aller Zeiten stattfinden. Die „Baby-Boomers“
sind die ersten Jahrgänge die im Leben nie Mangel
gesehen haben. Sie stehen damit im krassen Gegensatz zu
den heutigen alten Mitmenschen, die maßgeblich durch die
Kriegsjahre des zweiten Weltkrieges geprägt wurden.
Die neuen Alten werden viel
höhere Ansprüche haben und sie, dank ihrer Masse,
politisch, wirtschaftlich und sozial durchsetzen. Das
Problem dabei ist, dass es zuwenig Junge geben wird um
die neuen Alten zu finanzieren oder, dass die
nachwachsenden Generationen von den neuen Alten richtig
gehend ausgebeutet werden. „Unsere Gesellschaft wird
schon in wenigen Jahren ihre Alterung als einen Schock
erfahren, der mit dem der Weltkriege vergleichbar ist“
schreibt Frank Schirrmacher in seinem Buch „Das
Methusalem Komplott“ (Blessing Verlag / ISBN
3-89667-225-8).
Flexibilität als Macht zum
Überleben
Wem es gelingt flexibel (und schnell) auf das oben
Gesagte zu reagieren, wird die Zukunft auf seiner Seite
haben! Das ist ganz klar eine mentale Angelegenheit!
Zögern (zögern hat immer mit Angst zu tun), rückwärts
orientiertes Denken/Handeln und Entscheidungsschwäche
werden dagegen große Probleme hervor bringen. Schulung,
lebenslanges lernen (und lesen!), Neues kennen lernen,
Abenteuer und den Wandel lieben und vor allem auch
loslassen können, das sind die gefragten Fähigkeiten für
die Zukunft! Das Gesagte gilt auch im Beruf. Nicht mehr
ein Leben und einen Job sondern „mehrere Leben“ mit
„mehreren Jobs“ das ist die Zukunft.
Was viele können, hat
keinen Wert!
Alles was austauschbar, ist verliert seine
Berechtigung und damit natürlich seinen Wert. Daher
gilt: Was viele können, haben oder anbieten hat keinen
Wert. Es kann nur Mehrwert über Einzigartigkeit
geschaffen werden.
Das Gesagte gilt natürlich
speziell und vor allem auch auf dem Arbeitsmarkt!
Einzigartigkeit schafft Mehrwert, auch auf dem
Lohnkonto. Sie entscheiden ob Sie Sand in der Wüste Gobi
verkaufen wollen, d.H. etwas tun was viele Andere auch
tun, oder ob Sie gutes Geld verdienen wollen.
Qualität ist kein
Verkaufsargument
Qualität setzt der Konsument und Gast heute ganz
einfach voraus und die muss stimmen! Sie ist aber, in
den Augen des Konsumenten, zu einer Basisfähigkeit
geworden. Basisfähigkeiten eignen sich niemals für
Werbe- und Marketingzwecke. Sorgen Sie dafür, dass in
Ihrem Betrieb die Qualität in allen Bereichen stimmt.
Etablieren Sie ein Qualitäts-Management-System und
richten Sie dann Ihre gesamte Kreativität in die
Positionierung Ihres Betriebes.
Die weichen Faktoren
Auf etwas auf das Sie immer setzen können, sind die
emotionalen Bedürfnisse des Gastes. Und das wird noch
sehr, sehr lange so weitergehen. Je mehr Druck und
emotionale Verarmung in Betrieb, Umfeld und Umwelt der
Menschen herrscht, desto wichtiger werden die weichen
Faktoren. Seien Sie sich immer bewusst, dass wir dem
Konsumenten nicht das Schnitzel, sondern das Brutzeln in
der Pfanne verkaufen müssen. Überlegen Sie es sich also
gut, wie Sie Ihr Produkt mit Emotionen aufladen können.
Umfragen bestätigen immer wieder, dass über 68% aller
Gäste aus sozialen Motiven ein Restaurant besuchen. In
Worten: achtundsechzig von hundert Gästen kommen nicht
wegen dem Essen und Trinken, sondern sie haben ganz
andere Bedürfnisse! Sie wollen Ambiente, Geborgenheit,
Kontakt, ein interessantes Umfeld, andere Menschen um
sich herum haben, sehen und gesehen werden. Geben Sie
genau das Ihren Kunden und Ihr Betrieb wird laufen – mit
Garantie!
Auf Gegentrends setzen
Jeder Trend hat einen Gegentrend und oft lohnt es
sich nicht auf den Trend, sondern auf den Gegentrend zu
setzen. Sie wissen ja, dass das, was viele tun, keinen
Wert hat. Herrscht ein Trend, springen immer mehr auf
diesen Trend auf. Was viele anbieten hat aber
bekanntlich keinen Wert. Also tun Sie genau das
Gegenteil und Sie sind bereits einzigartig! Klingt
einfach? Ist es auch! Ein Beispiel: Slow Food ist eine
Bewegung geworden, die langsam Kultstatus erlangt (Auf
dem Weg zum Trend....) und genau das Gegenteil von Fast
Food und dem heutigen Trend zu Convenience Food ist.
Schauen Sie mal unter
www.slowfood.de rein und staunen Sie! Jeder
Markt hat einen Gegenmarkt, jeder Trend einen
Gegentrend!
Zusammenfassung
Es geht mir in diesem Artikel nicht um Wertungen und
Bewertungen, sondern um das Offensichtliche. Obig
aufgeführte Trends beeinflussen Ihr und mein Leben ob
wir das wollen oder nicht. Ich denke nur durch
Bewusstheit können wir zu Agierenden werden. Es liegt an
Ihnen und an mir, was wir aus diesen Trends für uns
persönlich für Schlüsse ziehen. Die Chance liegt darin,
dass wir als Agierende zu Gestaltenden werden, und das
ist in jedem Fall besser, als sich als Opfer
irgendwelcher Entwicklungen zu sehen. Aktiv sein heißt
aber auch die Verantwortung in allen Belangen und
Aspekten bewusst zu übernehmen und das bedeutet
letztendlich auch für unser Leben die Verantwortung zu
übernehmen.
Als Manager oder Führungskraft
ist uns ein besonderes Maß an Verantwortung gegeben
worden. Wir müssen versuchen vielen zum Teil
gegensätzlichen Bereichen gerecht zu werden. Den Kunden,
den Mitarbeitenden, der Ökologie und der Umwelt und
natürlich den wirtschaftlichen Aspekten. Das bedeutet
ein lebenslanges Lernen, Kreativität, Herausforderungen
als Chancen zu sehen und voraus zu blicken und nicht in
der Vergangenheit gebunden zu sein. Die Grundlage dazu
beruhen meines Erachtens auf der Freude und der
Begeisterung mit der wir unsere Arbeit tun! Oder in
Goethes Worten: „Wenn einer träumt ist es ein Traum,
wenn viele träumen ist es der Beginn einer Wirklichkeit.
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden, es
ist nicht genug zu wollen man muss auch tun.“
Autor: Urs Schaffer
http://www.schaffer-consulting.ch
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