
Frühjahrsmüdigkeit
Haben
Sie es vielleicht auch in der letzten Zeit gemerkt, dass Sie
andauernd müde sind, obwohl Sie genug schlafen?
Diese Phänomen hat etwas Paradoxes: Jetzt, wo Licht und
Leben zurückkehren, machen wir schlapp.
Kreislaufbeschwerden, Wetterfühligkeit, erhöhte Anfälligkeit
für Erkältungen, Schlaflosigkeit oder eben einfach nur
Mattigkeit sind typische Symptome. Falls Sie’s auch spüren,
keine Sorge: Das ist normal.
Die Hintergründe von Frühjahrsmüdigkeit: Sie erholen sich
vom Winter
Von
Oktober bis März wird das Immunsystem stark gefordert. Selbst
wer nicht richtig erkrankt, setzt sich während dieser Zeit
intensiver mit Viren und Bakterien auseinander, erklärt Dr.
Erwin Häringer vom Komitee Forschung Naturmedizin in München.
Und nun, am Ende dieser Hochleistungsphase für Ihr Immunsystem,
muss sich der Körper regenerieren - was sich mit den oben
beschriebenen Symptomen bemerkbar macht.
Hinzu
kommt: Während der dunklen Jahreszeit stehen in vielen Küchen
fettreiche Speisen auf dem Plan, Obst und Gemüse kommen zu kurz
- und der Körper wird mit Vitaminen und Mineralstoffen
unterversorgt. Das ist gerade im Winter fatal, denn Vitalstoffe
sind unter anderem für die Immunabwehr unentbehrlich.
Ein
weiterer Müdemacher ist der Alkohol, der gerade im Winter oft
viel Zuspruch findet. Wein, Bier und Schnaps rauben dem Körper
Energie. "In der Naturheilkunde sagen wir sogar, Müdigkeit ist
der Schmerz der Leber", so Dr. Häringer.
Auch die
starken Temperaturschwankungen im Frühjahr spielen eine Rolle.
Die verlangen von den Gefäßen große Anpassungsfähigkeit: Bei
Wärme müssen sie sich weiten, bei Kälte schnell zusammenziehen.
Nicht immer gelingt das, und als Folge gerät der Kreislauf
durcheinander.
Man
könnte also zusammenfassend sagen, dass Ihr Körper mit
Frühlingsbeginn einfach ausgebrannt ist. Und wie stark Sie
sich frühjahrsmüde fühlen, hängt davon ab, wie anstrengend
Ihr persönlicher Winter letztlich war.
Bewegung + Vitamine = Erholung
Das
können Sie tun, um leere Energietanks aufzufüllen:
Stellen
Sie bewusst Ihre Ernährung von schwerer Winterware auf leichtere
Frühlingskost um: Führen Sie Ihrem Körper die Vitamine und
Mineralstoffe zu, die ihm fehlen.
Bei
ausgeprägter Frühjahrsmüdigkeit lohnt sich ein Blick auf den
Alkoholkonsum. Schon täglich zwei Gläser Wein können schlapp und
antriebsarm machen, ohne dass zugleich Kopfschmerzen auftreten
müssen.
Bewegung
an der frischen Luft regt den Kreislauf an, stärkt Nerven und
das Immunsystem. Außerdem fördert das Tageslicht die Anpassung
des Organismus an die neue Jahreszeit. Ausgedehnte Spaziergänge
und (sanfte!) Ausdauersportarten wie Radfahren oder Walking
eignen sich besonders.
Nächtliche Reparaturen: Gönnen Sie sich viel Schlaf!
Die
Rückkehr des Lichts mag zum früheren Aufstehen verführen,
aber das wäre kontraproduktiv: Denn der Schlaf ist im Moment
Ihr bester Verbündeter. Betrachten Sie ihn als eine Art
kostenloser Reparaturwerkstatt, und widmen Sie ihm
ausreichend Zeit!
Aber nicht nur die Schlafmenge, auch die -qualität nimmt
Einfluss auf die Regeneration. Versuchen Sie deshalb
wirklich abzuschalten, bevor Sie zu Bett gehen:
Schließen
Sie möglichst alle Arbeiten vor dem Nachhausegehen ab. Sie
nehmen so die damit verbundenen Probleme nicht mit ins Bett.
Stress
bei der Arbeit können Sie "abarbeiten": Gehen Sie ins
Fitnessstudio, oder fahren Sie eine Runde Fahrrad. Dabei können
Sie sich abreagieren - Sie kommen auf andere Gedanken und
entspannen sich. Das heißt also auch: Lieber um 22 Uhr noch
einen kleinen Nachtgang durch den Park machen, als den Tag
gestresst zu beenden!
Versuchen
Sie, wenn Sie zu Bett gehen, systematisch den Kopf zu leeren.
Gegen hartnäckige Gedanken hilft schon ein einfacher Notizblock
auf dem Nachttisch: Was Sie schriftlich festgehalten haben,
lassen Sie leichter los.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von:
VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG •
http://www.vnr.de
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